Foto: FIAN e.V.

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Vertreibung – Leugnung – Profit mit Kaffee: Wie koloniale Strukturen bis heute wirken

Sonntag, 20. September 2026 | 14:00–16:00 Uhr
Ort:
Raum Rethe, Besenbinderhof 57a, 20097 Hamburg

Vor 25 Jahren wurden in Mubende, Uganda, mehr als 4.000 Menschen von ihrem Land vertrieben. Auf dem Gebiet hat die Hamburger Neumann Kaffee Gruppe die Kaweri Coffee Plantation aufgebaut. Bis heute kämpfen Betroffene um Anerkennung, Entschädigung und Wiedergutmachung. Unterstützt werden sie dabei von der Menschenrechtsorganisation FIAN. 

Doch was bedeutet Gerechtigkeit, wenn Schäden über Jahrzehnte fortwirken? Wer trägt Verantwortung - und wie lässt sie sich einfordern? Wie kann Wiedergutmachung gelingen? Und wie kann aus dem Kampf um Gerechtigkeit im Einzelfall auch eine Auseinandersetzung mit den dahinterliegenden Strukturen werden?

Darüber sprechen Edith Naluyiga und Peter Baleke Kayiira, die selbst von der Vertreibung betroffen sind, gemeinsam mit Gertrud Falk von FIAN Deutschland. Im Mittelpunkt stehen ihre Erfahrungen, der lange Kampf um Gerechtigkeit und die unterschiedlichen Wege und Strategien, die sich dabei eröffnet haben.

Zum Ende des Gesprächs weiten wir den Blick: Was erzählt der „Fall Mubende“ über globale Machtverhältnisse und koloniale Kontinuitäten? Und was hat das mit Hamburg zu tun – einer Welthandelsstadt, in der globale Lieferketten und Warenströme bis heute zusammenlaufen? Das Publikum ist eingeladen, mitzudiskutieren.


Beteiligte

Peter Baleke Kayiira war vor der Vertreibung Schuldirektor der örtlichen Schule. Er ist als Sprecher der Betroffenen und Menschenrechtsverteidiger international aktiv.

Edith Naluyiga ist Bäuerin und eine Vertreterin der Vertriebenen im aktuellen Mediationsverfahren mit dem ugandischen Staat und der Neumann Kaffee Gruppe.

Gertrud Falk, Diplom-Sozialwissenschaftlerin und Referentin bei FIAN Deutschland für Wirtschaft & Menschenrechte, Gender und Bildungsarbeit. Sie begleitet den Fall der Kaweri Coffee Plantation seit vielen Jahren.

Moderation: Ko-Vale Glaeser ist freier Journalist, Moderator und Schwarzer Aktivist. In diesen Funktionen richtet er den Fokus auf Themen, die sich mit der Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit,  sowie den daraus resultierenden Auswirkungen in der Gegenwart befassen, sowohl auf der lokalen Ebene, als auch im globalen Raum.“

Übersetzung Luganda/Deutsch: Ronald Ssekawooya ist Student der Politikwissenschaften an der Universität Bochum.

Eine Kooperationsveranstaltung von Fair Trade Stadt Hamburg, FIAN Deutschland e.V. und der Evangelischen Akademie der Nordkirche im Rahmen des Projektes Decolonize Trade während der Fairen Woche. Gefördert von Misereor, dem Kirchlichen Entwicklungsdienst der Nordkirche, dem Katholischen Fonds und der Norddeutschen Stiftung für Umwelt und Entwicklung.

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