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Jahreskonferenz 2026 des Landes-Demokratiezentrums Niedersachsen (L-DZ).pdf
In Niedersachsen stehen im September 2026 Kommunalwahlen an: Die Bürger*innen des Landes entscheiden über die Besetzung ihrer politischen Entscheidungsgremien und zentraler Positionen vor Ort und sind aufgerufen, von ihrem Recht auf demokratische Teilhabe Gebrauch zu machen. Die Ergebnisse der Wahlen werden damit zur Grundlage für das gesellschaftliche Miteinander vor Ort in den nächsten fünf Jahren.
Mit seiner Jahreskonferenz 2026 will das L-DZ Niedersachsen ein Schlaglicht darauf werfen, dass politische Teilhabe weder bei der Abgabe der Stimme beginnt noch dort endet: Die Gelegenheiten, sich in demokratische, gemeinschaftsstiftende Prozesse einzubringen und solidarisch zu handeln sind zahlreich und bieten sich auf lokaler Ebene fortlaufend und an vielen Stellen.
Doch nicht für alle Menschen sind Beteiligungsmöglichkeiten und -räume gleichermaßen leicht zugänglich. Soziale, ökonomische und viele weitere Faktoren stehen als Barrieren vor der Sichtbarwerdung, der Vertretung und der Berücksichtigung von Interessen und Bedarfen vieler gesellschaftlicher Gruppen – auch auf der kommunalen Ebene. Ein öffentlicher und politischer Diskurs, in dem die Abwertung von Menschen beispielsweise aufgrund ihrer Sprache, ihres Bildungskontexts, ihrer sozio-ökonomischen Lage, ihrer religiösen oder kulturellen Familiengeschichte, einer körperlichen oder psychischen Beeinträchtigung alltäglich wird/zunimmt, verschärft die bereits vorhandenen Sorgen von Betroffenen, zukünftig weiter an den Rand gedrängt zu werden.
Zugleich schrecken mittlerweile nicht wenige davor zurück, sich kommunalpolitisch zu engagieren, da kommunale Amts- und Mandatsträger*innen analog und digital Anfeindungen ausgesetzt sind, auch seitens rechtspopulistischer und rechtsextremer Kräfte.
Die Jahreskonferenz des L-DZ Niedersachsen 2026 will einen Rahmen schaffen, in dem wir uns mit den Auswirkungen eines von Abwertungsnarrativen, Missachtung und Hass geprägten Diskurses auf das Miteinander „vor Ort“ widmen.
Leitfragen der Veranstaltung werden sein:
- Wie können wir mit dem beunruhigenden Phänomen des sinkenden kommunalen Engagements umgehen, Betroffene unterstützen und den Schutz für kommunalpolitisch engagierte Menschen verbessern?
- Welche Möglichkeiten gibt es bereits, mit bestehenden Strukturen und Netzwerken ein Klima der Solidarität mit Betroffenen von Marginalisierungen zu schaffen und welche Good-Practice-Ansätze lassen sich transferieren/multiplizieren?
- Wie nutzen wir unsere bereits vorhandenen Strukturen und Erfahrungen, um einer weiteren gesellschaftlichen Verrohung auf lokaler Ebene entgegenzuwirken?
- Wie machen wir Lust auf kommunalpolitisches Engagement und stärken so unsere Demokratie von Frühauf?
Ein besonderes Augenmerk soll dabei auf der Transfer- und Praxistauglichkeit von bereits existierenden Erfahrungen und Beispielen liegen, um den Teilnehmenden Anregungen für die eigene Arbeit in der Zeit vor und nach der Kommunalwahl zu bieten.