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Sexualisierte Gewalt entsteht nicht im luftleeren Raum. Schon früh begegnen uns im pädagogischen Alltag starre Rollenbilder: Sei es die Bagatellisierung von Grenzverletzungen bei Jungen in der Kita unter dem Motto „Jungs sind halt so“, sexistische Sprüche auf dem Schulhof, die als „Spaß“ abgetan werden, oder ungleiche Machtdynamiken in den Cliquen des Jugendzentrums. Wo werden Rollenbilder unkritisch übernommen und wo begünstigen sie bereits eine Gefährdung? Der Fachtag nimmt den Zusammenhang zwischen Geschlechterrollen, Machtverhältnissen und sexualisierter Gewalt in den Blick.

Gemeinsam betrachten wir, was häufig übersehen, bagatellisiert oder normalisiert wird. Denn was „unter dem Radar“ bleibt, kann nur schwer verändert werden. An diesem Tag verbinden wir fachlichen Input mit Reflexion und Praxis. Gleichzeitig gibt es Raum für Austausch sowie die Möglichkeit, eigene Haltungen und professionelle Handlungsmuster zu hinterfragen und weiterzuentwickeln.

Ablauf des Tages

9:00 Uhr    Einlass

9:30 Uhr    Begrüßung

10:00 Uhr  Mobiles Präventionstheater PopPorn

Pornografie ist allgegenwärtig und dennoch ein gesellschaftliches Tabuthema. Kinder und Jugendliche brauchen Raum, um pornografische Medien kritisch zu reflektieren und einzuordnen. PopPorn beleuchtet Pornografie aus verschiedenen Perspektiven – von Rollenbildern, Realität vs. Fiktion bis hin zu sexueller Selbstbestimmung.

11:30 Uhr  Pause

11:45 Uhr  Vortrag: Geschlechterreflektierte Pädagogik als Prävention von sexualisierter Gewalt

Der Vortrag beleuchtet, wie die Themen Geschlecht und Gewalt zusammenhängen, was geschlechterreflektierte Pädagogik in 2026 bedeutet und welche Rolle Schutzkonzepte und sexualpädagogische Konzepte in der geschlechterreflektierten Arbeit spielen. Außerdem wird es darum gehen, wie geschlechterreflektierte Gewaltprävention strukturell verankert werden kann.

Referentin: Jana Haskamp (sie/ihr), Sexual- und Paartherapeutin, Bildungsreferentin

13:15 Uhr Mittagspause

14:00 Uhr Workshops

16:30 Uhr Ende

Der Fachtag richtet sich an Fachkräfte aus der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, Jugendverbandsarbeit, Schulen, Kitas, Beratungsstellen, dem Amt für Soziales und Jugend sowie an alle, die sich mit Prävention sexualisierter Gewalt und sexueller Bildung beschäftigen oder in das Thema einsteigen möchten.

Rahmenbedingungen

  • Datum: 26. November 2026
  • Ort: Haus der Jugend (Lacombletstraße 10, 40239 Düsseldorf)
  • Teilnahmegebühr: kostenfrei
  • Verpflegung: Mittagsimbiss inklusive

Wir laden Sie herzlich ein, sich zu informieren, zu vernetzen und gemeinsam Perspektiven für eine starke Präventionsarbeit zu entwickeln.

Der Fachtag Prävention sexualisierter Gewalt ist eine Kooperationsveranstaltung von Jugendring Düsseldorf, Erzieherischer Kinder- und Jugendschutz, Abteilung Jugendförderung und Abteilung Kinderschutz und Hilfe zur Erziehung im Amt für Soziales und Jugend, Polizei NRW – Düsseldorf (Kriminalprävention / Opferschutz), frauenberatungsstelle düsseldorf e.V., ProMädchen – Mädchenhaus Düsseldorf e.V., Amt für Schule und Bildung: Zentrum für Schulpsychologie – Gewaltprävention und Krisenintervention an Schulen.


