Info
Einladung zum Fachtag
Kita als Ort der Gesundheitsförderung
Gemeinsam gesund aufwachsen und arbeiten
📅 17. Juni 2026 | 9:00–16:30 Uhr
📍 VIEHBÖRSE Magdeburg – Tagungs- und Eventcenter
Zum Handelshof 3, 39108 Magdeburg
(🎤 Informelles Treffen der BAG-BEK am Vorabend, 16. Juni 2026)
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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen!
Kindertageseinrichtungen sind Lebens- und Lernwelten mit zentraler Bedeutung für die körperliche, seelische und soziale Gesundheit von Kindern, Familien und pädagogischen Fachkräften. Als Settings der Gesundheitsförderung übernehmen sie eine gesellschaftlich bedeutsame Förder- und Präventionsfunktion und stehen zugleich vor großen Herausforderungen: wachsende seelisch-gesundheitliche Belastungen bei Kindern, steigende Anforderungen an pädagogische Teams, gesellschaftliche Krisen sowie veränderte strukturelle Rahmenbedingungen.
Die AG Gesundheit der Bundesarbeitsgemeinschaft Bildung und Erziehung in der Kindheit hat neueste Forschungsergebnisse dazu aufbereitet und publiziert. Das bundesweite Programm Schatzsuche greift in Kitas und Schulhorten diese Herausforderungen in der Praxis auf. Die Tagung ist entstanden aus einer Kooperation von
- Techniker Krankenkasse (TK)
- Bundesarbeitsgemeinschaft Bildung und Erziehung in der Kindheit (BAG-BEK)
- KinderStärken e.V. – Institut an der Hochschule Magdeburg-Stendal
- Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung (HAG)
- Kompetenzzentrum Frühe Bildung Sachsen-Anhalt
Im Mittelpunkt stehen Analysen zu den Grundlagen der Gesundheitsförderung in der Kita, sowie zu institutionellen Ressourcen für Prävention und Gesundheitsförderung. Neben wissenschaftlichen Befunden werden evidenzbasierte Maßnahmen vorgestellt – darunter das Eltern-Programm „Schatzsuche“, bindungsorientierte Pädagogik und sozialraumorientierte Konzepte der Kita-Sozialarbeit.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Gesundheit der pädagogischen Fach- und Leitungskräfte und der Verantwortung von Trägern und Fachpolitik. Thematisiert werden arbeitsbezogene Belastungsfaktoren, salutogene Führungsansätze, Arbeitsschutz sowie strukturelle Voraussetzungen für gesundheitsförderliche Arbeitsumgebungen. Dazu werden auch Programme und Maßnahmen relevanter Akteure – etwa von Unfallkassen, Krankenkassen und Fachverbänden – ebenso wie systemische Anforderungen an eine nachhaltige Weiterentwicklung des Arbeitsfeldes vorgestellt diskutiert.
Abschließend bietet der Fachtag einen Überblick über Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten zur Implementierung gesundheitsförderlicher Maßnahmen in Kitas, darunter Kooperationen mit Krankenkassen, Stiftungen und weiteren Partnern.
Der Fachtag richtet sich an Fachkräfte aller Ebenen des Systems Kindertagesbetreuung – von der Praxis über die Träger bis zur Wissenschaft, Fachpolitik sowie Ausbildung, Fortbildung und Studium. Sie lädt dazu ein, wissenschaftliche Erkenntnisse und bewährte Praxisansätze in den Dialog zu bringen und gemeinsam Impulse für eine gesundheitsförderliche Weiterentwicklung des Arbeitsfeldes zu setzen.
