Einladung zur Besichtigung der Goldeimer-Anlage „Vagtshoff“
Am 14. August 2026 um 16:00 Uhr besuchen wir die Fäkalienkompostierungsanlage von Goldeimer und die Pyrolyseanlage von Carbon Collectors auf dem Vagtshoff in Hanstedt.
Der Vagtshoff zeigt, wie menschliche Ausscheidungen künftig nicht länger als Abfall, sondern als wertvolle Ressource behandelt werden können. Statt Nährstoffe mit Trinkwasser zu verdünnen, über weite Strecken zu transportieren und anschließend technisch aufwendig wieder aus dem Abwasser zu entfernen, verfolgt Goldeimer einen kreislauforientierten Ansatz: Die in Trockentoiletten gesammelten Fäkalien werden fachgerecht aufbereitet, hygienisiert und zu einem nährstoffreichen Kompost verarbeitet.
Parallel dazu wird in der Pyrolyseanlage von Carbon Collectors pflanzliche Biomasse, insbesondere Holzhackschnitzel beziehungsweise Holz- und andere Pflanzenreste, unter weitgehendem Luftabschluss zu Pflanzenkohle verarbeitet. Die Fäkalien selbst werden dabei nicht pyrolysiert. Die Pflanzenkohle wird vielmehr als eigener Bestandteil mit dem Kompost und weiterem organischem Material kombiniert.
Spannend ist in diesem Zusammenhang auch die Idee der Terra Preta: Pflanzenkohle kann Nährstoffe und Wasser aufnehmen, Lebensraum für Bodenorganismen bieten und zusammen mit Kompost zur Verbesserung und zum langfristigen Aufbau fruchtbarer Böden beitragen.
Zugleich wird bei der Pyrolyse ein Teil des zuvor von den Pflanzen aus der Atmosphäre aufgenommenen Kohlenstoffs in eine vergleichsweise stabile Form überführt. Wird die Pflanzenkohle dauerhaft in Böden oder geeigneten Materialien eingesetzt, kann dieser biogene Kohlenstoff langfristig gebunden werden.
Gerade dieser Aspekt ist besonders interessant: Statt COâ‚‚ erst mit großem technischem und energetischem Aufwand aus Abgasen oder der Atmosphäre abzuscheiden, zu transportieren und unterirdisch zu verpressen, kann Kohlenstoff aus nachhaltig anfallender Biomasse vergleichsweise dezentral gespeichert werden – verbunden mit einem konkreten Nutzen für Böden und Stoffkreisläufe. Pflanzenkohle ersetzt damit nicht sämtliche Formen technischer COâ‚‚-Abscheidung, zeigt aber einen unmittelbar verfügbaren und mehrfach wirksamen Weg der Kohlenstoffspeicherung.
Dahinter stehen zentrale Zukunftsfragen: Wie können wir Wasser sparen, Nährstoffkreisläufe schließen, Phosphor zurückgewinnen, Böden verbessern und Kohlenstoff langfristig speichern? Angesichts von Klimawandel, zunehmender Wasserknappheit, begrenzten Rohstoffen und geschädigten Böden werden solche kreislauforientierten Sanitär- und Verwertungssysteme zunehmend an Bedeutung gewinnen – auch für die Planung nachhaltiger Gebäude und Quartiere.
Enno Schröder aus Lüneburg, bei Goldeimer zuständig für Forschung und Entwicklung, wird uns durch die Anlage führen und das Konzept, die Technik sowie die bisherigen Erfahrungen erläutern.