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Info

BUNDESWEITE VERNETZUNGSKONFERENZ ZUR WISSENSCHAFTSPOLITIK IN DER SPD

(Teilnahme nur mit Anmeldung möglich)

Das Anliegen - Sozialdemokratische Wissenschaftspolitik sichtbar machen 

Hochschulen und Forschungseinrichtungen schaffen die Grundlagen der sozialen, technologischen und wirtschaftlichen Zukunftsfähigkeit des Landes. Sie sind zugleich Orte gesellschaftlicher Selbstreflexion. In einer Zeit tiefgreifender Umbrüche hat die Art und Weise, wie Hochschul- und Wissenschaftspolitik heute gedacht, geplant und gemacht wird, tiefgreifende Auswirkungen auf die Gesellschaft. Eine progressive sozialdemokratische Politik muss daher Bildung und Wissenschaft als zentrale öffentliche Güter begreifen, die es gemeinsam zu gestalten gilt. Gleichzeitig ist Hochschulpolitik untrennbar mit zentralen Fragen der Bildungsgerechtigkeit verbunden: Sie ermöglicht mittlerweile fast jedem zweiten jungen Menschen die Aufnahme eines Studiums. Aber sie entscheidet auch über die Verteilung von Zukunftschancen. Die soziale Selektivität beim Hochschulzugang ist unverändert hoch, nur 27 % der Kinder aus nichtakademischen Haushalten nehmen ein Studium auf. Auch befristete – und damit prekäre – Arbeitsverhältnisse müssen im Fokus der Aufmerksamkeit sozialdemokratischer Wissenschaftspolitik stehen.

Diese Bedeutung der Wissenschaftspolitik steht aktuell im Widerspruch zur schwindenden Wahrnehmbarkeit der Aktivität der SPD auf diesem Gebiet. Landespolitische Initiativen finden bundespolitisch keinen Widerhall (Niedersachsen-Menü für Studierende) oder werden gestoppt (Dauerstellenkonzept in Berlin), Bundesgesetze verharren in angekündigten Reformen (BAföG, WissZeitVG). Auch die gemeinsame Erklärung der forschungspolitischen Sprecherinnen und Sprecher aus Bund und Ländern der SPD-Fraktionen fand in der öffentlichen Diskussion wenig Aufmerksamkeit.

Die Umsetzung - Gemeinsame Vernetzungskonferenz der sozialdemokratischen Wissenschaftsforen und an der Wissenschaftspolitik interessierten SPD-Mitgliedern

Die vom Parteivorstand beauftragte Analyse zur Bundestagswahl 2017 “Aus Fehlern lernen” schließt mit dem Kapitel “Wo sind sie geblieben? UnterstützerInnengruppen – eine vernachlässigte Spezies”. Das Fazit: “Die UnterstützerInnengruppen nur alle vier Jahre zu mobilisieren, wenn mal wieder ein Wahlkampf ansteht, funktioniert nicht und macht deshalb auch keinen Sinn mehr. Die Kontakte zu Kulturschaffenden und SportlerInnen, zu WissenschaftlerInnen und Intellektuellen müssen auch in den Zwischenzeiten gesucht und gepflegt werden.” (S. 105) 

Diese „UnterstützerInnengruppen“ für die Themen Wissenschafts- und Hochschulpolitik wollen wir wieder mobilisieren, denn wir sind überzeugt: Die Expertise und der Gestaltungswille sind da. Was fehlt, sind Möglichkeiten des Austauschs, Diskutierens und Wirksamwerdens. Aus dieser Dringlichkeit heraus vernetzen sich die regionalen Wissenschaftsforen seit März 2025 digital und haben sich entschlossen, mit euch eine gemeinsame, bundesweite Konferenz der sozialdemokratischen Wissenschaftsforen im Juni 2026 auszurichten. Sie soll ein Ort der kritischen Bestandsaufnahme und vor allem des Aufbruchs sein.

Die Konferenz soll der Auftakt für eine neue und kontinuierliche Befassung der Sozialdemokratie mit Hochschul- und Wissenschaftspolitik sein. Sie soll den Diskurs neu beleben und parteiintern neue Allianzen für die Zukunft schmieden. Ziel ist, die Rolle der SPD im zentralen Zukunftsfeld Hochschul- und Wissenschaftspolitik - auch mit Blick auf das zukünftige Grundsatzprogramm - neu zu schärfen und dauerhafte Vernetzungsstrukturen zu etablieren.