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Programm
Ab 08:30 Ankunft & Anmeldung mit Begrüßungsgetränken
09:00 Eröffnung & Grußworte
- Petra Grimm-Benne Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt
- Steffi Suchant –Techniker Krankenkasse, Leiterin der TK-Landesvertretung Sachsen-Anhalt
- Prof.in Dr.in Susanne Borkowski - Hochschule Magdeburg-Stendal sowie Bundesarbeitsgemeinschaft Bildung und Erziehung in der Kindheit
09:30 Keynotes
1. Kita und Gesundheit – mehr als Apfelspalten und Bewegungspausen – Prof.in Dr.in Susanne Borkowski - Hochschule Magdeburg-Stendal und Bundesarbeitsgemeinschaft Bildung und Erziehung in der Kindheit
Kindertageseinrichtungen sind Lebenswelten – für Kinder, Familien und Fachkräfte. Doch was bedeutet es wirklich, eine Kita als gesundheitsförderliches Setting zu gestalten? Und warum scheitern gut gemeinte Einzelmaßnahmen so oft, bevor sie etwas bewegen? Der Eröffnungsbeitrag lädt dazu ein, neu zu denken: Gesundheit nicht als Zusatzprogramm, sondern als Haltung. Nicht als Projekt, sondern als Struktur. Nicht für einzelne – sondern für alle. Im Fokus stehen die besonderen Potenziale des Settings Kita, die Rolle von Familien als zentrale Gesundheitsakteure sowie die Rahmenbedingungen und Institutionen, die nachhaltige Gesundheitsförderung erst möglich machen. Ein Einstieg, der den Blick weitet – und Themen aufwirft, die den Tag begleiten.
2. Alle an Bord! Gesundheitsförderung im Kita-System - Maria Gies – Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung und Prof.in Dr.in Petra Strehmel - Bundesarbeitsgemeinschaft Bildung und Erziehung im Kindesalter & Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg
Gesundheit als Struktur? Für alle? Wie soll das gehen? Das Kita-System umfasst als Verantwortungsgemeinschaft für das Wohl von Kindern und Familien viele Akteur:innen: Eltern, pädagogische Fachkräfte, Leitungskräfte, Träger und die Fachpolitik – und darüber hinaus ein vielfältiges Unterstützungssystem. Alle Beteiligten können erst dann ihren Aufgaben gerecht werden, wenn es ihnen selbst gut geht. Erst aus ihrem Zusammenspiel der verschiedenen Ebenen kann Gesundheitsförderung wirksam werden. Konzepte der organisationalen und systemischen Resilienz helfen den Schutz und die Förderung der Gesundheit aller Beteiligten zu verstehen und gemeinsam ein kompetentes und resilientes System der Kindertagesbetreuung zu gestalten. Das Eltern-Programm Schatzsuche ist ein anschauliches Beispiel dafür.
11:00 Pause
11:30 Podiums- und Publikumsdiskussion - „Kitas als Orte der Gesundheitsförderung“
- Prof.in Dr.in Susanne Borkowski – Hochschule Magdeburg-Stendal und Bundesarbeitsgemeinschaft für Bildung und Erziehung in der Kindheit
- Petra Grimm-Benne – Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt
- Tobias Krull - Sozialpolitischer Sprecher und Vorsitzender der Arbeitsgruppe Arbeit und Soziales der CDU-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt
- Steffi Suchant – Techniker Krankenkasse, Leiterin der TK-Landesvertretung Sachsen-Anhalt
- Fachpraktiker:in aus Sachsen-Anhalt
- Moderation: Prof. Dr. Raimund Geene – Sprecher der AG Gesundheit der BAG-BEK sowie Berlin School of Public Health - Alice Salomon Hochschule Berlin
12:30 Meet & Eat (Pause)
13:30 Fachforen (parallel)
- Das Eltern-Programm „Schatzsuche" als Beitrag zur Resilienzförderung – Sandra Richter
- Kita-Sozialarbeit und die Öffnung der Kitas - Ein ganzer Sozialraum für mehr Gesundheit und Wohlbefinden - Prof. Dr. Nurdin Thielemann & Christin Rose
- Gesundheit und KiTa – sicheres Aufwachsen bedeutet diskriminierungssensible Begleitung und Räume – Katrin Pausch
- "Liebe lässt Gehirne wachsen“ – Ein Plädoyer für bindungsorientierte Pädagogik - Corinna Scherwath
