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Urban Transformations 02:

Die kreative Klasse und die Krise der Stadt

Richard Florida im Gespräch mit Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou

Donnerstag, 06.06.2019 um 19:00 Uhr

Platinum Vienna im UNIQA Tower, Untere Donaustrasse 21,1020 Wien

​​​​​​​Eine Veranstaltung der Stadt Wien, Geschäftsgruppe Stadtentwicklung, Verkehr, Klimaschutz, Energieplanung und BürgerInnenbeteiligung


Kaum ein Konzept hatte einen derartigen Effekt auf die Diskussion über erfolgreiche Städte wie Richard Floridas Theorie der „creative class“: Städte, so die Kernaussage, sind gut beraten, in Technologie, Talent und Toleranz zu investieren. Damit schaffen sie ein Umfeld, das Kreative anzieht – nicht nur im Bereich von Kunst und Design, sondern allgemein Menschen, die in Wissensberufen arbeiten. Die Wirtschaft wird folgen, denn Unternehmen siedeln sich dort an, wo sie die größte Auswahl an kompetenten Arbeitskräften vorfinden und nicht umgekehrt.

Knapp zwei Jahrzehnte später zieht Richard Florida kritisch Bilanz: Gerade die dynamischsten „Superstar-Cities“ mit der erfolgreichsten Kreativwirtschaft sind gleichzeitig Epizentren der sozialen Ungleichheit. Ist es am Ende gerade die „kreative Klasse“, die Städte zwar aufwertet, aber auch für wachsende Teile der Bevölkerung unleistbar macht? In seinem Vortrag und im anschließenden Gespräch mit Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou geht Florida Mechanismen von Gentrifzierung und Segregation auf den Grund und skizziert mögliche Wege aus der „neuen Krise der Stadt“.


Geboren 1957 in New Jersey, USA, und geprägt von den städtischen Unruhen der 1960er und 70er Jahre, hat sich Richard Florida der Erforschung und Ergründung urbaner Entwicklungen gewidmet. Nach seinem Studium der Politikwissenschaften am Rutgers College schloss er einen PhD in Urban Planning an der Columbia University ab und unterrichtet seither. In seinem bisher erfolgreichsten Werk „The Rise of the Creative Class” (2002), legte er seine Theorie zur Kreativen Klasse erstmals dar, verfeinerte und vertiefte diese seither regelmäßig in Büchern und Artikeln. In „The New Urban Crisis“ (2017) setzt er sich mit der Kehrseite der Entwicklungen auseinander, welche er 15 Jahre zuvor identifiziert hatte. Richard Florida lebt mit seiner Familie in Toronto und unterrichtet an der Rotman School of Management der Universität Toronto.


Dialogreihe „Urban Transformations“

Städte sind kulturgeschichtlich Kristallisationskerne ökonomischen, politischen und gesellschaftlichen Wandels. Die sich laufend beschleunigenden technologischen Entwicklungen bilden sich in städtischen Gesellschaften, in Stadtökonomien, neuen Geschäftsmodellen und Berufsbildern und letztlich auch in baulichen Strukturen ab. Stadtpolitik und Stadtverwaltung sind gezwungen rasch auf Veränderungen zu reagieren, um das Funktionieren des Mikrokosmos Stadt sicherzustellen, Strategien und Planungen, Infrastrukturen und Services anzupassen und dabei zentrale Grundwerte aufrechtzuerhalten. Die Dialogreihe „Urban Transformations“ erlaubt einen Blick auf die zentralen Entwicklungslinien der jüngeren Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Städte.


Wir weisen darauf hin, dass diese Veranstaltung in englischer Sprache durchgeführt wird.

Die Teilnahme ist kostenlos.


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