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Sonntag, 14. Juni 2026

Carl-Tour 26

Mit Karl Drais' Erfindung auf Carl Theodors Straße.

Eine Radfahrt als Zeitreise entlang der Regentschaft von Kurfürst Carl Theodor – mit über 50 Jahren der längsten in der 300-jährigen Geschichte des Fürstentums Pfalz-Neuburg. 

Carl Theodor (1725-1799) regierte anfangs von Mannheim aus, dann von München, war aber immer wieder auch in Neuburg. Er hinterlies einige Spuren im Stadtbild und der Umgebung. Als früher Denkmalschützer und Anbahner des Individualverkehrs wird er auf der Carl-Tour vorgestellt.

Ohne die Kenntnis von Carl-Theodors Phaeton (ein Gartenwagen ohne Pferd von 1765), wäre Karl Drais wohl nicht auf den Weg zur Erfindung des Laufrads gekommen.

Drais erste öffentliche Fahrt mit der Laufmaschine 1817 läßt sich erstaunlich authentisch auf unsere Route übertragen.

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Programm 
am Sonntag, 14. Juni 2026 

(Wettervorhersage: sonnig bis 23 Grad)


9.30 Uhr Auftakt am Karlsplatz (A16, Lorihaus) 86633 Neuburg. Begrüßung und Ausblick auf die Route.

Station 1 – 9.30

Erläuterung zur Alten Kaserne, erbaut von Carl Theodor und nicht auf der Strecke gelegen. 

Anlage des Karlsplatz unter Carl Theodor als damaligem Paradeplatz nach Mannheimer Vorbild. 

Gedenktafel an den von Carl Theodor nach Neuburg verbannten Johann Georg von Lori. Er verbrachte seine letzten 10 Jahre im Haus Karlsplatz A16. 

Das Wappen von Carl Theodors Nachfolger dem späteren König Max I. Joseph an der Hofkirchenfassade.
Er begann mit der Besiedlung des Donaumoos durch Pfälzer.

Station 2 – 10.00

RENOVAT – die Grotten im Residenzschloss. 

Carl Theodor als Denkmalpfleger und Retter der Grotten von 1667. Mit Überraschungsgästen.

Station 3 – 10.30

Das Allianzwappen am Unteren Tor angebracht anläßlich des Besuchs von Carl Theodor im Jahr 1752.

Station 4 – 10.45

Eingang zum sog. Englischen Garten (Schlosspark Schwetzingen als Vorläufer) am Donauknie. 
Hier kommt Karl Drais ins Spiel.

Leopoldineninsel – benannt nach Carl Theodors zweiter Frau Leopoldine – heute ein Vorbild für selbstbewußte Unternehmerinnen.

Station 5 – 11.00

Beginn des Fürstenwegs / Grünauer Straße nach Trockenlegung der Donauseitenarme. Bedeutung der geraden Straßenführung.

Station 6 – 11.15

Englischer Garten, Gartenkunst von Schwetzingen nach Bayern.

Station 7 – 11.30

Geplante Kreuzung der zweiten Donaubrücke unter ästhetischen Gesichtspunkten betrachtet.

Station 8 – 11.45

Kreisverkehr vor Jagschloss Grünau unterbricht die Gerade.

Station 9 – 12.00

Sprechende Gedenktafel an Schloss Grünau anlässlich der Rettung durch Carl Theodor.

Station 10 – 12.15

Besuch bei der Künstlerin Ute Patel-Mißfeldt im Schlosshof Grünau.

Jagdmusik des Bläseroktetts "Kleine Harmonie" auf Originalinstrumenten um 1800.

Station 11 – 13.00

Allee mit wassergebundener Straße zum Gut Rohrenfeld. 

Zeller Kanal als Beispiel eines Entwässerungskanals im Donaumoos, einem Projekt, das von Carl Theodor angestoßen wurde.

Station 12 – 13.30

Barocker Gutshof der Wittelsbacher, erneuert auf Initiative von Carl Theodor.
Verkauf von Wagyu-Rind Fleisch- und Wurstwaren.

Station 13 und Ziel – 14.00

Feldkegelbahn aus dem 19. Jahrhundert. 
Essen und Trinken, Picknick mit mitgebrachten Speisen und Decke möglich.
Wer sich barock oder biedermeierlich kleiden möchte…


Barocke Modenschau mit Tänzen aus dem Früh- und Spätbarock.

