Anmeldung beendet

Stammtisch „Young Science Alltagsökonomie“

Das Kompetenzzentrum Alltagsökonomie lädt zum
2. Stammtisch "Young Science Alltagsökonomie" 
am 19. März von 17:00 bis 18:30 Uhr
an der TU Wien, Karlsgasse 11, 2. Stock bzw. online


Lina Hille, Internationale Entwicklung, Uni Wien
"Spuren von Energiedemokratie in Österreich, als Teil der Alltagsökonomie. 
Hebel und Barrieren der Ausweitung von Energiedemokratie, Netzwerke, Akteure und sektorübergreifende Kooperationen" 


Die Arbeit analysiert Energiedemokratie in Österreich als macht- und verteilungskritisches Transformationsprojekt im
Kontext von Krisen, liberalisiertem Energiemarkt und Daseinsvorsorge. 
Untersucht wird, inwiefern Spuren energiedemokratischer Praxis existieren, welche Akteure und Netzwerke sich darum konstituieren und welche Hebel und Barrieren einer Skalierung entgegenstehen. 
Methodisch stützt sich die Analyse auf eine Literaturrecherche sowie 13 qualitative Expert:inneninterviews mit Akteuren u. a. aus Netzbetrieb, Kommunalpolitik, Zivilgesellschaft und Energiegemeinschaften.

Die Ergebnisse zeigen, dass Energiedemokratie in Österreich bislang vorwiegend in Nischenprojekten realisiert wird und sozial selektiv bleibt. 
Während Energiegemeinschaften als zentrale Träger dezentraler und partizipativer Organisationsformen gelten, bleiben strukturelle Eingriffe in Eigentumsverhältnisse, Preisbildung und demokratische Kontrolle aus. 
Das marktwirtschaftliche Design des europäischen Energiemarktes, regulatorische Lücken sowie die infrastrukturelle und politische Macht großer Energiekonzerne wirken als zentrale Barrieren. 
Technische Innovationen eröffnen zwar neue Handlungsspielräume, reproduzieren jedoch ohne entsprechende Regulierung bestehende Machtasymmetrien.

Als entscheidender Hebel erweisen sich sektorübergreifende Akteursallianzen zwischen Kommunen, Zivilgesellschaft, sozialen Einrichtungen und intermediären Organisationen. 
Energiedemokratie kann demnach nur über institutionell verankerte Kooperationsformen und grundlegende Reformen der politischen Ökonomie des Energiesektors über marginale Nischen hinaus Wirksamkeit entfalten. 
Transformation erscheint als konflikthafter und krisengetriebener Strukturwandel um Eigentum, Kontrolle und Verteilung.​​​​​​​

Teilnehmer:in

Teilnahme-Option

Der Stammtisch kann sowohl vor Ort als auch online besucht werden. 


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