Die erste Konferenz dient als ein intern verbindendes Format sozialdemokratischer Wissenschaftspolitik. Sie bündelt hierfür die Expertise der noch bestehenden SPD-Wissenschaftsforen und geht gezielt auf die Arbeitsgruppe „Forschung, Technologie, Raumfahrt und Technikfolgenabschätzung“ der SPD-Bundestagsfraktion, die Landtagsfraktionen, die Juso-Hochschulgruppen, die Gewerkschaften ver.di und GEW und die Friedrich-Ebert-Stiftung sowie auf progressive Denkfabriken zu und lädt natürlich auch alle Wissenschaftler:innen, die der Sozialdemokratie nahestehen, herzlich zur Mitarbeit ein. 

Die Zielsetzungen der Vernetzungskonferenz

  • Wissenschaftspolitik als zentrales Politikfeld im gesellschaftlichen Wandel hervorheben sowie Wissenschaftspolitik als sozialdemokratische Zukunftspolitik denken

  • Einen Beitrag zur Debatte des neuen Grundsatzprogramms leisten.

  • Stärkung interner Strukturen: Die Kooperation und Abstimmung der Wissenschaftsforen und verbundener Akteure verbessern und verlässliche Partnerschaften etablieren – einbinden von Gewerkschaften, Friedrich-Ebert-Stiftung, Juso-Hochschulgruppen und externen progressiven Organisationen sowie aller interessierten Wissenschaftler:innen

  • Die SPD wieder als aktive, wahrnehmbare Akteurin in der Hochschul- und Wissenschaftspolitik positionieren und innerparteilich die hierfür vorhandenen Ressourcen mobilisieren.

Wir freuen uns auf euer Kommen und konstruktive Diskussionen für einen Aufbruch der sozialdemokratischen Hochschul- und Wissenschaftspolitik!


Programm

Freitag – Impulse und Themen

ab 13:00 Uhr 
Ankommen

13:30 Uhr 
Auftakt und Begrüßung

13:45  14:00 Uhr
Grußworte
u.a. Falko Mohrs (Minister für Wissenschaft und Kultur, Niedersachsen)

14:00  15:15 Uhr
Quo vadis sozialdemokratische  Hochschul- und Wissenschaftspolitik? 
 
Impulse zur Schärfung sozialdemokratischer Positionen
u.a. mit Edelgard Bulmahn, Bundeswissenschaftsministerin a.D.

15:15  15:45 Uhr
Kaffeepause

15:45  17:45 Uhr

Parallele Workshops zu verschiedenen Themenschwerpunkten

Workshop A: Personalstrukturen, Befristungen und Mobilität in einer globalen, vernetzten Wissenschaftslandschaft

Wie wollen wir künftig in Wissenschaft und Hochschule arbeiten? Zwischen Befristungen, Drittmittelfinanzierung und steigenden Mobilitätsanforderungen sind verlässliche Karrierewege und gute Arbeitsbedingungen unter Druck.

Im Workshop wollen wir gemeinsam diskutieren, wie ein gerechteres und zukunftsfähiges System aus sozialdemokratischer Perspektive aussehen kann. Welche Reformen sind trotz Länderhoheit und hoher Drittmittelabhängigkeit möglich? Wie können wir – auch gemeinsam mit Gewerkschaften – den Organisationsgrad und die Interessenvertretung der Beschäftigten an Hochschulen und Forschungseinrichtungen stärken? Und welchen Beitrag leisten Programme wie das Professorinnenprogramm oder FH-Personal tatsächlich? Bedarf es einer strategischeren Personalplanung für mehr intersektorale Mobilität zur Stärkung des Transfers?

Der Workshop lädt zum Austausch von Erfahrungen, Ideen und politischen Strategien ein und richtet sich an alle, die Wissenschaft als attraktiven, fairen und demokratischen Arbeitsort mitgestalten wollen.

