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„Jugend stärken – Demokratie verteidigen.(Rechts-)Extremismus bei Jugendlichen erkennen und verhindern“
Wie können wir junge Menschen stärken und demokratische Haltungen fördern? Wie lässt sich (Rechts-)Extremismus bei Jugendlichen frühzeitig erkennen und was können Schulen, Jugendarbeit, Zivilgesellschaft und Politik präventiv dagegen tun?
Diesen Fragen widmet sich unsere Demokratiekonferenz am 8. Mai von 9:00 bis 17:00 Uhr im Kreativpark Lokhalle.
Eingeladen sind Fachkräfte aus Schule, Jugendhilfe und Sozialer Arbeit, Engagierte aus Vereinen und Initiativen, Studierende, politische Akteur*innen sowie alle Interessierten, die sich mit den Herausforderungen demokratischer Bildung und Extremismusprävention auseinandersetzen möchten.
Die Konferenz bietet ein vielfältiges Programm mit einem fachlichen Input zum Erkennen von (Rechts-)Extremismus bei Jugendlichen, einer Diskussionsrunde mit unterschiedlichen Perspektiven aus Praxis, Schule und Wissenschaft sowie vertiefenden Workshops am Nachmittag. Im Mittelpunkt stehen Austausch, Vernetzung und die gemeinsame Frage, wie junge Menschen in ihrem demokratischen Denken und Handeln gestärkt werden können.
Programm
9:00 Uhr: Ankommen und Registrierung
9:15 Uhr: Begrüßung
Laura Spudeit, Amt für Migration und Integration
9:30 Uhr: Fachvortrag - Rechtsextremer Lifestyle und Ästhetik als ein Teil jugendlicher rechtsextremer Lebenswelten
Referent: Stefan Brandstetter, Sozialpädagoge und Lehrbeauftragter an der Katholischen Hochschule Freiburg
Rechtsextremismus zeigt sich nicht nur in politischen Überzeugungen, sondern prägt für Anhänger*innen der rechtsextremen Szene häufig den gesamten Alltag. Dazu gehören Kleidung, Musik, Social-Media-Inhalte, Freizeitaktivitäten, Demonstrationen, Konzerte, Festivals sowie eigene Wohn- und Vernetzungsformen.
Der Fachvortrag gibt einen Einblick in rechtsextreme Lebenswelten und fragt danach, wie sich rechtsextremer Lifestyle im Alltag ausdrückt. Im Mittelpunkt stehen rechte Kleidermarken, Codes, Akronyme, Runen, Emojis, Symbole und Musik sowie deren Bedeutung für Orientierung, Zugehörigkeit, Abgrenzung und Kommunikation innerhalb der Szene. Zudem wird thematisiert, warum solche Ausdrucksformen insbesondere für Jugendliche Anknüpfungspunkte oder Einstiege in rechtsextreme Milieus sein können.
Ziel des Vortrags ist es, rechtsextreme Ästhetiken und Lebenswelten besser erkennen und einordnen zu können. Darüber hinaus werden mögliche Gegenstrategien im pädagogischen und gesellschaftlichen Umgang mit rechtsextremen Lebenswelten diskutiert.
10:45 Uhr: Diskussionsrunde aus der Praxis
Auf dem Podium
Berater*in für Betroffene von rechter Gewalt (Fachstelle Leuchtlinie)
Berater*in zur extremen Rechten und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit (Fachstelle mobirex)
Lisa Busam (Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung)
Moderation: Gregor Lanz
12:00 Uhr: Pause
13:00 Uhr: Vorstellung der Workshops
13.30 Uhr: Workshops
1. Argumentieren gegen rechtsextreme Parolen
Referent: Aufstehen gegen Rassismus
Rechtsextreme und menschenfeindliche Aussagen begegnen uns in vielen Alltagssituationen: am Arbeitsplatz, in der Bahn, auf dem Spielplatz, an der Supermarktkasse oder im privaten Umfeld. Häufig fehlen im entscheidenden Moment die Worte – erst später fallen uns passende Reaktionen ein.
