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Joachim Kersten (1946–2023) war im Brotberuf Jurist, sein Spezialgebiet war das Urheber- und Presserecht. Seine Leidenschaft aber galt der Literatur. Als fulminanter Leser und Büchersammler war er Anwalt, Berater und Freund von Autorinnen und Autoren, von Verlagen und Archiven, von Stiftungen und Institutionen des Literaturbetriebs. In dieser Rolle prägte er das literarische Leben Hamburgs – und die gesamtdeutsche Bücherwelt.

Dass der Vielleser auch ein produktiver Autor war, zeigt der Band „Lose Blätter. Notizen, Essays und Rezensionen“ (Wallstein Verlag, 2025), der ausgewählte Texte aus fast sechzig Jahren versammelt. Auf Autobiografisches folgen kritische Texte zur Zeitgeschichte, wichtige juristische Arbeiten wie „Der Urheber im Netz“, heitere Kabinettstücke und Rezensionen. Joachim Kerstens Urteilskraft ist ebenso beeindruckend, wie seine umfassende literarische und historische Bildung. Und zugleich schreibt er voller Bewunderung und Liebe zur Literatur. Im letzten Kapitel zeigt sich schließlich der Büchersammler, der von seinen Bücherwünschen und vom Besuch in Buchhandlungen erzählt und schließlich sein „Tagebuch eines Büchernarren“ aufblättert.

Jacqueline Kersten und Oskar Ansull lesen im Lichthof der Staats- und Universitätsbibliothek, wo Kersten 2013 der Buchpreis HamburgLesen für den Band „Arno Schmidt in Hamburg“ erhielt, aus „Lose Blätter“. Wallstein-Verleger Thedel von Wallmoden wird einleitend an Kersten erinnern.

Die Veranstaltung wird gefördert von der Rudolf Augstein Stiftung. Der Eintritt ist frei. 

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