Durchführung: Stefanie Molthagen-Schnöring, Martin Grund


Workshop B: Teilhabe und Hochschulbildung

Wie steht es derzeit um das Verhältnis von Hochschulbildung und sozialer Gerechtigkeit? Einerseits haben sich im Hochschulbereich in den vergangenen Jahren neue Differenzierungen herausgebildet: Private Hochschulen entwickeln Studienangebote für neue Zielgruppen,Fachhochschulen (jetzt: Hochschulen für angewandte Wissenschaften) und Universitäten wurden im Zuge der Studienstrukturreform in vielen Bereichen aneinander angeglichen. Vor allem aber hat die Zahl der Studierenden in Deutschland seit einigen Jahren ein historisch hohes Niveau erreicht – fast jeder zweite junge Mensch nimmt heute ein Studium auf.

Andererseits wissen wir, dass die soziale Herkunft nach wie vor erheblichen Einfluss auf die Aufnahme und den Verlauf eines Studiums hat. Von Chancengleichheit im Hochschulsystem sind wir weiterhin weit entfernt.

Im Workshop möchten wir diskutieren, mit welchen politischen Maßnahmen Hochschulbildung in Deutschland sozial gerechter und demokratischer gestaltet werden kann.

Durchführung: Daryoush Danaii, Daniel Völk

Workshop C: Künstliche Intelligenz als Herausforderung für eine erneuerte sozialdemokratische Wissenschaftspolitik

Die fortschreitende Digitalisierung, vor allem in der KI-Modellentwicklung und -Anwendung, treibt disruptiv und rasant Veränderungen voran. Aktuell drohen darüber nicht nur Forschung und Studium, sondern auch das deutsche Wissenschafts- und Innovationssystem als Ganzes aus dem Takt zu geraten. Die Forschungseinrichtungen agieren dabei in ihrer Reaktion derzeit weitgehend eigenständig, ohne dass eine übergeordnete (forschungspolitische) Vision leitend und strukturierend wirkt.

In unserem Workshop möchten wir uns mit der Frage beschäftigen, wie dieser Wandel stringent und zukunftsweisend gestaltet werden kann. Wie muss eine genuin sozialdemokratische Wissenschaftspolitik aussehen, die sich den Herausforderungen der KI-Revolution geeignet stellt? Wie können wir den notwendigen Auf- und Ausbau von Kompetenzen durch geeignete politische Maßnahmen fördern und das Wissenschaftssystem insgesamt weiterentwickeln?

Durchführung: Pia Voigt, Thomas Horstmann  

Das Einbringen weiterer Themen oder Arbeitsschwerpunkte ist selbstverständlich möglich!

17:45  18:30 Uhr 

Zusammenfassungen der Zwischenergebnisse der einzelnen Workshops und Ausblick auf den 2. Tag


Möglichkeit zum Einchecken / Erfrischen

ab 20:00 Uhr 
Gemeinsames Abendessen (auf eigene Kosten)

Samstag – Programmentwicklung und interne Abstimmung

09:00  09:15 Uhr 
Begrüßung und Tagesüberblick

09:15  10:15 Uhr
Impulse zu aktuellen Themen der Wissenschaftspolitik
u.a. Holger Mann (MdB, Ausschuss für Forschung, Technologie, Raumfahrt und Technikfolgenabschätzung)

10:15 – 11:45 Uhr 
Parallele Workshops zu verschiedenen Themenschwerpunkten
Fortsetzung vertiefender Diskussionen in den Workshops vom Freitag
oder die Möglichkeit, sich einem zweiten Themenfeld zuzuwenden und den Workshop zu wechseln

11:45  12:15 Uhr 
Kaffeepause

12:15 – 13:15 Uhr 
Vorstellung der Ergebnisse aus den verschiedenen Sessions und Ergebnissicherung für das neue Grundsatzprogramm
Welche Forderungen und programmatischen Formulierungen haben wir aus den Diskussionen in den Workshops abgeleitet?

13:15  14:15 Uhr 
“Quo vadis Wissenschaftsforum?“ 
Interner Austausch der Wissenschaftsforen

14:15 – 14:30 Uhr
Ende der Konferenz

ab 14:30 Uhr
Soweit Zeit und Lust: Gemeinsames Mittagessen