Info
Geodätische Netze sind ein Standardwerkzeug bei der Berechnung von Punktkoordinaten - von einfachen Baumaßnahmen bis hin zu komplexeren Deformationsuntersuchungen größerer Bauwerke. Berechnet werden diese Netze durch geodätische Spezialsoftware, die häufig weitgehend auf Knopfdruck arbeitet und eine Vielzahl an Resultaten und Parametern ausgibt.
Die Theorie hinter den geodätischen Netzen haben alle irgendwann einmal gelernt; die Umsetzung dieser Theorie in die Praxis durch die Bewertung der zur Verfügung gestellten Kennzahlen auch. Häufig prüft man aber immer nur wenige Größen, insbesondere die Standardabweichungen der ausgeglichenen Koordinaten.
Das angebotene Seminar soll dazu dienen, den eigenen Kenntnisstand bezüglich geodätischer Netze wieder aufzufrischen und den einen oder anderen Hinweis darauf geben, was man mit der Vielzahl an statistischen Parametern einer Netzausgleichung anfangen kann. Dies beinhaltet nicht nur die Berechnung gemessener Netze, sondern auch die Simulation von Netzdesigns für die Planung von Messaufgaben.
Wir betrachten insbesondere
- die mathematischen Grundlagen der Netzausgleichung als Wiederholung
- die Bedeutung der Varianzkomponentenschätzung zur Gewichtung von Beobachtungen
- Kontrollierbarkeit von Beobachtungen und Redundanzanteile
- Innere und äußere Zuverlässigkeit eines Netzes
- Netzverzerrung und mögliche nicht erkannte grobe Fehler
- Beispiele zur Zuverlässigkeitsschätzung
Das Seminar richtet sich an Praktiker, die geodätische Netzausgleichungssoftware für die Planung und Auswertung von Messungen als Werkzeug nutzen und gerne (wieder) etwas tiefer in die dahinter liegende Theorie einsteigen möchten. Wir betrachten gemeinsam, welche Parameter in den Protokollen ausgegeben werden und welche Aussagen sich daraus gewinnen lassen.
Gearbeitet wird mit Programmen, die an der Hochschule vorhanden sind. Jede/r Teilnehmer/in ist aber eingeladen, eigene Software und eigene Projekte mitzubringen, um die entsprechenden Parameter auch in diesen Produkten zu identifizieren!
Gehalten wird das Seminar von Prof. Peter Wasmeier von der Hochschule München.