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DIGITALE WORKSHOPS im Themenfeld sexualisierte Gewalt
Quartal 1 + 2 / Februar - Juni 2026
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Montag, 23. Februar – 15:00 – 17:00 Uhr
„Ehrenamt schützt mit – sexualisierte Gewalt erkennen, sensibel handeln, gemeinsam Schutz gestalten“
Freiwillig Engagierte leisten unverzichtbare Beiträge in kirchlich-diakonischen Kontexten, etwa in Besuchsdiensten, Betreuungsvereinen, ambulanter Beratung oder Alltagsbegleitung. Gleichzeitig stellen diese Arbeitsfelder besondere Anforderungen an eine wirksame Prävention und Schutzkonzeptentwicklung im Kontext sexualisierter Gewalt. Der Workshop richtet den Blick auf spezifische Spannungsfelder: Wie können Schutzkonzepte im Ehrenamt verankert werden? Welche besonderen Risiken bestehen und welche Potenziale eröffnen sich durch eine stärkere Beteiligung freiwillig Engagierter?
Im Mittelpunkt stehen die Bedingungen, unter denen Schutzkonzepte im Ehrenamt nicht nur implementiert, sondern auch gelebt werden können – alltagsnah, beteiligungsorientiert und nachhaltig. Gemeinsam mit den Teilnehmenden wird herausgearbeitet, wie Risiko- und Schutzfaktoren im freiwilligen Engagement eingeschätzt und reflektiert werden können und wie Synergien zwischen Haupt- und Ehrenamt gestärkt werden. Der Workshop verbindet fachlichen Input mit Reflexionsphasen und moderiertem Austausch. Im kollegialen Dialog werden auch die Rolle von Netzwerken, institutionellen Rahmenbedingungen (z. B. Bundesrahmenhandbuch) sowie Gelingensbedingungen für eine gewaltsensible Kultur im Ehrenamt thematisiert.
Andreas Nitsche ist Systemischer Organisationsentwickler (DGSF), Sozialpädagoge B.A. und gelernter Heilerziehungspfleger. Zudem ist er Systemischer Coach & Supervisor (i.A. DGSF). Derzeit leitet er das Sachgebiet Bildung und Qualifizierung beim DRK-Kreisverband Steinfurt e.V. und ist Inhaber von trinnovation – Organisationsentwicklung im Sozialwesen.
Dienstag, 17. März – 10.00 – 12.00 Uhr
"Die Bedeutung von Partizipation bei der Entwicklung institutioneller Gewaltschutzkonzepte"
Ein wirksames Gewaltschutzkonzept stärkt eine achtsame Organisationskultur und ermöglicht einen professionellen Umgang mit Gewalt – idealerweise bevor sie entsteht. Ein entscheidender Faktor für den nachhaltigen Erfolg des Gewaltschutzkonzeptes ist die größtmögliche Partizipation aller Mitarbeiter*innen und Klient*innen. Nur durch die aktive Beteiligung aller kann Gewaltschutz dauerhaft in der Organisation, in den professionellen Haltungen sowie in der pädagogischen Arbeit verankert werden.
Zentrale Fragestellungen des Workshops sind: Was ist ein Gewaltschutzkonzept? Welche Bestandteile und Inhalte gehören dazu? Was bedeutet Partizipation und wie lassen sich Schutzkonzepte gemeinsam mit Klient*innen entwickeln? Der Workshop vermittelt Grundlagenwissen und praktische Methoden zur partizipativen Erarbeitung einzelner Bausteine und bietet Raum für fachlichen Austausch.
Ursula Sauder ist bundesweit als Referentin, Dozentin und Beraterin tätig. Sie lehrt an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin und begleitet Organisationen bei der Entwicklung ihrer Gewaltschutzkonzepte. Als Diplompädagogin und Mediatorin verfügt sie über langjährige Leitungserfahrung in der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Eingliederungshilfe. In Fortbildung und Lehre qualifiziert sie Fachkräfte zu Prävention, Intervention und Nachsorge, insbesondere im Bereich sexualisierter Gewalt.
Dienstag, 14. April – 10:00 – 12:00 Uhr
„So kann´s klappen!“ Aktionswoche zum Schutz vor sexualisierter Gewalt als Best-Practice und sozialräumliches Handeln im Themenfeld sexualisierte Gewalt
Sexualisierte Gewalt geschieht häufig im Verborgenen, bleibt tabuisiert und ist oft mit Unsicherheit und Sprachlosigkeit behaftet. “Wir machen den Fehler, dass wir – wie in Deutschland oft üblich – in Zuständigkeiten denken und die Verantwortung gerne woanders hinschieben. Ich bin der Meinung, dass man es genau andersrum machen und sich fragen muss: Wer ist denn für Kinderschutz NICHT zuständig?“ so Claas Löppmann. Mit der 2023 in der Stadt Walsrode durchgeführten Aktionswoche zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt etablierte Claas Löppmann ein Best-Practice-Beispiel, das Aufklärung, Austausch und Solidarität in den Mittelpunkt stellte.
