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Einladung

InGeKom Fachtag 2026

Intersektionalität im Gewaltschutz – Perspektiven stärken, Zugänge schaffen, Handlungskompetenzen erweitern


Montag, 09. November 2026 | 09:00 - 17:30 Uhr

Neues Rathaus Leipzig, Martin-Luther-Ring 4, 04109 Leipzig


Liebe Fachkräfte, Netzwerkpartner*innen, Interessierte und Verbündete,

Gewalt betrifft Menschen auf unterschiedliche Weise und wird durch gesellschaftliche Machtverhältnisse, Diskriminierungserfahrungen und strukturelle Ungleichheiten beeinflusst. Insbesondere Personen, die von mehreren Diskriminierungsformen gleichzeitig betroffen sind, erleben häufig erhöhte Gewaltgefährdungen sowie erschwerte Zugänge zu Schutz- und Unterstützungsangeboten.

Das Projekt InGeKom (Intersektionales Zentrum für Gewaltschutz und Kompetenzaufbau) von DaMigra e.V. setzt sich für die Stärkung intersektionaler Perspektiven im Gewaltschutz ein. Sachsenweit bietet das Projekt Qualifizierungs- und Austauschangebote für Fachkräfte, marginalisierte Communities, Sprachmittelnde sowie die interessierte Öffentlichkeit an.

Vor diesem Hintergrund findet der Fachtag in Kooperation mit dem Referat für Gleichstellung von Frau und Mann der Stadt Leipzig statt, der die Bedeutung intersektionaler Perspektiven im Gewaltschutz in den Mittelpunkt stellt. Der Fachtag verbindet wissenschaftliche Impulse, Praxiserfahrungen und interaktive Austauschformate und schafft einen Raum für fachliche Vernetzung sowie gemeinsame Lern- und Entwicklungsprozesse.

Im Fokus stehen dabei:

  • die Vermittlung grundlegender Kenntnisse zu Intersektionalität und ihrer Relevanz für den Gewaltschutz,
  • die Sichtbarmachung von Mehrfachdiskriminierungen und deren Auswirkungen auf Gewaltbetroffenheit und Unterstützungsstrukturen,
  • die Reflexion bestehender Barrieren in Hilfesystemen,
  • die Stärkung diskriminierungssensibler Handlungskompetenzen,
  • die Förderung von Austausch und Vernetzung zwischen Praxis, Wissenschaft, Communities und Selbstvertretungsorganisationen,
  • die Entwicklung gemeinsamer Perspektiven für einen inklusiven und zugänglichen Gewaltschutz.

Der Fachtag richtet sich insbesondere an:

  • Fachkräfte aus Gewaltschutz-, Beratungs- und Unterstützungseinrichtungen,
  • Mitarbeitende aus Sozialer Arbeit, Bildung, Verwaltung und Gesundheitswesen,
  • Sprachmittelnde und Dolmetschende, 
  • Vertreter*innen von Selbstorganisationen und Communities,
  • Wissenschaftler*innen und Studierende,
  • Interessierte Multiplikator*innen sowie die Öffentlichkeit.

Mit solidarischen Grüßen
Ihr Projektteam von InGeKom

Jasmin Shahramfar & Frederika Czygan

Programm und Ablauf

09:00 Uhr Ankommen und Anmeldung

09:45 Uhr Begrüßung & Vorstellung, Ablauf, kurzes Kennenlernen – Moderatorin Sanga Lenz und InGeKom-Projektteam

10:15 Uhr Grußwort – Mandy Uhlig, Referatsleiterin des Referats Gleichstellung von Frau und Mann der Stadt Leipzig und Gleichstellungsbeauftragte

10:35 Uhr Fachvortrag: "Intersektionalität und Gewaltschutz" – Dr. Delal Atmaca, Geschäftsführerin von DaMigra e.V.

11:15 Uhr Kurze Pause

11:30 Uhr Vorstellung der bisherigen Arbeit von InGeKom – InGeKom-Projektteam

12:15 Uhr Mittagspause mit veganem Buffet der Vleischerei

13:15 Uhr Workshop-Phase: vier parallellaufende Workshops

  • Workshop I: "Gewaltschutz betrifft alle - Menschen mit oder ohne Behinderungen" - KogGE
  • Workshop II: "Queersensibler Gewaltschutz in der Praxis: Barrieren erkennen, Zugänge gestalten" - LAG Queeres Netzwerk Sachsen
  • Workshop III: "Zwischen Schutz und Selbstbestimmung. Perspektiven aus dem Schutzhaus S.H.E. Leipzig" - Schutzhaus S.H.E.
  • Workshop IV: "Sicherheit beginnt in der Beziehung – Traumasensibles Handeln in der Beratung" - PSZ Leipzig