- Kleine Kinder und Bildschirmmedien – was jeder wissen sollte - Dr.in Claudia Haupt
- Medienbildung in der Kita mit WebbyVersum – Katy Gillner
- Partizipation und Gesundheit in Kindertageseinrichtungen – Benjamin Ollendorf und Henriette Prössel
- Gesundheit von pädagogischen Fachkräften in Kitas stärken - Prof.in Dr.in Anja Voss
- Gesundheit der Leitungskräfte - Prof.in em. Dr.in Petra Strehmel
- Wohlbefinden in der Kita – welchen Beitrag leistet Fachberatung? - Simone Wahl
- Gesundheitsförderliche Rahmenbedingungen und strukturelle Maßnahmen in Träger, System und Politik - Prof.in Dr.in Elena Sterdt
- Betriebliche Gesundheitsförderung in Kitas – Standards, Instrumente und Umsetzung nach DGUV/BGW - Diana Sitza
15:15 Vorträge: Fördermöglichkeiten für Gesundheitsprojekte im Setting Kita - Madlen Gelfert, Techniker Krankenkasse, Expertin Nichtbetriebliches Setting
Kindertagesstätten sind zentrale Orte für die Gesundheit von Kindern, Familien und dem pädagogischen Team. Die Techniker Krankenkasse bietet maßgeschneiderte Förderprogramme und bewährte Konzepte, die Kitas und deren Träger dabei unterstützen, gesundheitsfördernde Maßnahmen nachhaltig zu realisieren. Denn die Gesundheit von allen agierenden Personen, die in der Lebenswelt Kita aktiv sind, stehen dabei im Fokus. So kann zum Beispiel die psychosoziale Gesundheit der Kinder gestärkt, den besonderen Arbeitsbelastungen der Erziehenden positiv entgegengewirkt oder die Rolle der Eltern als Vorbild in Sachen Gesundheit gefestigt werden. Wir geben Ihnen einen kurzen Überblick, welche Fördermöglichkeiten der Lebenswelt Kita offenstehen, welche Rahmenbedingungen dafür gelten und wie Sie diese nutzen können. Ergänzt wird dies durch die Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung der Landesvereinigung für Gesundheit Sachsen-Anhalt. Für Nachfragen steht hier Melanie Kahl von der LVG zur Verfügung.
15:45 Abschluss und Ausblick
Maria Gies - Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung (HAG)
Prof. Dr.in Petra Strehmel – Bundesarbeitsgemeinschaft Bildung und Erziehung in der Kindheit & Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg
16:30 Ende
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Informationen zu den Fachforen:
1. Das Eltern-Programm „Schatzsuche" als Beitrag zur Resilienzförderung – Sandra Richter
"Schatzsuche-Basis" ist ein Eltern-Programm für Kindertagesstätten, entwickelt von der Hamburgischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V. (HAG). Das Programm richtet sich an alle, die die seelische Gesundheit von Kindern praxisnah stärken und die Zusammenarbeit mit Familien vertiefen möchten. Es basiert auf einem ressourcenorientierten Ansatz, mit dem es die Aufmerksamkeit auf die Stärken und Schutzfaktoren der Kinder richtet. Seit Herbst 2024 wird „Schatzsuche" auch in Sachsen-Anhalt umgesetzt: Pädagogische Fachkräfte qualifizieren sich in sechs Weiterbildungstagen zu Schatzsuche-Referent:innen und setzen das Programm anschließend in ihren Einrichtungen um. „Unsere erste Schatzsuche-Gruppe bestand aus 8 Elternteilen – und es hat so viel verändert. Für sie selbst und ihre Kinder, aber auch für uns: Wir sind viel näher zusammengerückt, vertrauter geworden – etwas, das wir uns schon lange gewünscht hatten."(Schatzsuche-Referentin) Im Workshop erhalten Sie Einblicke in Grundlagen, Methodik, Materialien und Umsetzung des Programms. Raum für Ihre Fragen rundet das Angebot ab.
Sandra Richter: Ist seit 2025 die Landeskoordinatorin des Eltern-Programms „Schatzsuche" in Sachsen-Anhalt, gelernte Kindheitspädagogin, war langjährig beim Kinderwelten e.V. aktiv und ist freie Referentin für Demokratiebildung und Adultismus.
