Kinder und Jugendliche erleben und gestalten ihre Welt auf ganz unterschiedliche Weise. Manche nehmen Reize besonders intensiv wahr, verarbeiten Informationen anders oder benötigen andere Rahmenbedingungen, um sich in Schule und Alltag wohlzufühlen.
Der Begriff Neurodiversität beschreibt die Vielfalt menschlicher Wahrnehmungs-, Denk-, Interpretations- und Handlungsweisen und lädt dazu ein, Unterschiede nicht als Defizite, sondern als Ressource zu verstehen. Der Workshop führt in diesen Begriff ein, verortet ihn historisch in den Selbstvertretungsbewegungen neurodivergenter Menschen seit den 1990er Jahren und grenzt ihn klar von defizitorientierten Sichtweisen ab. Dabei werden aktuelle internationale Studien genutzt, um die Individualität neurodivergenter Wahrnehmungen mittels verschiedener Fallporträts vorzustellen.
Für die fachlichen und persönlichen Expert:innen von „Verrückt? Na und!“ bietet das Thema Neurodiversität die Möglichkeit, die eigene Perspektive zu erweitern und junge Menschen mit ihren individuellen Bedürfnissen und Stärken besser zu verstehen. Neben fachlichen Impulsen bietet der Workshop ausreichend Raum für den Austausch, die Reflexion eigener Erfahrungen und Fragen aus der Praxis.
Der Workshop richtet sich an alle deutschlandweit teilnehmenden Regionalgruppen des Präventionsprogramms "Verrückt? Na und! Seelisch fit in der Schule".
Referentin:
Nadja Puschke-Kubica, forscht am Lehrstuhl für Allgemeine Soziologie der TU Dortmund zu Selbstpositionierungen von jungen Erwachsenen im Autismus-Spektrum und Neurodiversität, Autismustherapeutin, Sozialarbeiterin
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