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Moderne Augmentationskonzepte und Weichgewebsmanagement in der Implantologie

Die Einhaltung von Form und Funktion natürlicher Zähne ist eine wichtige Voraussetzung bei zahnärztlichen Restaurationen, angefangen von Einzelzahnfüllungen bis hin zur Implantatprothetik. Das geometrische Zusammenspiel der Kauflächen von Ober- und Unterkiefer setzt sich fort bis in die Kiefergelenke, die man durchaus als distalste Okklusionspaare ansehen kann. Okklusale Interferenzen im Bereich der Kauflächen können zu einer Überbelastung von Zähnen und Parodontien bzw. Implantaten und Implantatlager führen aber auch zu traumatisierenden Fehlkräften im Bereich der Kiefergelenke. Natürliche Zähne haben eine physiologische Eigenbeweglichkeit mit federnden und dämpfenden Eigenschaften durch den Zahnhalteapparat. In diesem Bereich gibt es darüber hinaus Rezeptoren, die über das zentrale Nervensystem Schutzreflexe auslösen können. Diese schützenden Voraussetzungen fehlen den bisher bekannten Implantaten. Deshalb ist es in der Implantatprothetik besonders wichtig, die funktionelle Kauflächengestaltung sorgfältig und störungsfrei umzusetzen.

Natürliche Zähne sind durch ein parodontales Ligament (PDL) im Kieferknochen verankert und weisen durch eine Faserbündelstruktur eine physiologische Zahnbeweglichkeit auf. Osseointegrierte dentale Implantate besitzen dagegen keine Eigenbeweglichkeit. Durch die ankylotische Verbindung des Implantates mit dem Kieferknochen erfolgt bei Kaubelastung eine direkte Kraftweiterleitung auf den periimplantären Knochen. Zudem sind die propriozeptiven Eigenschaften, wie wir sie von natürlichen Zähnen kennen, bei Implantaten erheblich reduziert. Diese unterschiedlichen Eigenschaften der prothetischen Pfeiler, natürlicher Zahn versus Implantat, haben nachgewiesene Konsequenzen auf die Überlebensraten von Restaurationen und sind seit Jahrzehnten immer wieder Anlass für Diskussionen über geeignete Okklusionskonzepte und die Wahl eines optimalen Restaurationsmaterials. Der Vortrag vermittelt ein Update über die Ergebnisse aktueller In-vitro und In-vivo- Studien und gibt Hilfestellungen bei der Umsetzung eines geeigneten Okklusionskonzeptes und bei der Wahl des Restaurationsmaterials.

 

Referenten

PD Dr. med. dent. Amely Hartmann 

studierte und promovierte an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Ihre Facharztausbildung zur Oralchirurgin erfolgte an der Poliklinik für Zahnärztliche Chirurgie, Johannes-Gutenberg-Universität Mainz und an den Praxiskliniken Dr. Seiler und Kollegen MVZ GmbH, Filderstadt. Sie ist die klinische Leitung der Praxiskliniken Dr. Seiler und Kollegen MVZ GmbH, Filderstadt und zudem wissenschaftliche Angestellte an der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie/Plastische Operationen der Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Ihre wissenschaftlichen Schwerpunkte sind Augmentationstechniken, Schmerz und Neurophysiologie, Ästhetische implantologische Rekonstruktionen. Habilitation 2024 im Fach Oralchirurgie zum Thema „Neurophysiologische Veränderungen in der Mund-, Kiefer- und Gesichtsregion“.


Univ.-Prof. Dr. Dr. Bilal Al-Nawas

ist Direktor der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie mit plastischen Operationen an der Universitätsmedizin Mainz. Nach dem Studium der Medizin und Zahnmedizin habilitierte er sich 2004 im Fach Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und übernahm internationale Lehrtätigkeiten in Südkorea und Japan. Seit 2017 hat er die W3-Professur für MKG-Chirurgie in Mainz inne.

Prof. Dr. Dr. Al-Nawas engagiert sich in zahlreichen nationalen und internationalen Fachgesellschaften, unter anderem als ehemaliges Mitglied des ITI Board of Directors, Vorsitzender des ITI Research Committee, Honorary Fellow des ITI sowie als Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI). Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen in den Bereichen Implantologie, Infektiologie, Onkologie und klinische Studien. Mit mehr als 400 wissenschaftlichen Publikationen zählt er zu den renommiertesten Experten seines Fachgebiets.

Moderation
Dr. med. Dr. med. dent. Markus Tröltzsch

ist Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und Oralchirurg. Er war als Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie der Universitätsmedizin Göttingen tätig und leitet jetzt zusammen mit seinem Bruder das Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde in Ansbach. 
Er ist in verschiedenen Fachgesellschaften aktiv, ist Vorsitzender der Akademie Praxis und Wissenschaften (APW) der DGZMK und referiert sowie publiziert vielfach, insbesondere im Bereich der Augmentationschirurgie und an der Schnittstelle von Medizin und Zahnmedizin.






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