2. Kita-Sozialarbeit und die Öffnung der Kitas - Ein ganzer Sozialraum für mehr Gesundheit und Wohlbefinden - Prof. Dr. Nurdin Thielemann & Christin Rose
Im Fachforum wird aufgezeigt, wie Kita-Sozialarbeit zur Gesundheitsförderung beiträgt und nachhaltige, gesundheitsförderliche Strukturen für Kinder, Eltern und Fachkräfte entstehen lässt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Netzwerkarbeit durch Kita-Sozialarbeit in einzelne Sektoren zerlegt und anschließend praktisch zusammengeführt werden kann. Der Workshop verbindet theoretische Rahmung und praktische Umsetzung – und umgekehrt: die praktische Umsetzung im theoretischen Rahmen. Gemeinsam sprechen wir über gelingendes Schnittstellenmanagement: Was fördert und hemmt eine zielführende Netzwerkarbeit, und welche Institutionen sowie Netzwerkpartner*innen bringen uns auf dem Weg zur gesünderen Kita einen Schritt weiter? Im Rahmen einer methodisch geleiteten Diskussion wollen wir Ihre Erfahrungen und Ansätze zusammentragen, aufbereiten und als „Take-away“ in Form einer Ideensammlung an Sie zurückgeben.
Nurdin Thielemann: Prof. Dr. phil., IU Internationale Hochschule. Arbeitsschwerpunkte: Kita-Sozialarbeit, Sozialpolitik, Mechanismen sozialer Ungleichheit, Theorie-Praxis-Transfer sowie Professions- und Qualitätsentwicklung im Sozial- und Bildungswesen.
Christin Rose: B.A. Angewandte Kindheitswissenschaften, Netzwerk- und Koordinierungsstelle Soziale Arbeit in Kitas des Jugendamtes der Landeshauptstadt Magdeburg.
3. Gesundheit und KiTa – sicheres Aufwachsen bedeutet diskriminierungssensible Begleitung und Räume – Katrin Pausch
Gesundes Aufwachsen ist laut UN-Kinderrechtskonvention ein Recht jedes Kindes, das den Zugang zu gesunder Ernährung, medizinischer Versorgung und einem sicheren Umfeld umfasst. Diskriminierende Erfahrungen beim Aufwachsen, Ausgrenzungen aufgrund von Herkunft, Armut, Behinderung wirken sich negativ auf die Identität der Heranwachsenden aus und beeinträchtigen die psychische Gesundheit sowie die Bildungsteilhabe nachhaltig. Zur Gestaltung eines sicheren Umfeldes in der KiTa gehört aus diskriminierungskritischer und menschenrechtswürdiger Perspektive die Auseinandersetzung mit Rassismus und Diskriminierung. Das Fachforum bietet die Möglichkeit, den Zusammenhang von rassistischen Erfahrungen und psychischer Gesundheit sowie struktureller Diskriminierung und Bildungsteilhabe nachvollziehen zu können. Neben Reflexion und Austauschmöglichkeit wird es Empfehlungen und best-practice-Beispiele geben, um das Thema nachhaltig und strukturell für und mit Kindern, Pädagog*innen, Eltern und Bezugspersonen in KiTa bearbeiten zu können.
Katrin Pausch von ZEOK e.V. ist staatlich anerkannte Sozialpädagogin mit Erfahrungen als Spiel- und Theaterpädagogin an einer Thüringer Sekundarschule, Sprachassistentin für Französisch in einer deutsch-französischen KiTa, KiTa-Erzieherin und KiTa-Leitung, Projektleitung für transkulturelle und interreligiöse Projekte mit Kindern, Eltern und pädagogischen Fach- und Lehrkräften in Sachsen. Bei ZEOK e.V. ist sie Bildungsreferentin zu den Themenschwerpunkten Diversität & Inklusion, diskriminierungs- und rassismuskritische Bildungsarbeit.
4. "Liebe lässt Gehirne wachsen“ – Ein Plädoyer für bindungsorientierte Pädagogik - Corinna Scherwath
In diesem Fachimpuls geht es darum, sich die tiefgreifende Bedeutung früher Bindungserfahrungen für eine stabile Selbstentwicklung von Menschen erneut bewusst zu machen und daraus Haltungen und Handlungsansätze für das Miteinander im pädagogischen Alltag abzuleiten, von denen Kinder langfristig profitieren können.
