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Die AWO Chemnitz lädt Sie im Rahmen des 30 (+1) - jährigen Bestehens zu einem gemeinsamen fachübergreifenden virtuellen Austausch ein


Kinder, Jugendliche und Familien sind und bleiben einzigartig: Wie schaffen wir es, bei allen Herausforderungen, wertschätzend und respektvoll miteinander umzugehen? Wie kann es uns gelingen die entwicklungspsychologische und pädagogische Grundlagen im Blick zu behalten? Wie können wir im Dialog bleiben und mit fremdenfeindlichen Äußerungen umgehen? Dem wichtigen Feld einer VorUrteilsBeWussten Pädagogik widmen wir uns ebenso wie einer traumasensiblen und traumapädagogischen Arbeit. Lassen Sie uns wieder einmal erleben, dass man nicht nicht kommunizieren kann und inspiriert von Impulsvorträgen und Workhops in den Austausch gehen kann.


- Eine genaue Programmbeschreibung, sowie die Links für den Online - Zugang erhalten Sie nach erfolgreicher Anmeldung per Mail - 


Beginn ist am 08.10.21 8:00 Uhr.

Danach nimmt uns Elly Preussner mit in das Thema der "Vorurteilsbewussten Sprache".

Anschließend wird Marion Nagel einen Input zum Thema "Krisen als Chance – Perspektiven auf und den Umgang mit herausfordernden Situationen und Menschen" geben.

Außerdem können folgende 3 - stündige Workshops besucht werden:



WS 1 

„Systemisch – lösungsorientierte Beratungsprozesse unter dem Einbezug einer
positiv gerichteten Kommunikation“

Beratungen finden in verschiedenen Kontexten und mit unterschiedlichen Kund*innen und Adressaten statt.
Zunächst werden im Workshop Arbeitsprinzipien und Haltungen der (systemischen) Beratung besprochen, danach mögliche Aspekte der systemisch-lösungsfokussierten Ge-sprächsführung erörtert und im Anschluss daran unter dem Gesichtspunkt der „Sprache als Ori-entierungsrahmen“ (systemische) Fragen und vorurteilsbewusste Kommunikation diskutiert sowie der Blick von der Problemtrance hin zur Lösungsorientierung unter Bezugnahme einer positiven Sprache gerichtet.

Annekathrin Maretzky
Fachberaterin SOLIDARSOZIALRING gGmbH, systemische Beraterin (SG), Supervisorin


​​​​​​​WS 2

„Miteinander Sprechen ist wichtiger als die gleiche Sprache“ – Beratungsgespräche
mit migrantischen Familien kultur- und sprachsensibel gestalten 

 

Im Workshop soll der Frage nachgegangen werden, wie Gespräche im pädagogischen oder beraterischen Alltag gelingend gestaltet werden können, wenn sprachliche Barrieren oder durch kulturelle Fremdheit erzeugte Unsicherheiten vorhanden sind. Dabei sollen
vorhandene Routinen der Gesprächsführung reflektiert und Ideen ausgetauscht werden, wie diese an den entscheidenden Stellen ergänzt oder verändert werden können. Die Anwendung erprobter Konzepte wie „Leichte Sprache“ oder auch die Zusammenarbeit mit
Sprachmittler*innen werden diskutiert, um im Anschluss sinnvolle Möglichkeiten der Umsetzung in den Einrichtungen zu planen. 
 
Antje Ebersbach,
Kindersprachbrücke Jena e.V.

WS 3

Teil_Sein, Teils_Bewusst: Vor_Urteil?*

 
Sind Sie von dem Titel irritiert? (*anders geordnet ergibt sich: VorUrteilsBeWusstSein). Das ist gewollt und in Ordnung - anderen geht es ähnlich. Irritation ist ein Element von Vorurteilsbewusster Pädagogik: sich irritieren lassen zu können – abseits der eigenen Normalität, von gewohnten Mustern und Zuschreibungen. Vorurteile erfüllen nicht nur relevante Funktionen, jeder Mensch hat sie. Das heißt auch, dass es keine Vorurteilsfreiheit gibt. Wie also mit VorUrteilen umgehen?
Ein weiterer Aspekt Vorurteilsbewusster Bildung und Erziehung ist, das sich Bewegen in verschiedenen Gruppen – teils selbstgewählt, teils zugeordnet: ob nun im Kollegium der Wohngruppe, im Kegelverein, in der Familie des besten Freundes oder als Thüringer*in in
der Ferienwohnanlage auf Rügen (oder auf Sylt – würde dies einen Unterschied machen?).
 In diesem Intensiv-Workshop möchte ich mich mit Ihnen der Aussage nähern: „Alle Menschen sind gleich, jeder Mensch ist besonders.“ Oder doch nicht? Was also können Gemeinsamkeiten und Unterschiede sein? Wie entstehen diese und welche Möglichkeiten habe ich als Fachkraft bzw. Experte und Expertin in meiner Arbeit? Welche Rolle spielt Kommunikation dabei?
Mit abwechslungsreichen Methoden zwischen Input und Interaktivität – wie bspw. einem FamilienSpiel und Arbeit im (online-)Raum – ist das Ziel, die Perspektive(n) zu erweitern und – im Zusatz zum Titel – zu einem sichereren Umgang in der vielfältigen Welt anzuregen. Ich lade Sie zu einem Workshop ein, basierend auf systemisch-lösungsfokussiertem Arbeiten.