15:30 Uhr Kurze Pause

15:50 Uhr Zusammenführung der Ergebnisse durch Workshopleitungen

16:15 Uhr Fachvortrag: "Mitten in der Intersektion: Sprachmittlung im Gewaltschutz" - Charlotte Anders & Paulina Rübenstahl

17:00 Uhr Musikalischer Chor-Abschluss und Verabschiedung - ChorALLE, Sanga Lenz und InGeKom-Projektteam

bis 18:00 Uhr Möglichkeit zur Vernetzung

Informationen zu den Workshops

  • Workshop I: "Gewaltschutz betrifft alle - Menschen mit oder ohne Behinderungen"  
    Gewaltschutz gelingt, wenn alle erreicht und beteiligt werden. Was müssen Fachkräfte beachten, wenn sie bisher wenig Erfahrung im Umgang mit Klientel mit Behinderung haben? Im Workshop schauen wir praxisnah darauf, wie Gewaltschutzmaßnahmen verständlich, zugänglich und selbstbestimmt umgesetzt werden können. Dabei geht es darum, Barrieren wahrzunehmen, sicher zu handeln, passende Unterstützungsangebote einzubeziehen und Gewaltschutz im eigenen Handeln vorzuleben.

    Leitung: Die Fachstelle KogGE – „Fach- und Koordinierungsstelle gegen Gewalt in Einrichtungen“ – unterstützt Einrichtungen und Dienste der Teilhabe und Rehabilitation für Menschen mit Behinderungen in ganz Sachsen (trägerübergreifend) bei der Gewaltprävention. In der aktuellen Projektphase vom 01.07.2025 bis 30.06.2027 liegt der Hauptfokus auf der Wissensvermittlung zu Gewaltschutzthemen für Menschen mit Behinderungen. Dafür bietet die KogGE in ganz Sachsen Workshops für Menschen mit Behinderungen an. Darüber hinaus beraten sie Einrichtungen (z. B. AG Gewaltschutz), wie Gewaltschutzkonzepte entwickelt und GS-Maßnahmen umgesetzt werden können.


  • Workshop II: "Queersensibler Gewaltschutz in der Praxis: Barrieren erkennen, Zugänge gestalten" 
    Queere Menschen sind überdurchschnittlich häufig von Gewalt betroffen und stoßen zugleich auf besondere Barrieren im Hilfesystem. Der Workshop gibt Einblicke in queerspezifische Gewaltdynamiken und beleuchtet, wie unterschiedliche Lebensrealitäten und Diskriminierungserfahrungen den Zugang zu Schutz und Unterstützung beeinflussen. In interaktiven Arbeitsphasen sammeln die Teilnehmer*innen erste Ansätze, wie queersensible Entwicklung in ihren jeweiligen Einrichtungen und Arbeitsfeldern aussehen kann. 

    Leitung: Die LAG Queeres Netzwerk Sachsen e.V. ist der Dachverband sächsischer Vereine und Organisationen, die sich für die gleichberechtigte Teilhabe von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans*, inter*, agender, nicht-binären und queeren Menschen einsetzen. Sie versteht sich als Interessenvertretung, Vernetzungsstruktur und Fachstelle für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in Sachsen.


  • Workshop III: "Zwischen Schutz und Selbstbestimmung. Perspektiven aus dem Schutzhaus S.H.E. Leipzig"
    Geflüchtete Frauen, die von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen sind, bewegen sich häufig in komplexen Lebenssituationen, in denen unterschiedliche Diskriminierungs- und Machtverhältnisse zusammenwirken. Im Workshop werfen wir einen praxisnahen Blick auf die besonderen Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten im Gewaltschutz für geflüchtete Frauen und ihre Kinder.Ausgehend von Erfahrungen aus der Arbeit im Schutzhaus S.H.E. Leipzig, einer spezialisierten Schutzeinrichtung für geflüchtete Frauen und ihre Kinder, beschäftigen wir uns mit Fragen rund um Zugänge zu Schutz, institutionelle Barrieren, aufenthaltsrechtliche und soziale Abhängigkeiten sowie die Bedeutung von Selbstbestimmung und Empowerment. Anhand von Praxisbeispielen und interaktiven Reflexionsübungen setzen wir uns damit auseinander, wie Fachkräfte intersektionale Perspektiven in ihrer Arbeit verankern und Schutzprozesse bedarfsgerecht, machtsensibel und ressourcenorientiert gestalten können. Ziel ist es, gemeinsam Handlungsspielräume zu erkennen, die eigene Praxis zu reflektieren und Impulse für einen zugänglichen und diskriminierungssensiblen Gewaltschutz zu entwickeln.

    Leitung: Das Schutzhaus S.H.E. ist ein Projekt des Frauen für Frauen e.V. in Leipzig und besteht seit mittlerweile zehn Jahren. Seit seiner Gründung bietet es geflüchteten Frauen und ihren Kindern einen sicheren Zufluchtsort und Schutz vor häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt. Im Schutzhaus können die Frauen und Kinder zur Ruhe kommen, neue Perspektiven entwickeln und Unterstützung auf ihrem Weg in ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben erhalten.


