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3. Netzwerktreffen des BayWISS Verbundkollegs "Life Sciences und Grüne Technologien"


zum Thema BIOÖKONOMIE

Das Wissenschaftsjahr 2021/21 steht unter dem Motto „Bioökonomie – der Schlüssel zu nachhaltiger Entwicklung“ (https://www.wissenschaftsjahr.de/2020-21/).
Gerade im Hinblick auf den fortschreitenden Klimawandel und den starken Handlungsbedarf für den Klimaschutz kommt einer nachhaltigen Nutzung nachwachsender Rohstoffe immer mehr Bedeutung zu. 
Auf unserer Veranstaltung werden Vertreter*innen unserer Mitgliedshochschulen Einblicke in aktuelle Forschungsaktivitäten im Bereich der Bioökonomie bieten und Beiträge unserer Promovierenden und interaktive Workshops werden Impulse für innovative Ideen und Diskussionen liefern. Der Keynote-Talk (Abstract unten) wird den Beitrag der Holzverwendung für Klimaschutz und Ressourceneffizienz beleuchten.
Neben den Themen Bioökonomie und Klimaschutz wollen wir uns auch der Weiterentwicklung der kooperativen Promotion und dem großen Potential guter Promotionsbetreuung und umfassender Unterstützung von Nachwuchswissenschaftler*innen widmen.
Wir freuen uns auf Ihren Beitrag und rege Diskussionen mit dem Ziel gemeinsam zukunftsweisende Entwicklungen in unserem Promotionsverbund zu eruieren und definieren.


update 05.11.2021: Die Veranstaltung findet virtuell als Zoom-Videokonferenz statt!



Programm für den 12. November 2021:

ab 12:30 Uhr: Registrierung und Empfang

13:00 Uhr: Begrüßung Prof. Dr. Andreas Grzemba (VP Forschung TH Deggendorf)

13:10 Uhr: Begrüßung Sprecher Verbundkolleg

13:20 Uhr: Vorstellung aktueller Forschungsaktivitäten ausgewählter Mitgliedshochschulen im Bereich Bioökonomie & Nachhaltiges Wirtschaften

  • Prof. Dr. Kristina Wanieck, TH Deggendorf: Nachhaltigkeit in Produktion und Konsum
  • Dr. Maria Vrachioli, TU München: BioMonitor - a modelling framework for bioeconomy and its economic, environmental and social impacts in the EU and its Member States
  • Prof. Dr. Klaus Menrad, HSWT: Reduktion von Kunststoffverpackungen
  • Prof. Dr. Christine Schmitt, Universität Passau: Schutz und nachhaltige Nutzung von Biodiversität und natürlicher Ressourcen
  • Prof. Dr. Karl-Heinz Pettinger, HAW Landshut: Nachhaltige Energiesysteme

14:45 Uhr: Pause

15:15 Uhr: Vorstellung ausgewählter Promotionsprojekte des Kollegs

  • Robin Renoth (HNU): Hochtemperatur-Geothermie in Deutschland bis 2050 - Eine soziologische Betrachtung zur Wahrnehmung des Potenzials und der Risiken der Hochtemperatur-Geothermie als erfolgversprechende Stromgewinnungsmethode bis in das Jahr 2050
  • Julia Straub (HAW Landshut): Entwicklung eines Nachhaltigkeitsbewertungssystems für Kläranlagen und dem nachgeschalteten Klärschlammverwertungspfad am Beispiel der bayerisch-tschechischen Grenzregion
  • Verena Styrnik (HSWT): Nachhaltige Almwirtschaft im Klimawandel

16:00 Uhr: parallele Workshops

  • WS1: Weiterentwicklung des BayWISS-Verbundkollegs - Impulse aus dem Evaluationsbericht - Prof. Dr. Jörg Ewald, HSWT
  • WS2: Strukturierte Begleitung der Promovierenden - wie kann die Qualifizierung im Verbund aussehen? - Dr. Kristin Seffer, TH Deggendorf
  • WS3: Soziale Medien - Wirkungsvolle Kanäle der Wissenschaftskommunikation? - Dr. Larissa Drescher, HSWT 
    • Innerhalb kürzester Zeit hat die Covid-19 Pandemie zu einem Aufschwung der Wissenschaftskommunikation auf Sozialen Medien geführt. Der Workshop reflektiert für interessierte Forschende, welche Lehren sich hieraus ergeben und bietet Anregungen für die Umsetzung: welche Plattform eignet sich und wie können Ergebnisse am besten vermittelt werden?