Corinna Scherwath: Erzieherin, Dipl. Sozialpädagogin, Kinder- Jugendsozialtherapeutin, NLP-Practioner, Erziehungs- und Familienberaterin (bke), Fachberaterin für Psychotraumatologie und Traumapädagogik (zptn) Begründerin und Leitung des Instituts für verstehensorientierte Pädagogik, Fachautorin. Kontakt: www.verstehensorientierte – paedagogik.de.
5. Kleine Kinder und Bildschirmmedien – was jeder wissen sollte - Dr.in Claudia Haupt
Kinder und Jugendliche wachsen in einem medial geprägten Umfeld auf. Längst sind Smartphones, Tablets, Smart Toys und Smart Speaker, Computer und Spielekonsolen fester Bestandteil im Kinderalltag – zuhause, in Kita und Schule und überall im öffentlichen Raum. Wie wirkt sich die Nutzung digitaler Technologien auf die seelische, sozial-emotionale, sprachliche und körperliche Entwicklung unserer Kinder aus? Was bedeutet der passive sowie der aktive Bildschirmmedienkonsum für Babies und Kleinkinder und was steckt hinter neuen Begrifflichkeiten wie „Phubbing“, Technoferenz“ und „Absent Presence“? Der Workshop soll anhand vieler anschaulicher Praxisbeispiele die aktuellen Empfehlungen der Fachgesellschaften herleiten und erläutern.
Dr.in Claudia Haupt: Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Landesverbandsvorsitzende des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzt*innen Hamburg (BVKJ e.V.), 1. Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft für Prävention im Kindes- und Jugendalter (LPKJ e.V. https://lpkj.de/ ), Vorstandsmitglied von „Chancenreich aufwachsen e.V.“, Podcast „Die KinderDocs“;
6. Medienbildung in der Kita mit WebbyVersum – Katy Gillner
Kinder kommen immer früher mit digitalen Medien in Kontakt. Dabei können digitale Angebote die physische und psychische Gesundheit sowohl fördern als auch gefährden. Um diesen Herausforderungen frühzeitig zu begegnen, hat die Techniker gemeinsam mit der Universität Greifswald das Fortbildungsprogramm „WebbyVersum“ entwickelt. Im Workshop zeigen wir, wie Kinder kompetent beim gesunden Aufwachsen in einer digitalen Welt begleitet werden können. Die Teilnehmenden erhalten Einblicke in das wissenschaftlich entwickelte Konzept „WebbyVersum“ und lernen praxisnahe Methoden kennen, mit denen Medienbildung spielerisch, altersgerecht und nachhaltig in den Kita-Alltag integriert werden kann. Im Fokus stehen erfolgreich erprobte Materialien, Beispiele aus der Praxis sowie Ansätze zur Zusammenarbeit mit Eltern. Ziel von WebbyVersum ist es, pädagogische Fachkräfte zu befähigen, die Chancen digitaler Medien zu nutzen, Risiken frühzeitig zu erkennen und Medienkompetenz als zentrale Zukunftskompetenz von Anfang an zu stärken.
Katy Gillner studierte in Leipzig und arbeitet seit rund 15 Jahren als Medienpädagogin. Aus der Umsetzung zahlreicher Projekte bringt sie vielfältige Erfahrungen in der Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie mit pädagogischen Fachkräften, Eltern und Senior:innen mit. Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt heute in der Schnittstelle von Medienbildung und Gesundheitsförderung.
7. Partizipation und Gesundheit in Kindertageseinrichtungen – Benjamin Ollendorf und Henriette Prössel
Partizipation ist ein zentraler Qualitätsfaktor in der pädagogischen Arbeit von Kindertageseinrichtungen – und zugleich ein bedeutender Einflussfaktor auf die Gesundheit aller Beteiligten. In diesem Workshop wird der Zusammenhang zwischen Mitbestimmung, Selbstwirksamkeit und Wohlbefinden von Kindern sowie pädagogischen Fachkräften in den Fokus genommen. Die Teilnehmenden erhalten einen Überblick darüber, wie partizipative Strukturen im Kita-Alltag gestaltet werden können und welche positiven Effekte diese auf Motivation, Arbeitszufriedenheit und psychische Gesundheit haben. Dabei wird auch beleuchtet, inwiefern fehlende Beteiligungsmöglichkeiten zu Belastungen und Stress beitragen können. Der Schwerpunkt liegt auf der praktischen Umsetzung: Wie kann Partizipation konkret gelebt werden?
