Werner Berg, Lampe im Fenster, Rechte: Werner Berg Museum

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Vortrag Dr. Harald Scheicher

"Eine Existenz zu gründen, die in sich Sinn habe und aus Anschauung gesättigt sei"

Der Maler Werner Berg (1921-1981) - Vom deutschen Expressionismus zur Existenzmalerei eines einzelnen


1931 zog der aus Elberfeld stammende Werner Berg, Doktor der Staatswissenschaften, Absolvent der Kunstakademien Wien und München, auf einen Bauernhof im slowenischsprachigen Südosten Kärntens, um dort als Bauer und Maler zu arbeiten. Berg suchte die wahre, unverfälschte Existenz jenseits bürgerlicher Konventionen. In der beschwerlichen Alltagswirklichkeit sah er den Gegenentwurf zur gesellschaftlichen Entfremdung. Ausgehend von den Innovationen des Expressionismus, wurde Berg zum Maler der Menschen und der Landschaft einer noch agrarisch geprägten Kultur. Anfangs gefördert von Emil Nolde, den er 1932 bis 1934 wiederholt in Berlin besuchte, entwickelte Berg eine eigenständige Kunst aus den Bedingungen täglichen Eingeschlossenseins in einem ursprünglichen Lebenskreis, der gleichwohl nicht unbeeinflusst blieb von den Verwerfungen der Zeit und dem sozialen Wandel.

„Der Expressionismus gab mir einst Anstoß und Impuls. Vom Explosiven und Beschwörenden, vom Schweifenden, Dräuenden, wolkenhaft Dunklen, all diesen deutschen Gefahren, ging die Tendenz immer mehr zu Beherrschung, Ordnung, Klarheit“, charakterisierte der Künstler 1961 anlässlich der Ausstellung seiner Bilder im Münchner Lenbachhaus seine Entwicklung. In seiner Kunst hielt Berg stets am Gegenstand fest. In den unscheinbaren Begebenheiten des bäuerlichen Alltags entdeckte er zeitlos-exemplarische Bedeutung. Seine Bilder sollten zum zeichenhaften Gleichnis der Welt werden.


Der Referent

Dr. Harald Scheicher, geb. 1959, Arzt für Allgemeinmedizin in Völkermarkt/Kärnten. Seit 1981 Verwalter des ungeteilten künstlerischen Nachlasses Werner Berg, seit 1982 Kurator des Werner Berg Museums Bleiburg/Pliberk in Kärnten. Kurator zahlreicher Ausstellungen in Österreich, Deutschland, Slowenien und China, u.a. "Emil Nolde und Werner Berg", Bleiburg 2006 (Katalogbuch gleichen Titels, München: Hirmer Verlag, 2006); "Karl Schmidt-Rottluff und Werner Berg", Bleiburg 2016. Seit 1984 zahlreiche Buchveröffentlichungen und Autor der Monographie „Werner Berg – Wirklichkeit im Bildhaften“ (München: Hirmer Verlag, 2012).


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