Gesundheitsförderung und Prävention gehören seit jeher zum pflegerischen Kerngeschäft. Community Health Nursing knüpft daran an und verschiebt den Fokus vom Einzelfall zur Lebenswelt. Der Vortrag zeichnet diese Entwicklung nach: von frühen gemeindenahen Pflegeansätzen über internationale Modelle bis zu aktuellen Debatten in Deutschland. Im Zentrum steht die Frage, was passiert, wenn Pflegefachpersonen dauerhaft im Sozialraum verankert sind, Hausbesuche nicht nur Versorgung sichern, sondern Risiken antizipieren, Übergänge moderieren und Prävention praktisch verankern. Genau hier wird Community Health Nursing (CHN) politisch und professionell interessant. CHN arbeiten dort, wo Versorgung heute Lücken hat: bei chronisch erkrankten älteren Menschen, in sozial benachteiligten Quartieren, in ländlichen Räumen mit ausgedünnter Infrastruktur. Internationale Modelle zeigen, dass Pflege hier mehr ist als Ergänzung ärztlicher Versorgung. CHN steuern Versorgungsprozesse, sichern Kontinuität, erkennen Über- und Unterversorgung und greifen ein, bevor aus Alltagsproblemen Behandlungsanlässe werden.
Ergänzend wird der Blick nach Hannover gelenkt: An der Hochschule Hannover wird derzeit ein entsprechender Studiengang aufgebaut. Damit entsteht ein Ausbildungsort, der erweiterte Pflegepraxis und Community Health Nursing als regulären Bestandteil akademischer Pflegequalifikation versteht.
Wie sich Community Health Nursing in der Praxis ausgestalten kann, wird anschließend anhand ausgewählter Projekte aufgegriffen. Vorgestellt wird unter anderem das CoSta-Projekt (Community Health Nursing in der Stadt), das eine pflegezentrierte Versorgung in einem Stadtteilgesundheitszentrum konzipiert und evaluiert hat sowie zentrale Erfahrungen und Erkenntnisse aus verschiedenen Projekten der LVG & AFS, wie die Gesundheitspunkte in Bremen.
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