  • Workshop IV: "Sicherheit beginnt in der Beziehung – Traumasensibles Handeln in der Beratung"
    Das PSZ Leipzig lädt dazu ein, traumasensible Beratungspraxis aus drei miteinander verbundenen Perspektiven zu betrachten: auf der persönlichen Ebene, im Team und innerhalb der institutionellen Strukturen. Sicherheit entsteht dabei nicht allein durch Notfallpläne oder räumliche Schutzmaßnahmen. Sie entwickelt sich ebenso in der Beziehung zwischen Berater*in und Klient*in, in einem bewussten Umgang mit eigenen Grenzen und Triggern sowie durch verlässliche Absprachen und klare Verantwortlichkeiten im Team. Anhand konkreter Erfahrungen aus der Beratungspraxis gehen wir der Frage nach, wie wir auch in belastenden Situationen, etwa bei Dissoziation oder akuten Krisen, handlungsfähig bleiben und gleichzeitig traumasensibel vorgehen können. Dabei nehmen wir sowohl Hindernisse, wie äußere Rahmenbedingungen als auch (innere) Hemmnisse in den Blick. Gemeinsam möchten wir reflektieren, was Sicherheit in der täglichen Beratungsarbeit konkret bedeutet und wie Gewaltschutz, Beziehungsarbeit und Traumasensibilität zusammengedacht werden können.

    Leitung: Das Psychosoziale Zentrum für Geflüchtete Leipzig (PSZ Leipzig) Mosaik e.V. Leipzig unterstützt und begleitet geflüchtete Menschen bei psychischen und psychosozialen Belastungen. Im Mittelpunkt stehen dabei sowohl individuelle Erfahrungen und mögliche Traumafolgen als auch migrations- und fluchtbedingte Stressoren sowie aktuelle soziale und strukturelle Lebensbedingungen. Die Beratung erfolgt traumasensibel, mehrsprachig und ressourcenorientiert.


Das Modellprojekt InGeKom wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

Teilnehmende

Teilnahmegebühr

Unsere Teilnahmegebühr entsteht durch die Kosten für das Catering, die wir leider nicht aus unserem Projektbudget finanzieren können. Uns ist bewusst, dass diese Gebühr eine Hürde für die Teilnahme am Fachtag darstellen kann. Sollte es Ihnen nicht möglich sein die Teilnahmegebühr zu entrichten, melden Sie sich bitte unter info.ingekom@damigra.de. Wir werden gemeinsam eine Lösung finden! Danke für Ihr Verständnis.

Workshop-Auswahl

Bedarfe und Sonstiges

Wir sind bemüht, den Fachtag für alle Teilnehmende so angenehm wie möglich zu gestalten. Teilen Sie uns bitte mit, was wir tun können, um Barrieren und andere Hürden abzubauen. Bitte teilen Sie uns auch mit, falls Sie Unterstützung oder Hilfsmittel benötigen.

Informationen zur Zugänglichkeit des Veranstaltungsortes finden Sie auf der Anmeldeseite auf der rechten Seite unter dem Punkt "Anreise".

Die gesamte Verpflegung ist vegan.

Teilnahmebedingungen

Sie müssen unserer Datenschutzerklärung zustimmen, wenn Sie sich für diese Veranstaltung registrieren möchten.

Für unsere Planung und um möglichst vielen Interessierten einen Platz ermöglichen zu können, bitten wir um Verständnis für folgende Stornierungsbedingungen:
• Kostenfreie Stornierung: Eine Absage ist bis zum 02.11.2026 kostenlos möglich. Setzen Sie sich dafür bitte mit info.ingekom@damigra.de in Verbindung.
• Stornierung ab 7 Tage vor der Veranstaltung oder Nicht-Erscheinen: Bei einer Absage ab dem 03.11.2026 oder bei Nicht-Erscheinen berechnen wir die volle Teilnahmegebühr.



Datenschutzinformation zur Erhebung, Verarbeitung und Speicherung personenbezogener Daten gemäß DSGVO

Ihre personenbezogenen Daten (E-Mail-Adresse, Vorname, Nachname, Firma/Organisation/Einrichtung, Position, Geburtsdatum und Geburtsort) werden vom DaMigra e.V. und Hosteurope erhoben, verarbeitet und gespeichert. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben und nicht zu kommerziellen Zwecken genutzt. Ihre Daten werden spätestens 4 Wochen nach Beendigung der Veranstaltung gelöscht, es sei denn Sie haben in diesem Formular einer weiteren Kontaktaufnahme zugestimmt. Rechtsgrundlagen dafür sind Art. 6 (1) b der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sowie Art. 6 (1) e DSGVO in Verbindung mit §25 Abs. 1 BDSG.