Elly Preussner
M.A. Pädagogik - Systemische Beraterin (DGsP, DGfB) -
- Systemisch–lösungsorientierte Coachin und Supervisorin (ISA, HSZG, NIK, DGsP)

WS 4

Umgang mit Traumata und seelischen Belastungen in beratenden Kontexten: Traumapädagogische Ansätze für die Praxis

Hintergrund:
Schwere Krankheit, Vernachlässigung, Scheidung oder Flucht - unglückliche Lebensereignisse und Krisen können jeden treffen. Insbesondere Kinder und Jugendliche können dadurch „aus der Bahn geworfen“ werden und auffällige Verhaltensweisen zeigen, die häufig im Umfeld zu Konflikten führen. Traumapädagogisches Arbeiten unterstützt und schärft die Wahrnehmung für seelisch belastete und traumatisierte Menschen. Sie gibt Sicherheit beim Umgang mit ihnen und hilft, Stärken zu sehen und nutzbar zu machen. Traumapädagogisch Arbeiten und Handeln heißt gleichzeitig, für sich selbst für zu sorgen und sich im Umgang mit seelisch belasteten und herausfordernden Menschen empathisch abgrenzen zu können.
Ziele:

  • Schärfung und Sensibilisierung für das Thema Trauma und Traumafolgen bei Heranwachsenden durch eine praxisnahe Vermittlung von psychologischen und neurobiologischen Grundlagen im Zusammenhang mit Traumata
  • Kennenlernen von ausgewählten Methoden der Traumapädagogik, Empfehlungen und Anregungen für eine traumasensible und ressourcenorientierte Arbeit sowie praxisnahe Handlungsstrategien für das pädagogische Handeln Inhalte des Kurzsworkshop
  • Vermittlung von grundlegendem Wissen darüber, was Traumata und Traumafolgen sind
  • Methoden und Konzepte für traumasensible Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in pädagogischen und beratenden Kontexten
  • Methoden für die körperliche, psychische und soziale Stabilisierung
  • Ressourcenorientierten Handlungsstrategien in herausfordernden Situationen
  • Transfer in den eigenen beruflichen Kontext an aktuellen Praxisbeispielen

Marion Nagel
Traumapädagogin von yuva Leipzig (www.yuva-leipzig.com) hat langjährige
Erfahrungen in der Konzeption, Entwicklung und Durchführung von kommunikationspsychologischen
und traumapädagogischen Fortbildungs- und Trainingsreihen und berät unterschiedliche Zielgruppen
aus Bildung, Beratung und Verwaltung.

WS 5

Workshop Gewaltfreie Kommunikation (GFK) im pädagogischen Alltag


Was es heißt wertschätzend zu bleiben, auch wenn die Situation und die eigenen Emotionen hoch kochen. Darum geht es in der GFK. Zu verbinden. Zu sehen, was hinter dem Verhalten steckt und darauf wertschätzend zu reagieren. Wie das auch in einer Gruppe gelingen kann, erfahren Sie in diesem Workshop.


Susann Hannusch
Trainerin Gewaltfreie Kommunikation

WS 6

„Ich brauche mal drei starke Jungs – Geschlechterreflektierende Arbeit mit Jungen*“.


Jungen* sind im Alltag vielfältigen Anforderungen ausgesetzt, wie Sie sich entsprechend ihres Geschlechtes zu verhalten haben. Nicht nur die Werbung und das Elternhaus spielen hierbei eine prägende Rolle, sondern auch Fachkräfte in Kita und Schule. Welche Aspekte in der Sozialisation von Jungen* spielen eine entscheidende Rolle? Wie kann ich beim sprechen und agieren als Fachkraft Geschlechtsstereotype vermeiden? Diesen und weitere Fragen stellen wir uns im Workshop: „Ich brauch mal drei starke Jungs – Geschlechterreflektierende Arbeit mit Jungen*“ und versuchen dabei das eigene Handeln zu reflektieren, um daraus ableitend Ansätze für einen geschlechtersensiblen Umgang mit Jungen* in ihrer Einrichtung entwickeln zu können.“


Conrad Blumenstein // Pronomen: er

Bildungsreferent Landesfachstelle Jungenarbeit bei der Landesarbeitsgemeinschaft Jungen- und Männerarbeit Sachsen e.V.

WS 7 

Das Fremde und das Eigene Die Angst vor dem Fremden ist doch normal, oder?


