Emotions Taking Us Over – warum Rassismuskritik Emotionen braucht
Im Kontext der Arbeit zu Diskriminierung – und insbesondere zu Rassismus – basieren Lernangebote häufig auf einer kognitiv-intellektuellen Ebene: Es geht darum, Wissen zu erweitern, historische Zusammenhänge zu verstehen und strukturelle Mechanismen von Unterdrückung sichtbar zu machen. Dieses Wissen ist zentral und unverzichtbar. Gleichzeitig zeigt meine Arbeit immer wieder, dass Veränderungsprozesse nicht ausschließlich an fehlendem Wissen scheitern, sondern häufig an unserem Umgang mit Emotionen. Was passiert, wenn wir hören, dass unser Verhalten diskriminierend war? Wenn Scham, Abwehr, Wut oder Überforderung auftauchen?
Das Online-Seminar setzt genau hier an. Es verbindet rassismuskritische Perspektiven mit Fragen emotionaler Selbstwahrnehmung und Selbstregulation. Aus einer intersektionalen Perspektive geht es darum zu verstehen, welche Rolle Emotionen in gesellschaftlichen Machtverhältnissen spielen – und warum ein reflektierter Umgang mit eigenen Affekten ein zentraler Bestandteil rassismuskritischer Praxis sein kann. Denn Wissen allein verändert noch nichts; entscheidend ist auch, wie wir mit dem umgehen, was dieses Wissen in uns auslöst.
Biografie:
Josephine Apraku arbeitet als Autor*in, Trainer*in und Coach. Josephines Arbeit beschäftigt sich mit den Schnittstellen von Emotion und System.
Josephine ist Autor*in mehrerer Sach- und Kinderbücher, darunter Kluft und Liebe. In diesem Jahr erscheinen drei weitere Beiträge in Anthologien. Texte von Josephine erschienen unter anderem im Missy Magazine, in der deutschen Vogue und im Tagesspiegel.
Mit Ozan Zakariya Keskinkılıç kuratiert Josephine die Lesereihe ALL YOU CAN READ – eine gemeinsame Arbeit, die regelmäßig am Küchentisch beginnt und dort endet.
Die Teilnahme ist kostenlos. Das Seminar findet über Zoom statt.
Weitere Informationen zum Veranstalter: www.finep.org
Das Online-Seminar findet im Rahmen des Projekts Global Districts statt und wird gefördert durch das Programm für Entwicklungspolitische Bildung und Öffentlichkeitsarbeit (DEAR) der Europäischen Union. Für den Inhalt ist allein finep Akademie verantwortlich; die hier dargestellten Positionen geben nicht den Standpunkt der hier genannten Fördergebenden wieder.