Der Workshop setzt genau an dieser „Schrecksekunde“ an. Gemeinsam werden Strategien erarbeitet und praktisch erprobt, um rechtsextremen Parolen entschieden zu widersprechen, Haltung zu zeigen und solidarische Alternativen sichtbar zu machen. Ziel ist es, Sicherheit im Umgang mit menschenfeindlichen Aussagen zu gewinnen und im eigenen Umfeld demokratische Positionen zu stärken.
2. Neutralität als Einschüchterung – Wer ist schon neutral und muss ich es überhaupt sein?
Referentin: Katharina Klink, Bezirksvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
Pädagog*innen stehen im Alltag immer wieder vor der Frage, wie sie sich gegenüber Rechtsextremismus, Diskriminierung und Angriffen auf demokratische Werte positionieren dürfen und müssen. Dabei werden Begriffe wie Neutralitätspflicht, Mäßigungsgebot oder Beutelsbacher Konsens häufig verunsichernd oder einschüchternd verwendet.
Im Workshop werden rechtliche, pädagogische und praktische Fragen rund um demokratische Haltung im Bildungsbereich aufgegriffen. Gemeinsam wird diskutiert, welche Handlungsspielräume Pädagog*innen haben, wie sie auf Anfeindungen oder Dienstbeschwerden reagieren können und warum der Einsatz für demokratische Schulkultur, wertschätzendes Miteinander und diskriminierungskritische Bildung kein Widerspruch zu professioneller pädagogischer Arbeit ist.
3. Demokratie erleben statt nur reagieren – Extremismusprävention durch demokratische Bildung
Referentin: Lisa Busam, Fachberaterin und Trainerin am Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung
Extremismusprävention wird im pädagogischen Alltag häufig als Reaktion verstanden: Was tun, wenn rechtsextreme Äußerungen fallen? Wie kann angemessen interveniert werden? Dieser Workshop setzt früher an und fragt danach, wie Schule, Unterricht und pädagogische Praxis so gestaltet werden können, dass demokratische Erfahrungen überhaupt möglich werden.
Ausgehend von der Annahme, dass demokratische Haltungen nicht allein durch Belehrung entstehen, sondern durch Beteiligung, Selbstwirksamkeit und gelebte Erfahrung, lädt der Workshop zur Reflexion der eigenen Praxis ein. Ziel ist es, neue Perspektiven für demokratiebildende Lern- und Lebensräume zu entwickeln und präventive Ansätze im pädagogischen Alltag zu stärken.
16:00 Uhr: Gemeinsamer Abschluss, anschließend Raum für Vernetzung und Austausch

Veranstaltungsort
Paul-Ehrlich-Straße 779106 Freiburg im Breisgau
Deutschland
Koordinaten (Lat, Long):
48.014397, 7.844924
Karte anzeigenRoutenplanung
Hinweise
In Freiburg ist das Fahrrad bekanntlich die schönste und oft auch einfachste Art der Fortbewegung. Wenn Sie mit dem Rad anreisen, können Sie dieses direkt vor dem Eingang des Kreativparks Lokhalle abstellen.
Auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Lokhalle gut erreichbar. Je nachdem, aus welcher Richtung Sie kommen, bieten sich insbesondere folgende Haltestellen an: Eugen-Martin-Straße mit etwa 650 Metern Fußweg sowie FWTM / Neuer Messplatz mit etwa 550 Metern Fußweg.
Die hauseigenen Parkmöglichkeiten vor Ort sind leider begrenzt. Auf der Südseite der Halle befindet sich ein Parkplatz mit 14 gekennzeichneten „GRÜNHOF“-Parkplätzen. Bitte beachten Sie die Beschilderung und nutzen Sie ausschließlich diese entsprechend markierten Stellplätze, da fremd genutzte Parkplätze gegebenenfalls abgeschleppt werden. Weitere öffentliche Parkmöglichkeiten befinden sich in den umliegenden Straßen.