16:45 Uhr: Pause

17:00 Uhr: Präsentation der Workshopergebnisse im Plenum

17:30 Uhr: Keynote - Veronika Auer, Zentrum für biobasierte Materialien TH Rosenheim: Das Dreigespann „Bioökonomie I Holz I Klimaschutz“

18:15 Uhr: Abschluss und kulinarischer Ausklang mit Networking Möglichkeit

19:00 Uhr: Ende der Veranstaltung


Keynote Abstract: Das Dreigespann „Bioökonomie I Holz I Klimaschutz“, Veronika Auer, Zentrum für biobasierte Materialien TH Rosenheim

Ausgangspunkt der Bioökonomie stellt die nachhaltige Nutzung nachwachsender Rohstoffe dar. Der Rohstoff Holz zählt dabei zu den wichtigsten und auch vielseitigsten Rohstoffen. Die Transformation der erdölbasierten Wirtschaft hin zur Bioökonomie—gestärkt von verschiedenen politischen Strategien (z.B. Klimaschutzplan 2050, Waldstrategie 2020, Bioökonomiestrategie, Nachhaltigkeitsstrategie)—rückt Holz als den Roh- und Werkstoff der Zukunft in den Fokus. Holz kann der Ausgangsrohstoff für viele Halbzeuge und Produkte sein. Als langfristiger Kohlenstoffspeicher und als wesentlicher Beitrag zum klimaneutralen Gebäude erfahren Holzbauprodukte eine weltweiten Nachfrageboom. Die Nachfrage nach Schnittholz überstieg im Frühjahr/Sommer 2021 bereits das Angebot. Biobasierte Produkte, insbesondere Holzprodukte, sind gefragt. Sie werden in Zukunft zunehmen. Damit kann der Druck auf die Wälder und die forstliche Produktion steigen.

Alternative Holzsortimente scheinen dahingegen selten stofflich genutzt zu werden. Schadholz (insb. Käferholz), das aufgrund der zunehmenden Kalamitäten vorhanden ist, erfährt ein sehr geringes Interesse. Laubholz ist aufgrund des seit längerem stattfindenden klimabedingten Waldumbaus in Deutschland vorhanden. Jedoch wird gut die Hälfte der frischen Faser direkt zur Energieerzeugung genutzt. Die bereitstellbare Menge an Laubholz wird in Zukunft zunehmen. Die Kreislaufführung von Holzprodukten lässt Raum für Optimierung, da der Hauptstrom des Altholzes energetisch verwertet wird. So erfährt Altholz in Deutschland hauptsächlich und fast ausschließlich in Spanplatten ein Re- oder Downcycling.

Dies führt zu einer komplexen und paradoxen Situation: der wohl wichtigste, nachwachsende Rohstoff der Bioökonomie scheint für bestimmte Sortimente knapp zu werden. Gleichzeitig sind alternative Holzressourcen verfügbar, werden jedoch unterhalb ihrer Möglichkeiten genutzt. Die Erörterung des Dreigespanns „Bioökonomie I Holz I Klimaschutz“ aus verschiedenen Blickrichtungen reduziert die Komplexität der Situation. Dabei werden Zielkonflikte herausgearbeitet, zu denen es „die optimale“ Lösung für alle Interessensgruppen nicht gibt und vielleicht auch nicht geben wird. Das Fazit beschreibt den Handlungsbedarf auf dem Weg hin zu einer Forst- und Holzwirtschaft mit stabilen Versorgungkreisläufen, den Beitrag der Forst- und Holzwirtschaft zur Stärkung der holzbasierten Bioökonomie und zum Klimaschutz.


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