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Dienstag, 28. Oktober 2025 von 09:30 bis 14:30  | Digital 

Die deutsche Staatsräson, Israel und Palästina

Zielgruppe: Politische Bildner*innen, Lehrkräfte, Multiplikator*innen


„Die Sicherheit Israels ist Teil der deutschen Staatsräson.“ Mit diesem Satz formulierte Bundeskanzlerin Angela Merkel im Jahr 2009 vor der israelischen Knesset einen historischen Grundsatz der deutschen Außenpolitik – so deutlich wie nie zuvor. Diese Staatsräson zeigt sich aktuell in vielfältiger Weise – als politische Parteinahme zugunsten Israels, innen- und außenpolitisch: in diplomatischen Beziehungen, gesellschaftlichen Debatten und zunehmend auch als Begründung für staatliches Handeln, das vielfach als repressiv wahrgenommen wird. Sie bedeutet eine klare politische Parteinahme zugunsten Israels – mit weitreichenden Folgen, insbesondere für das Konfliktgeschehen in Israel und Palästina.

In diesem Workshop setzen wir uns mit dem Themenkomplex der deutschen Staatsräson und ihren Auswirkungen auf das Verhältnis zu Israel und Palästina auseinander. Im Zentrum stehen die Fragen: Was bedeutet Staatsräson – politisch, historisch, gesellschaftlich und vor allem in Bezug auf Israel und Palästina? Gemeinsam fragen wir: Welche Funktionen erfüllt die politische Kategorie Staatsräson? Welche politischen Interessen liegen ihr zugrunde – und auf welche Weise wird sie innen- und außenpolitisch durchgesetzt?

Dabei nehmen wir auch unsere eigenen Wahrnehmungen und Erfahrungen in Bildungsarbeit und Schule in den Blick: Wie begegnen wir der Staatsräson im Unterricht, in der politischen Bildung oder im internationalen Austausch? Ausgehend von dieser Analyse steht die Frage im Mittelpunkt, wie die Staatsräson in der kritischen politischen Bildung zu Israel und Palästina thematisiert werden sollte – und wie eine universelle Interpretation des Imperativs „Nie wieder“ aussehen kann.


Referent*innen:​​​​​​​

Johanna Voß ist seit vielen Jahren als Bildungsreferentin in der politischen Bildung tätig – mit den Schwerpunkten Antisemitismus-, Rassismus- und Diskriminierungskritik. Sie studierte Public History, Europastudien und absolvierte in Haifa das Honors Program for Peace and Conflict Studies.

Ahmad Dakhnous ist Referent der politischen Bildung mit einem Fokus auf Rassismus- und Antisemitismuskritik, Flucht/Migration und Ankommensprozesse sowie Israel/Palästina. Er studiert Erziehungs-, Wirtschafts- und Politikwissenschaften mit einem Schwerpunkt auf den Israel/Palästina-Konflikt. Er wuchs als Palästinenser in einem palästinensischen Flüchtlingslager in Syrien auf und lebt seit 2016 in Deutschland.


Die Veranstaltung ist Teil unserer Fortbildungsreihe „Israel und Palästina besprechbar machen: Politische Bildung für eine plurale Gesellschaft“. Mit unserem Fortbildungs- und Beratungsangebot unterstützen wir Multiplikator*innen aus dem Bildungs- und Sozialbereich. Die Fortbildungsreihe wird bis Ende Dezember 2025 durch die Bundeszentrale für politische Bildung gefördert. Die Teilnahme ist daher kostenfrei. Der Workshop findet online über Zoom statt. Den Zugangslink erhalten Sie nach bestätigter Anmeldung.




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