Promotionsbetreuung in herausfordernden Situationen – Fallarbeit, Werkzeuge und rechtliche Rahmenbedingungen
Zielsetzung
Die Betreuung von Promotionen stellt Betreuende immer wieder vor Situationen, in denen allgemeine Empfehlungen und formale Regelungen allein nicht ausreichen. Unterschiedliche Erwartungen, mangelnde Kommunikation, Konflikte über wissenschaftliche Standards oder Schwierigkeiten im Umgang mit Kritik können den Betreuungsprozess erheblich belasten. Der Workshop bietet Professorinnen und Professoren die Möglichkeit, typische Herausforderungen der Promotionsbetreuung anhand konkreter Fallbeispiele zu diskutieren und gemeinsam Handlungsoptionen zu entwickeln. Die Fallarbeit wird jeweils mit einem fachlichen Input zu den für die jeweilige Situation relevanten Instrumenten, institutionellen Rahmenbedingungen und rechtlichen Grundlagen verbunden.
Dabei werden sowohl die Handlungsmöglichkeiten der Betreuenden als auch deren Verantwortlichkeiten und Grenzen in den Blick genommen.
Methodisches Konzept
Im Mittelpunkt des Workshops stehen drei Fallbeispiele aus der Promotionsbetreuung. Jeder Fall wird in drei Schritten bearbeitet:
- Fallanalyse und Diskussion: Was ist das eigentliche Problem? Welche unterschiedlichen Perspektiven und Interessen spielen eine Rolle? Welche Handlungsmöglichkeiten bestehen für die betreuende Person?
- Fachlicher Input: Anknüpfend an den jeweiligen Fall werden relevante Grundlagen und Werkzeuge der Promotionsbetreuung vorgestellt. Dazu können beispielsweise Betreuungsvereinbarungen, regelmäßige Fortschrittsgespräche und deren Dokumentation, Rollen und Verantwortlichkeiten, Umgang mit Konflikten, Regeln guter wissenschaftlicher Praxis sowie rechtliche Rahmenbedingungen gehören.
- Transfer und Handlungsoptionen: Gemeinsam werden konkrete Vorgehensweisen für die jeweilige Situation diskutiert. Dabei wird auch betrachtet, welche präventiven Maßnahmen dazu beitragen können, vergleichbare Konflikte frühzeitig zu vermeiden. Zwischen den einzelnen Arbeitsphasen sowie zum Abschluss besteht ausreichend Raum für Fragen, Erfahrungsaustausch und die Diskussion konkreter Anliegen der Teilnehmer.
Geplanter Ablauf
09:00 Uhr Begrüßung und Einführung (Ziele und Arbeitsweise des Workshops; Erwartungen der Teilnehmer und grundlegende Rahmenbedingungen guter Promotionsbetreuung)
09:15 Uhr Fall 1 – „Beim nächsten Mal bin ich bestimmt so weit“: Vereinbarte Fortschritte bleiben aus
10:15 Uhr Fall 2 – „Dafür habe ich im Moment keine Zeit“: Betreuung findet nicht ausreichend statt
11:15 Uhr Pause
11:30 Uhr Fall 3 – „Ich melde mich, wenn es etwas Neues gibt“: Zu wenig Kontakt bei einer externen Promotion
12:30 Uhr Transfer, offene Fragen und Abschluss
13:00 Uhr Veranstaltungsende
Zielgruppe: professorale Mitglieder im Promotionszentrum BW-CAR
Termin: Donnerstag, 10. Dezember, 9:00-13:00 Uhr
Trainerin
Dr. Nadine Chmura hat an der Universität Bonn und der Universität Marburg promoviert. Derzeit leitet sie als Geschäftsführerin die Organisation Alumni der Studienstiftung e.V. Zuvor war sie 14 Jahre in der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses tätig und hat in diesem Zusammenhang Graduiertenzentren an den Universitäten Bayreuth, Marburg und Bonn aufgebaut und geleitet.
Sie war Beiratsmitglied im Universitätsverband zur Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses (UniWiND e.V.) und von 2009 bis 2023 Mitglied im QualitätsZirkel Promotion. Sie verfügt über das Trainerzertifikat „Ombudsman für die Wissenschaft“ und bietet seit 2006 Workshops für Promovierende, Postdocs und Promotionsbetreuende an.