1. Basis-Workshop: Prävention sexualisierter Gewalt

Dieser Workshop vermittelt grundlegendes Wissen zum Thema sexualisierte Gewalt. Er richtet sich an Personen, die sich erstmals mit dem Thema auseinandersetzen oder ihr Basiswissen auffrischen möchten. Im Fokus stehen das Verstehen von Begrifflichkeiten sowie Dynamiken sexualisierter Gewalt.

Die Teilnehmenden erhalten einen Überblick über Formen sexualisierter Gewalt, betroffene Personengruppen, Täter*innenstrategien und Handlungsmöglichkeiten. Ziel ist es, für das Thema zu sensibilisieren, Handlungssicherheit zu stärken und erste Präventionsansätze kennenzulernen.

Referentinnen: Annabel Krome, abgeordnete Lehrkraft bei der Landespräventionsstelle gegen Gewalt und Cybergewalt an Schulen NRW,

Daniela Lemke, abgeordnete Lehrkraft, Zentrum für Schulpsychologie, Gewaltprävention und Krisenintervention

 

2. Geschlechterreflektierte Pädagogik in der Arbeit mit Familien als Prävention sexualisierter Gewalt

Prävention sexualisierter Gewalt zeigt sich im Alltag durch eine Haltung, die Kinder ernst nimmt, ihre Rechte stärkt, Vielfalt anerkennt und Geschlechterrollen reflektiert.

Geschlechterreflektierte Pädagogik stärkt Familien und leistet einen wichtigen Beitrag zur Prävention sexualisierter Gewalt. Der Workshop lädt Fachkräfte zur Reflexion der eigenen Rollenbilder und Haltung in der pädagogischen Praxis einund bietet Impulse, wie Fachkräfte Familien darin unterstützen können, Geschlechterstereotype zu hinterfragen, Grenzen zu stärken und eine Kultur der Achtsamkeit zu fördern.

Referentinnen: Suzana Erlauer - Dipl.Soz.Päd., systemische Familientherapeutin, Traumapädagogin/ Traumafachberaterin, Fachkraft Täterarbeit nach Häuslicher Gewalt, Fachberaterin nach sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche, 

Alina Grüten – M.A. Soziale Arbeit und Pädagogik mit Schwerpunkt Psychosoziale Beratung, Systemische Familientherapeutin, Fachberaterin bei sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche


3. Geschlecht in rechten Narrativen

In diesem Workshop beschäftigen wir uns mit rechten Narrativen im Kontext von Geschlechterkonstruktionen. Wir werfen einen Blick auf mögliche Funktionen und Folgen. Außerdem tauschen wir uns darüber aus, welche Ansätze in der Praxis hilfreich sind, um diesen Narrativen zu begegnen.

Referentin: Johanna Gesthuysen, historisch-politische Bildnerin


4. Mehr als nur ein Vorfall? – Geschlechterreflektierte Perspektiven auf die Arbeit mit jugendlichen „Tätern“ sexualisierter Gewalt

„Täterarbeit ist Opferschutz“ – dieser Grundsatz leitet verschiedene Organisationen in ihrer Arbeit mit Verantwortlichen von Grenzverletzungen und sexualisierter Gewalt. Im pädagogischen Alltag begegnen Fachkräften gleichzeitig oft ambivalente und herausfordernde Fallkonstellationen. In der Jugendarbeit bzw. Jugendhilfe sprechen wir über (häufig männliche) Jugendliche und Heranwachsende, die beschuldigt werden oder verantwortlich sind: Was brauchen diese Jugendlichen von uns und was nicht? Gemeinsam hinterfragen und reflektieren wir bestehende Deutungsmuster und entwickeln neue Perspektiven für die Praxis in verschiedenen Arbeitskontexten.

Im Workshop werden Sie eigene Fragen und Erfahrungen aus der Praxis einbringen und diskutieren können.

