Papierdrache. Jean Pauls Spätwerk – 200 Jahre nach seinem Tod
Jean Paul ist der Gegen-Klassiker der deutschen Literatur. Der Zeitgenosse und Herausforderer Goethes und Schillers verfasste Romane, wie Hesperus, Siebenkäs und Titan, Erzählungen sowie theoretische Schriften, unter anderem Vorschule der Ästhetik. Jean Pauls Schriften nehmen innerhalb der deutschen Literaturgeschichte eine Sonderstellung zwischen Klassizismus und Romantik ein. Noch heute begeistern und irritieren sie die Leserinnen und Leser durch ihre sprachliche Extravaganz, ihre Bildkraft und die Vielfalt der behandelten Themen.
Die späten Schriften Jean Pauls sind eine Konfiguration unterschiedlichster Texte – zusammengeleimt sozusagen aus Papierfetzen – ein Drache also, der poetische Höhenflüge verspricht, aber immer auch abzustürzen droht. Gibt es eine Möglichkeit, dieses scheinbar Heterogene als eigenwilliges literarisches Gebilde zu verstehen? Was sagen uns die fragmentierten späten Schriften über den Nachlass Jean Pauls? Wie bewertet heute die Literaturwissenschaft das Spätwerk?
Diesen Fragen stellt sich der Germanist Prof. Dr. Helmut Pfotenhauer. Im Anschluss an die Ausführungen folgt eine szenische Lesung aus ausgewählten Texten Jean Pauls, die die Schauspielerin Julia Höhfeld gestaltet. Anschließend kommt Prof. Dr. Pfotenhauer mit dem Würzburger Kollegen und Lehrstuhlinhaber für neuere deutsche Literatur- und Ideengeschichte Prof. Dr. Maximilian Bergengruen ins Gespräch – sehr gerne auch mit Ihnen!
Veranstaltungsort: Schelling-Forum, Klinikstraße 3, 97070 Würzburg