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Die Mitarbeit von Pflegepersonal war wesentlich für die Umsetzung der nationalsozialistischen Krankenmorde. Pfleger und Schwestern beteiligten sich während der „Aktion T4“ am Transport der Opfer und führten sie in die Gaskammer. In der dezentralen Phase der Krankenmorde wirkten sie direkt an der Selektion mit und verabreichten gezielt überdosierte Medikamente.

Im Projekt wird die Vorgeschichte und Umsetzung der NS-Krankenmorde in Großschweidnitz sowie die konkrete Beteiligung des Pflegepersonals beleuchtet. Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit, die Gedenkstätte Großschweidnitz sowie das Klinikgelände des heutigen Krankenhauses Großschweidnitz bei einem Rundgang kennenzulernen. In Kleingruppen beschäftigen sie sich anschließend mit der Rolle des Pflegepersonals während der Krankenmorde in Großschweidnitz sowie in Pirna-Sonnenstein. 

Wie war es möglich, dass Pfleger und Schwestern, die schon viele Jahre Patientinnen und Patienten gepflegt hatten, ab 1939 bereit waren, diese Menschen zu töten? Welche Rolle spielte dabei der historische Arbeitskontext? Wie veränderte sich das Berufsbild und die Erwartungen, die das NS-Regime an den Pflegeberuf stellte? Welches Patientenbild etablierte sich im Nationalsozialismus und welche Rolle spielte die NS-Propaganda bei der Stigmatisierung von psychisch kranken oder geistig beeinträchtigten Menschen?

Gemeinsam werden die verschiedenen Gründe für die Mitwirkung des Personals an den NS-Krankenmorden am Ende zusammengetragen und diskutiert, vor welchen Herausforderungen das Pflegepersonal damals stand und welche berufsethischen An- und Herausforderungen in pflegenden Berufen heute bestehen.


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