Referent: Julian Zander, Staatlich anerkannter Sozialarbeiter, Schwerpunkt Klinische Sozialarbeit, Systemischer Therapeut i.A. (DGSF), Schul- und Familienmediator. Mitarbeiter in einer Jugendberatungsstelle (Schwerpunkt Jugenddelinquenz) und in einer Beratungsstelle für Erwachsene (Einzel-, Paar- und Familienberatung) als Berater und Präventionsmitarbeiter im Bereich Sexualpädagogik


5. Von sexualisierter Gewalt betroffene Jugendliche und junge Erwachsene verstehen und professionell handeln.

Sie erwartet ein Workshop zum Verständnis sexualisierter Gewalt bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Vermittelt wird fundiertes Grundlagenwissen zur Stärkung der Handlungssicherheit im beruflichen Alltag. Neben der Einordnung von Formen, Dynamiken und Mythen sexualisierter Gewalt stehen insbesondere der professionelle Umgang mit Betroffenen sowie die Gesprächsführung im Fokus. Dabei werden konkrete Do's und Don'ts im Kontakt mit Betroffenen vermittelt: Was hilft im Gespräch? Welche Reaktionen sind unterstützend und welche können unbeabsichtigt belastend wirken? Auch der Umgang mit tatverantwortlichen Jugendlichen wird thematisiert. Mit diesen und weiteren interessanten Fragen werden wir uns in einem theoretisch und praktisch ausgewogenen Workshop auseinandersetzen.

Referent: Aljoscha Zedam, aktuell tätig in der LVR Klinik Viersen (medizinische Suchtrehabilitation für Jugendliche) sowie psychotherapeutischer Praxis in Köln, Sozialarbeiter M.A., Mediator, Sexualpädagoge, tiefenpsychologischer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut i.A.


6. Maskulinistische Influencer und kritische Männlichkeitsbilder

Der Workshop widmet sich den Anzeichen, Erscheinungsformen und Risiken maskulinistischer Narrative der digitalen Manosphere. Des Weiteren liegt ein Schwerpunkt auf der Stärkung der Handlungsfähigkeit von Fachkräften im Umgang mit maskulinistischen Vorstellungen und in der Entwicklung (gewalt-) kritischer Männlichkeitsbilder bei Jugendlichen.

Referentin: Jana Haskamp (sie/ihr), Sexual- und Paartherapeutin, Bildungsreferentin


7. Basics Sexuelle Bildung – Kartenset für pädagogische Teams

Was hat Sexuelle Bildung mit der Prävention sexualisierter Gewalt zu tun?

Gemeinsam erproben wir im Workshop das Kartenset (Basics Sexuelle Bildung – Kartenset für pädagogische Teams, Katholische Landesarbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendschutz NRW e.V.), welches für die offene und diskriminierungssensible Auseinandersetzung mit Sexueller Bildung entwickelt wurde.

Die Teilnehmenden werden eingeladen selbst mit dem Kartenset zu arbeiten und dieses auszuprobieren. Wir wollen gemeinsam unsere eigene Haltung zur Sexuellen Bildung reflektieren, welche als Grundlage für geschützte Lern- und Erfahrungsräume der Zielgruppe unerlässlich ist. Außerdem können praktische Methoden in Kleingruppen durchgeführt und getestet werden, um die Möglichkeiten der Arbeit mit dem Set kennenzulernen und mögliche Hürden, Wünsche und Bedarfe für die pädagogische Praxis herauszuarbeiten.

Ziel des Workshops ist es, eine höhere Handlungssicherheit zu erlangen, niedrigschwellige Methoden für die Zusammenarbeit mit der Zielgruppe kennenzulernen und somit das Risiko sexualisierter Gewalt zu verringern.

Referentinnen: Anne Pütz (sie/ihr), Fachkraft für Präventionsangebote zu Gewalt in Beziehungen und zu Sexueller Bildung bei ProMädchen Mädchenhaus Düsseldorf e.V.,

Kristina Hrubesch (sie/ ihr), Beraterin mit den Schwerpunkten sexualisierte Gewalt und Essstörungen bei ProMädchen Mädchenhaus Düsseldorf e.V.

 

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