Mangelndes Wissen und Vorurteile können zu Feindbilddenken führen, aktuell häufig gegenüber Geflüchteten und/ oder Menschen muslimischen Glaubens. Die stark polarisierende Auseinandersetzung mit diesen Feindbildern belastet die Qualität vieler
Arbeitsbeziehungen, z.B. zu Kolleg*innen und Eltern. Im Dialog kann es zu Situationen kommen, die es erfordern, klare Grenzen zu setzen und die Werte der Einrichtung (vor-) zu leben. Dabei möchten wir Handlungssicherheit stärken und Sie befähigen, sie diesen Werte – Konflikten zu stellen und in einen konstruktiven Dialog zu treten. Gemeinsam werden wir herausfinden, wie das gelingen kann.

  • In praktischen Übungen geht es um die Auseinandersetzung mit der eigenen Haltung zu und verschiedenen Perspektiven auf das Thema Kultur und Religion.
  • Welche Möglichkeiten gibt es, den Dialog mit Menschen, die sich abwertend bis feindlich gegen geflüchtete Menschen und Muslim*innen verhalten, aufrechtzuerhalten?
  • Welche Zahlen, Fakten und Argumente helfen uns im Dialog?
  • Wie kann es gelingen, die Werte der Einrichtung zu schützen und zugleich zwischen unterschiedlichen Positionen Verständnis zu fördern, um Vielfalt (vor-) zu leben?

Early Education – Demokratieförderung und Antidiskriminierung in der
Transitionsphase

„Im Dialog bleiben – Werte Konflikte im Berufsalltag“
(eine Kooperation von Violence Prevention Network und der TU Chemnitz, Huckepack
Kinderförderung e.V.; gefördert aus Steuermitteln des Freistaates Sachsen im Rahmen des
Programms „Weltoffenes Sachsen“ und kofinanziert vom Lokalen Aktionsplan Chemnitz)

WS 8

Strategien für den Dialog im Wertekonflikt
Auf die richtigen Argumente kommt es an! Oder nicht?


Wenn Eltern sich abwertend, ausgrenzend und diskriminierend äußern und verhalten, werden pädagogische Fachkräfte vor vielfältige Herausforderungen gestellt. In Elterngesprächen, Elternabenden oder bei der zufälligen Begegnung kann es zu Konfliktsituationen und sogar Streitgesprächen kommen. In der Konsequenz geraten Fachkräfte zunehmend unter Druck und es kommt häufig zu Verunsicherungen: Als Fachkräfte haben Sie das Wohl der Kinder im Blick gehören politische Diskussionen da
überhaupt in Ihren Aufgabenbereich?
Dieser Workshop bietet Fachkräften die Möglichkeit, diese Fragen zu reflektieren und in praktischen Übungen konkrete Strategien für Konfliktsituationen mit Eltern zu entwickeln.
Dazu werden folgende Fragen bearbeitet:
Welche Ziele verfolge ich im konkreten Gespräch?
Was muss ich dafür wissen? Welche Argumente sind zielführend?
Welche Rahmenbedingungen sind dafür hilfreich?
Wie kann ich/ Können wir in unserer Einrichtung Konflikte moderieren?
Welche Unterstützung brauche ich dafür?

Early Education – Demokratieförderung und Antidiskriminierung in der
Transitionsphase

„Im Dialog bleiben – Werte Konflikte im Berufsalltag“
(eine Kooperation von Violence Prevention Network und der TU Chemnitz, Huckepack
Kinderförderung e.V.; gefördert aus Steuermitteln des Freistaates Sachsen im Rahmen des
Programms „Weltoffenes Sachsen“ und kofinanziert vom Lokalen Aktionsplan Chemnitz)

WS 9

Die Würde des Menschen ist unantastbar – auch sprachlich


Es herrscht ein breiter Konsens darüber, dass Menschen vor Gewalt und Diskriminierung zu schützen sind. Gleichzeitig ist die Auseinandersetzung mit gesellschaftlicher und individueller Vielfalt zunehmend emotionalisiert und von Gewalt und Diskriminierung durchzogen. 
Was wir sagen und wie wir es sagen hat Konsequenzen. Sprache ist ein wichtiges Sozialisationsmittel, sie drückt Werte und Weltbilder, vor allem aber auch Machtverhältnisse aus. Wie wir als pädagogische oder beratende Fachkräfte mit und über Klient*innen sprechen und in Konflikten reagieren, hat Auswirkungen auf die direkten Beziehungen zu den Menschen, mit denen wir arbeiten, aber auch darauf, was allgemein als „normal“ gilt und wer davon ausgeschlossen wird. 
Wie also können wir inklusiver kommunizieren? 
Der Workshop greift diese Frage auf und 
•    regt an, eigene Erlebnisse und Haltungen zu reflektieren,
•    vermittelt No-Gos wie auch Beispiele guter Praxis zur Orientierung,
•    gibt Raum zum Austausch von Erfahrungen aus der eigenen Praxis und
•    sucht nach möglichen nächsten Schritten für die eigene Arbeit. 

Romy Schulze
Fachberatung Sprach-Kitas AWO Chemnitz gGmbH
B.A. Angewandte Kindheitswissenschaften, M.A. Interkulturelle Kommunikation und Bildung & Gender Studies
 




Die Veranstaltung endet 15:30 Uhr

Sie bekommen nach dem Fachtag eine Teilnahmebescheinigung per Mail zugeschickt.

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