Seeterrasse Harmoniemusik um 1800

Kegelbahn Anleitung und hist. Einführung


Teilnahme

Die Strecke führt 7km gradaus und eignet sich für alle Fahrräder (besonders für Tandems). 
Historische Fahrräder sind herzlich willkommen.

Die Teilnehmer sind für Ihre Fahrräder und Fahrverhalten selbst verantwortlich.

Toiletten Residenzschloss Neuburg / Jagdschloss Grünau / Gutshof Rohrenfeld (Stationen 2 / 9 / 13)

Bahnanschluss

Start: Bahnhof Neuburg a.d. Donau. 15 min Fußweg zum Karlsplatz
Ziel: Bahnhof Rohrenfeld. 15 min Fußweg zur Kegelbahn.

Die Veranstaltung findet nur bei schönem Wetter statt.

Radverleih

https://fahrrad-ruf.de/fahrradverleih-neuburg/

Wir bitten um Anmeldung zur Essens- und Getränkeplanung.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Spenden sind erwünscht.


Mitwirkende

Benedikt Habermayr, Roland OpschondekChrista Söllner, Armin Steger, Margit Vonhof-Habermayr (Neuburger Stadtführer), Markus Nadler (Hist. Verein Neuburg), Ute Patel-Mißfeldt, Gerd Faude (Keglerverein Neuburg), Annemarie Schmidt und die Barock-Tanzgruppe des Historischen Vereins Höchstädt, Franz Zäch und das Bläseroktett "Kleine Harmonie".


Hintergrundinformation

Am 12. Juni 1817 (vor 209 Jahren) fuhr der Forstmeister Karl von Drais (das "von" legte er später ab) mit seiner neuesten Erfindung, der "Laufmaschine" vom Mannheimer Schloss durch unbewohntes Gebiet nach der 14 Kilometer entfernten Sommerresidenz Schwetzingen – beides Schlösser, die von mehreren Pfalz-Neuburger Fürsten bewohnt worden waren. Auf halber Strecke, an der Pferdewechsel- oder Relais-Station wendet er und fährt zum Ausgangspunkt zurück. Für die 14km Gesamtstrecke benötigt er eine gute Stunde. Die Straße die er nutzt ist die beste weit und breit: der von Carl Theodor um 1750 angelegte Fürstenweg, eine moderne Kunststraße mit Alleebäumen.

Bereits 1813 hatte Drais einen "Wagen ohne Pferde" zum Patent anmelden wollen. Die Prüfer erinnerten sich aber, dass Carl Theodor bereits 50 Jahre vorher sich einen von einem Lakaien angetriebenen Wagen aus England hatte kommen lassen und sprachen Drais (der nur den Antrieb verändert hatte) die Eigenständigkeit des Entwurfs ab. 

Seinen Wagen mit Tretkurbelantrieb stellt Drais 1814 den europäischen Fürsten auf dem Wiener Kongress vor – ohne Erfolg. Der Transport von Mannheim erfolgte wahrscheinlich ab Ulm auf der Donau. Es kann durchaus sein, dass Drais an Neuburg vorbeigefahren ist – allerdings auf der "Ulmer Schachtel".

Drais war damals in Schwetzingen im Schlossgarten tätig und hatte sich bisher nicht für den Landverkehr interessiert. Der damals bereits seit 14 Jahren verstorbene Carl Theodor und sein Gartenwagen wirkte als Initialzündung zur Erfindung der Laufmaschine.

Sie entsteht in den Folgejahren aus der "Halbierung" des "Wagens ohne Pferde". Noch bevor der Massenverkehr ab 1835 mit der ersten Eisenbahn in Deutschland einsetzt, beginnt mit Drais und dem Kurfürsten der Individualverkehr. Beides bis heute nebeneinander existierende Verkehrsformen.

Unsere Strecke ist ziemlich identisch mit der historischen Strecke Mannheim – Schwetzingen, die Karl Drais 1817 gefahren ist. Unsere Grünauer-Straße entstand ebenfalls in der Zeit Churfürst Carl Theodors um 1750. 

Die Originalstrecke liegt zwar 250 Kilometer entfernt an Rhein und Neckar, aber eine Übertragung an die Donau gelingt verblüffend gut.
Mannheim – Schwetzingen entspricht mit 14 Kilometern der Strecke Neuburg – Neuschwetzingen. 
Die 7 Kilometer zur Relaisstation im heutigen Mannheimer Stadtteil Rheinau entsprechen der Entfernung 
Neuburg – Grünau. 



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