Benjamin Ollendorf leitet den KinderStärken e.V. – Institut an der Hochschule Magdeburg-Stendal und ist seit 2009 in den Themen Kinderrechte und Beteiligung aktiv. Henriette Prössel ist Gesundheitswissenschaftlerin und Projektkoordination des Projektes "Klimagesundheit in Kitas"" an der Hochschule Magdeburg-Stendal.
8. Gesundheit von pädagogischen Fachkräften in Kitas stärken - Prof.in Dr.in Anja Voss
Die Arbeit in Kindertageseinrichtungen ist sinnstiftend und gesellschaftlich hoch relevant – gleichzeitig stellt sie pädagogische Fachkräfte vor besondere gesundheitliche Herausforderungen. Dieser Workshop nimmt die spezifischen Arbeitsbedingungen in Kitas in den Blick und analysiert deren Auswirkungen auf die physische und psychische Gesundheit der Beschäftigten. Ausgehend von aktuellen Erkenntnissen zum Gesundheitszustand pädagogischer Fachkräfte werden typische arbeitsbezogene Belastungsfaktoren wie Lärm, Zeitdruck und emotionale Anforderungen vorgestellt. Darüber hinaus werden konkrete Maßnahmen zur Reduktion typischer Gesundheitsrisiken in der Kita vorgestellt. Auch der Gesundheitsschutz spezifischer Risikogruppen, wie älterer Mitarbeiter:innen, wird thematisiert. Abschließend werden Ansätze aufgezeigt, die dazu beitragen, Arbeitsbedingungen nachhaltig gesundheitsfördernd zu gestalten. Ziel des Workshops ist es, den Teilnehmenden fundiertes Wissen sowie umsetzbare Handlungsmöglichkeiten für ihren Kita-Alltag an die Hand zu geben.
Prof.in Dr.in Anja Voss ist Professorin an der Alice Salomon Hochschule Berlin mit dem Schwerpunkt Gesundheitsförderung, insbesondere im Kontext von Arbeits- und Organisationsgesundheit in Institutionen der frühen Bildung. Ihre Forschung und Lehre fokussieren sich auf gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen sowie auf Strategien zur Stärkung der psychischen und physischen Gesundheit in sozialen und pädagogischen Berufen. Sie verfügt über umfangreiche Erfahrung in der praxisnahen Entwicklung und Begleitung von Gesundheitskonzepten, insbesondere im Bereich der frühkindlichen Bildung.
9. Gesundheit der Leitungskräfte - Prof.in em. Dr.in Petra Strehmel
Leitungskräfte haben eine Schlüsselposition in Kindertageseinrichtungen. Sie sind – in Absprache mit dem Träger – verantwortlich für alle Prozesse in der Kita und gestalten ihre Einrichtung zusammen mit dem Team. Sie stehen in Kontakt mit vielen einzelnen Menschen, Gruppen und Institutionen innerhalb und außerhalb der Kita und sind herausgefordert, die vielen verschiedenen Erwartungen miteinander in Einklang zu bringen. Wie sie diese Aufgaben bewältigen, hat Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden aller Beteiligten in der Kita. Träger sind als Arbeitgeber verantwortlich für die Gesundheit aller Beschäftigten, so auch für die der Leitungskräfte. Durch Rahmenbedingungen, Unterstützungsangebote und einen wertschätzenden Führungsstil können sie dazu beitragen, dass Kita-Leitungen ihre komplexen Aufgaben mit Freude und Kompetenz bewältigen und sich dabei professionell weiter entwickeln können. In dem Workshop werden gesundheitsförderliche Führungsstrategien, Unterstützungsmöglichkeiten für Leitungskräfte sowie Fragen der organisationalen Resilienz diskutiert.
