14. Tiny Talk
„Gesehen. Geschützt. Begleitet.
Kinderschutz als Haltung in Schule und Ganztag“
„Ein Ganztag, der vom Kind aus denkt, muss sich daran messen lassen,
inwieweit die Rechte aller Kinder auf Beteiligung, Förderung und Schutz im Alltag verwirklicht sind."
Jörg Maywald
Der Ganztag verändert Schule grundlegend – er schafft Nähe, Kontinuität und Beziehung. Genau das macht ihn zu einem zentralen Ort des Kinderschutzes. Pädagogische Fachkräfte und Lehrkräfte begegnen Kindern nicht nur im Unterricht, sondern in vielen Alltagssituationen, die Vertrauen schaffen und Schutz ermöglichen. Doch wie gelingt es, bei all den Anforderungen des Ganztagsalltags wirklich hinzuschauen – und Kinder nicht nur zu begleiten, sondern auch zu schützen?
Nach § 3 Abs. 9 des Hessischen Schulgesetzes ist die Schule zur Wohlfahrt der Schülerinnen und Schüler und zum Schutz ihrer seelischen und körperlichen Unversehrtheit, geistigen Freiheit und Entfaltungsmöglichkeit verpflichtet. Daraus folgt ein konkreter Auftrag: Seit 2022 sind hessische Schulen gesetzlich gehalten, ein Schutzkonzept gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch zu entwickeln. Bis Ende Juni 2026 müssen alle Schulen dieses Konzept vorlegen – Kinderschutz ist damit keine Kür, sondern verbindliche Aufgabe aller, die in Schule und Ganztag Verantwortung tragen.
Im Gespräch mit Gudrun Kreutz, insofern erfahrener Fachkraft der Beratungsstelle des Kinderschutzbundes Darmstadt, beleuchten wir, welche Haltung, welche Strukturen und welche Kooperationen es braucht, damit Kinderschutz im Ganztag nicht Ausnahme, sondern gelebter Alltag wird.