Zentrale Fragen des Workshops sind: Wie stärkt sozialräumliches Handeln die Prävention und den Schutz vor sexualisierter Gewalt und wie können Kinder, Jugendliche und ihre Bezugspersonen dabei einbezogen werden? Wie können Fachkräfte, Ehrenamtliche und lokale Akteur*innen gemeinsam für Prävention und den Schutz von Kindern und Jugendlichen einstehen?
Claas Löppmann ist Kindheitspädagoge M.A. und Pädagogische Leitung der KiTas der Stadt Walsrode. Zudem ist er Mitglied im Betroffenenrat bei der Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) der Bundesregierung. Claas Löppmann ist seit 2013 ehrenamtlich und hauptberuflich im Feld des Schutzes von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt tätig.
Mittwoch, 03. Juni – 14:00 – 16:00 Uhr
„Selbstbestimmt lieben – Sexualität, Beratung und Schutz für Menschen mit Lernschwierigkeiten“
Selbstbestimmt die eigene Sexualität erforschen und leben oder offen über die eigenen Bedürfnisse sprechen, ist für viele Menschen mit Lernschwierigkeiten nach wie vor alles andere als selbstverständlich. Gerade sie sind im Alltag mit besonderen Herausforderungen, gesellschaftlichen Vorurteilen und erhöhten Risiken konfrontiert, die ihre sexuelle Selbstbestimmung systematisch eingrenzen oder gar gefährden. Häufig fehlen sichere Räume, offene Gespräche und an ihren Erfahrungen ausgerichtete Unterstützung, manchmal werden ihre Wünsche schlicht übersehen.
Wie kann Beratungsarbeit hier empowernd und schützend wirken? Und wie gelingt ein rechtebasiertes, themenspezifisches Arbeiten ganz praktisch? Der Workshop stellt die Beratungsstelle Liebelle aus Mainz vor, die sich seit über 10 Jahren für die selbstbestimmte Sexualität von Menschen mit Behinderung engagiert. Im Mittelpunkt stehen dabei Zugänge und Herausforderungen, Fragen nach Schutz, Teilhabe und Selbstbestimmung.
Zentrale Fragestellungen des Workshops sind: Welche spezifischen Herausforderungen und Risiken erleben Menschen mit Lernschwierigkeiten (z. B. geschlechterspezifisch oder einrichtungsabhängig)? Wie kann professionelle Beratung empowern, schützen und Teilhabe ermöglichen? Wie kann das Unterstützungssystem dazu beitragen, Menschen mit Lernschwierigkeiten in ihrer sexuellen Selbstbestimmung ganzheitlich sowie rechte- und bedürfnisorientiert zu stärken?
Ingy El Ismy ist Rehabilitationspädagogin M.A. und Referentin für sexuelle Bildung. Seit Januar 2025 macht sie Beratungs- und Bildungsarbeit in der Liebelle, eine Beratungsstelle für selbstbestimmte Sexualität von Menschen mit Lernschwierigkeiten. Zuvor war sie über 4 Jahre in der Forschung tätig und hat im Rahmen des ReWiKs-Projekts zur sexuellen Selbstbestimmung von Menschen mit Lernschwierigkeiten, die Wohnangebote der Eingliederungshilfe nutzen, geforscht. Ihr Fokus liegt vor allem auf geschlechterspezifischen Themen und transkulturellen bzw. kultursensiblen Fragestellungen.
Dienstag, 23. Juni – 09:00 – 13:00 Uhr
„Trauma verstehen – Grundlagen der Psychotraumatologie und traumasensibler Umgang mit Betroffenen“
In diesem Seminar erhalten Sie eine fundierte Einführung in die Grundlagen der Psychotraumatologie, der Lehre von den seelischen Verwundungen. Es wird erläutert, was überfordernde Stress- und Gewalterfahrungen sind, die wir als Trauma bezeichnen, welche Veränderungen sie im Gehirn hervorrufen und welche langfristigen Auswirkungen sie auf das Denken, Fühlen und Verhalten der betroffenen Personen haben. Dabei wird aufgezeigt, wie traumatische Erlebnisse das alltägliche Leben beeinflussen und welche psychischen sowie physischen Reaktionen häufig zu beobachten sind. Praxisorientierte Ideen zum traumasensiblen Umgang mit betroffenen Personen werden im Anschluss dargestellt.
Zentrale Fragestellungen des Workshops sind: Was sind die spezifischen Merkmale von Stress- und Gewalterfahrungen, die als Trauma bezeichnet werden? Welche Veränderungen finden im Gehirn von traumatisierten Personen statt und wie wirken sich diese auf ihr Denken, Fühlen und Verhalten aus?
Sabine Haupt-Scherer ist Pfarrerin im Amt für Jugendarbeit der Evangelischen Kirche von Westfalen, Supervisorin, Traumapädagogin und Traumafachberaterin, Bildungsreferentin im LWL-Bildungszentrum Jugendhof Vlotho und gehört zu den Referent*innen im Fortbildungsangebot der LAG Jungenarbeit NRW. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind unter anderem die Themenfelder: Traumapädagogik, traumasensible Beratung und Supervision sowie bindungsorientierte Pädagogik.