Prof.in em. Dr.in Petra Strehmel: Psychologin und Erziehungswissenschaftlerin, Professur für Arbeits- und Organisationspsychologie an der HAW Hamburg, Forschung über Leitung, Management und Governance im System der Kindertagesbetreuung; Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Bildung und Erziehung in der Kindheit e.V.;
10. Wohlbefinden in der Kita – welchen Beitrag leistet Fachberatung? - Simone Wahl
In der Kita laufen die Fäden für das Wohlbefinden aus den verschiedenen Perspektiven zusammen: Kind, pädagogische Fachkraft, Kita-Team, Kita-Leitung, Eltern und Träger. KiTa sollte der Ort mit einer guten Team-, Leitungs- und Organisationskultur sein, in der gesundheitsförderliche Strukturen und Alltagsroutinen ihren Platz finden. Wie kann Fachberatung diese Prozesse unterstützen und sogar ein Faktor für Resilienz und Wohlbefinden für die Zielgruppen sein? Diesen und anderen Fragen gehen wir im Workshop nach.
Simone Wahl: Freiberufliche und ehemalige Fachberatung im Bundes – und Landesprogramm Sprach-Kita in Berlin. Ausgebildete Mediatorin und Multiplikatorin für den Kinderperspektivenansatz, Sprecherin der AG Fachberatung der BAG-BEK e.V. und Vorstandsmitglied der LAG Kita-Fachberatung Berlin.
10. Gesundheitsförderliche Rahmenbedingungen und strukturelle Maßnahmen in Träger, System und Politik - Prof.in Dr.in Elena Sterdt
Auch wenn Gesundheitsförderung nicht immer explizit auf ihrer Agenda steht, sind Kitas zentrale Akteure der Gesundheitsförderung. Sie stellen bereits sehr früh wichtige Weichen für eine gute körperliche und psychische Gesundheit von Kindern. In den vergangenen Jahren hat die Bedeutung von Prävention und Gesundheitsförderung in Kitas auch durch verschiedene gesetzliche und strukturelle Entwicklungen zunehmend an Aufmerksamkeit gewonnen. Der Workshop beleuchtet die Rahmenbedingungen und Ressourcen, die Kitas für Prävention und Gesundheitsförderung zur Verfügung stehen. Darüber hinaus wird diskutiert, wie gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen und eine entsprechende Ausstattung in Kitas gestärkt werden können. Ein weiterer Fokus liegt auf politische Maßnahmen und strukturelle Veränderungen, die dazu beitragen können, Arbeitsbelastungen zu reduzieren und Qualität zu sichern. Abschließend wird der Blick auf die kommunale Ebene gerichtet: Welche Akteure und Strukturen tragen zu einem gesunden Aufwachsen bei und wie können diese zusammenwirken?
Prof.in Dr.in Elena Sterdt: Gesundheitswissenschaftlerin/Public Health, Vertretung der Professur Gesundheitswissenschaften an der Hochschule Magdeburg-Stendal, Forschung über lebensweltbezogene Gesundheitsförderung in den Settings Kita, Schule und Kommune und Co-Sprecherin der AG Kinder-, Jugend und Familiengesundheit der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention;
12. Betriebliche Gesundheitsförderung in Kitas – Standards, Instrumente und Umsetzung nach DGUV/BGW - Diana Sitza
Ob hohe Belastung, steigender Krankenstand oder veränderte personelle Rahmenbedingungen – die Herausforderungen in Kitas sind bekannt. Doch wie wird betriebliche Gesundheitsförderung strukturiert, verbindlich und nachhaltig umgesetzt? Der Workshop gibt einen praxisnahen Überblick über gesetzliche Grundlagen, Qualitätsstandards und zentrale Instrumente der betrieblichen Gesundheitsförderung nach DGUV und BGW. Dabei wird deutlich: Gesundheitsförderung ist kein „Obstkorb-Prinzip“, sondern ein partizipativer Organisationsentwicklungsprozess. Anhand eines Fallbeispiels wird deutlich, welche Schritte für eine systematische Umsetzung erforderlich sind und welche Rolle Leitung, Träger und Mitarbeitende dabei übernehmen. Ziel ist es, Klarheit über Zuständigkeiten, Verfahren und strukturelle Voraussetzungen zu gewinnen.
Diana Sitza: Geschäftsbereich Prävention, Fachberaterin BGM Unfallkasse Sachsen-Anhalt, Käsperstraße 31 39261 Zerbst/Anhalt