T 2 - Umgang mit durch sexualisierte Gewalt traumatisierten Kindern und Jugendlichen im pädagogischen Alltag - Zweitägiges Seminar
Grundlagenwissen zu sexualisierter Gewalt ist erforderlich!
Inhaltliche Fortbildungskonzeption:
Mitarbeiter*innen in der (teil-)stationären Kinder- und Jugendhilfe arbeiten mit Kindern und Jugendlichen, die in ihren Herkunftsfamilien negative Bindungserfahrungen gemacht haben. Statt Schutz und Geborgenheit haben sie Vernachlässigung, körperliche Gewalt, sexuellen Missbrauch oder andere Traumata erleben müssen. Viele der Kinder und Jugendlichen haben mit Traumafolgesymptomen, wie überflutenden Erinnerungen, tiefen Abwesenheitszuständen, plötzlichen Ausrastern zu kämpfen. Sich selbst zu regulieren und anderen Menschen zu vertrauen, fällt schwer und somit auch die Teilhabe am sozialen Leben in Wohngruppe, Kita, Schule etc..
Der Umgang mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen im pädagogischen Alltag ist daher eine besondere Herausforderung. Die Pädagog*innen benötigen Wissen zu Wirkungen und Dynamiken von Traumata auch auf das aktuelle Denken, Fühlen und Verhalten der Kinder und Jugendlichen. Nur so können sie traumasensibel und einfühlsam auf die destruktiven Verhaltensweisen der Kinder und Jugendlichen reagieren und ihnen neue korrigierende Bindungserfahrungen zur Verfügung stellen.
Das zweitägige Seminar führt in die Grundlagen der Psychotraumatologie ein, erläutert die Wirkweisen eines Traumas auf die (hirnorganische) Entwicklung und zeigt die vielfältigen Bewältigungsstrategien nach traumatischen Erlebnissen auf, vor allem im Kinder- und Jugendalter. Zudem werden traumapädagogische Grundhaltungen, Konzepte und konkrete Methoden vorgestellt, wie Pädagog*innen Kinder und Jugendliche ressourcenorientiert in ihrem Weg zu Selbstbemächtigung unterstützen können.
Ein zentraler Bestandteil der beiden Seminartage ist auch die Bedeutung von Selbstfürsorge für die Pädagog*innen.
Neben theoretischem Input wird die Fortbildung durch praktische Beispiele und Beiträge aus dem Kreis der Teilnehmenden ergänzt.
Themen der zwei Seminartage
Tag 1:
- Einführung in die Psychotraumatologie (Folgen, Wirkungen und Dynamiken von traumatischen Erfahrungen)
- Traumafolgen im Kindes- und Jugendalter (Verlust selbstregulatorischer Fähigkeiten)
- Traumapädagogische Konzepte zum Umgang mit Übertragungen und Gegenübertragungen im pädagogischen Alltag
- Trauma und Bindung – Die Bedeutung korrigierender Bindungserfahrungen
Tag 2:
- Einführung in die Traumapädagogik als Pädagogik des möglichst sicheren Ortes
- Traumapädagogische Standards in der stationären Kinder- und Jugendhilfe
- Zentrale Grundhaltungen traumapädagogischer Konzepte (Haltung des guten Grundes/ Partizipation/ Transparenz/ Wertschätzung/ Rituale und Strukturen/ Spaß und Freude)
- Pädagogik der Selbstbemächtigung zur Förderung von Selbstverstehen, Selbstakzeptanz, Selbstwahrnehmung und Selbstregulation
- Die Gefahr der Sekundärtraumatisierung für Pädagog*innen und Schutzmöglichkeiten (Sachkompetenz, Selbstreflexion und Selbstfürsorge)
- Selbstfürsorge und Selbst-Stabilisierung in belastenden Arbeitsfeldern
Zielgruppe: Ausschließlich Leitungs- und Fachkräfte aus stationären und teilstationären Einrichtungen der Kinder - und Jugendhilfe, der Behindertenhilfe (für Kinder und Jugendliche), Fachkräfte der Jugendämter, der Frauenhäuser mit Kinderbetreuung, Fachkräfte in der Betreuung von umA, sowie Kinderschutzfachkräfte im Zuständigkeitsbereich des Hessischen Ministeriums für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege.
Referentinnen: Julia Schindewolf, eigenMächtig Kassel
Termine: Mo. 28.09.2026 + Di. 29.09.2026, 9:30 – 16:30 Uhr
Ort: Stadtteilzentrum Wesertor, Weserstrasse 26, 34125 Kassel
Zwingende Teilnahmevorausetzung: siehe oben genannte genannten Zielgruppe