Zwischen Haltung und Gegenwind!
Kulturarbeit in veränderten politischen Realitäten.​​​​​​​
Internationale Entwicklungen, erstarkende rechtspopulistische Kräfte, zunehmend verhärtete Debatten: Auch in Deutschland verändert sich das politische Klima. Nicht immer laut oder abrupt – oft schleichend. Eine offene und damit zukunftsfähige Gesellschaft steht an vielen Stellen unter Druck. Und mit ihr jene Orte, an denen gesellschaftliche Vielfalt und kontroverse Perspektiven sichtbar werden: Kunst- und Kulturinstitutionen.
Zwei Wochen nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg lädt die KulturRegion Stuttgart im Rahmen ihres kulturpolitischen Diskursformats Zukunft:Kultur zu einer gemeinsamen Standortbestimmung ein. Wir möchten ins Gespräch kommen und mit zwei Perspektiven aus dem Theater sowie dem Publikum, um gemeinsam zu analysieren: Wo zeigen sich Verschiebungen? Welche Spannungsfelder prägen aktuell die Arbeit von Kulturbetrieben? Wie gehen große Institutionen und die Freie Szene mit politischem Druck und gesellschaftlicher Verhärtung um? Und welche Ideen entstehen daraus für eine offene, demokratische Gesellschaft?
Im Gespräch:
Josephin Bock, Geschäftsführerin des Verbunds Mitte:Ost. Der Verbund Mitte:Ost ist ein grenzübergreifender Zusammenschluss der Landesverbände für die Freien Darstellenden Künste in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und bis 2023 in Brandenburg. Seine Ziele bestehen einerseits darin, sich vielstimmig für die Interessen der Akteur*innen in der Region Mitte:Ost einzusetzen, deren Vernetzung und Austausch länderübergreifend zu befördern, Synergien zu erkunden und einen solidarischen Zusammenschluss zu erzeugen.​​​​​​​
Simone Theilacker-Wolter, Direktorin Künstlerische Produktion und stellvertretende Intendantin der Staatsoper Stuttgart, gestaltet die organisatorischen und strategischen Rahmenbedingungen des international renommierten Opernhauses. Die Staatsoper Stuttgart steht exemplarisch für die Herausforderungen großer Kulturinstitutionen – zwischen künstlerischer Freiheit, öffentlicher Aufmerksamkeit und gesellschaftlicher Verantwortung. Nicht zuletzt im Kontext der öffentlichen Debatten und Proteste um die Inszenierung SANCTA von Florentina Holzinger.
Moderiert wird der Abend von Kultur- und Kreativpilotin Jennifer Reaves. Sie bringt als ehemalige Geschäftsführerin der Designmesse blickfang, Content Creatorin und Festivalmacherin (BitchFest Stuttgart,) nicht nur die Perspektive aus der Kreativwirtschaft und unabhängiger Kulturproduktion ein, sondern hat auch einen klaren Blick für Gegenwartskultur, Öffentlichkeit und neue Narrative.
Der Abend versteht sich ausdrücklich als Einladung zum Mitdenken und Mitreden – und richtet sich an alle, die Verantwortung übernehmen möchten für eine zukunftsfähige, vielfältige und demokratisch verankerte sowie respektvolle Gesellschaft.
Wir freuen uns im Anschluss auf Musik und Schabernack von Künstlerin Kim Hoss.