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Die Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Burgenlandkreis sowie der Städte Naumburg und Weißenfels führen in Kooperation mit der Fachberatungsstelle Wildwasser Halle e.V. einen Fachtag gegen sexualisierte Gewalt durch. Und dies bereits in dritter Auflage. Nachdem in den Jahren 2021 und 2023 Fachtage zu den Themenfeldern "Prävention von und Umgang mit sexualisierter Gewalt" sowie "Intervention bei sexualisierter Gewalt - Was tun, wenn ...?" veranstaltet wurden, wird im Jahr 2024 das Thema Aufarbeitung in den Fokus genommen. 

Aufarbeitung stellt auf verschiedenen Ebenen einen reflexiven Blick in die Vergangenheit dar. Ohne Aufarbeitung keine Prävention. Sie ist ein essenzieller Bestandteil im Wirken gegen sexualisierter Gewalt. 

Eine Retropektive unterstützt zum einen dabei, Betroffene in ihrem Erleben und erfahrenem Leid anzuerkennen und auch ein noch immer tabuisiertes Unrecht in das gesellschaftliche Bewusstsein zu heben. 

Zum anderen bietet es Institutionen (und anderen Systemen wie Familien) die Möglichkeit zu lernen, was sexualisierte Gewalt in der Vergangenheit begünstigte und welche Reaktionen und Hilfeleistungen möglicherweise noch nicht schützend wirkten. So ergibt sich die Chance, ihre Funktionalität im Umgang mit sexualisierter Gewalt sowie präventive Strukturen zu hinterfragen und Konsequenzen für künftiges Handeln im Kampf gegen sexualisierte Gewalt zu ziehen. 

Zum 3. Fachtag erwartet Sie ein Impulsreferat als Einstieg in die Thematik sowie eine anschließende Workshop-Phase, in welcher, gemeinsam mit ihren Kompetenzen und Erfahrungen, Wissen vertieft und Praxisorientierung gewonnen werden können. 


Ablauf:

08:30 Uhr - Ankommen

09:00 Uhr - Grußwort Franziska Weidinger, Ministerin für Justiz des Landes Sachsen-Anhalt

09:30 Uhr - Impulsreferat "Aufarbeitung und Bewältigung - es ist doch jetzt mal gut, oder?"

Aufarbeitung ist herausfordernd, unbequem, mühsam und kostet - nicht nur Geld. Gleichzeitig "kostet" es für alle immer mehr, nicht aufzuarbeiten. Warum es essentieller Bestandteil im Schutz gegen (weitere) sexualisierte Gewalt ist, welche Dynamiken stattfinden (können) sowie welche Elemente es für eine wirksame Aufarbeitung braucht, erfahren Sie als Überblick im Impulsreferat. 

10:30 Uhr - Pause

11:00 Uhr - Workshop 1. Durchgang

Thema 1: "Pro und Contra von institutioneller Aufarbeitung im dialektischen Diskurs"

In diesem Format finden Sie Gelegenheit, zwei Perspektiven zu Aufarbeitung einzunehmen und sich möglichen Dynamiken anzunähern. Anhand einer komprimierten Fallsituation betrachten Sie in einer lebendigen Methode Argumente für sowie gegen institutionelle Aufarbeitung. Gemeinsam erfassen wir die Relevanz und leiten daraus Erfahrenes konkret für die eigenen Arbeitspraxis ab. 

Thema 2: "Stimme einer Betroffenen - Erschwernisse und Chancen bei/von Aufarbeitung"

Kein Aufarbeitungsprozess ohne Betroffene - dieser Workshop bietet Ihnen die wertvolle Gelegenheit, sich mit den Erfahrungen einer Betroffenen mittels Audio auseinanderzusetzen. Die selbstbestimmten Schilderungen schenken Einblick in die Dynamiken bei Offenlegung (Disclosure) im Täter*innensystem und bilden die Bedeutung von umfassender Aufarbeitung sehr konkret ab. Wir möchten uns der Frage nähern, was Aufarbeitung erschwert oder erleichtert, um mögliche Schlüsse für die Weiterentwicklung der Praxis zu ziehen. 

Thema 3: "IPSE - Instrument zur partizipativen Selbstevaluation - DaRa"

Aufarbeitungsprozesse beinhalten auch immer die reflexive kritische Überprüfung präventiver Strukturen in der eigenen Einrichtung. IPSE ermöglicht pädagogischen Einrichtungen, sich anhand einer wissenschaftlich fundierten und partizipativ angelegten Methodensammlung zur Selbsteinschätzung ein Bild darüber zu verschaffen, ob die eigenen Präventionsbemühungen zielführend und ausreichend sind, um Kinder und Jugendliche vor (sexualisierter) Gewalt zu schützen. Im Workshop laden wir Sie ein, sich mit den Bausteinen des Instruments vertraut zu machen. Die Anwendung des Instrumentes in Ihrer Einrichtung ermöglicht sowohl eine eigene Standortbestimmung hinsichtlich der Schutzkonzeptentwicklung, als auch einen partizipativen Zugang aller Beteiligten der Einrichtungen für weitere Qualitätsentwicklungsprozesse. 

12:30 Uhr - Mittagspause

13:30 Uhr - Workshop 2. Durchgang

Thema 1: "Pro und Contra von institutioneller Aufarbeitung im dialektischen Diskurs"

Thema 2: "Stimme einer Betroffenen - Erschwernisse und Chancen bei/von Aufarbeitung"

Thema 3: "IPSE - Instrument zur partizipativen Selbstevaluation - DaRa"

15:00 Uhr - Pause

15:15 Uhr - Workshop-Ergebnisse: Vorstellung im Plenum

15:45 Uhr - Verabschiedung 

16:00 Uhr - Ende

Teilnehmer

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Sonstiges

Jedem Teilnehmer / jeder Teilnehmerin wird nach Anmeldung eine anteilige Tagungspauschale in Höhe von 25,00 € in Rechnung gestellt. 

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