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Die Konferenz richtet sich an deutsche, europäische und internationale Forscher*innen und Praktiker*innen mit Interesse an digitalen Transformationsprozessen und Regionalentwicklung im Bereich Behinderung, psychische Gesundheit und Pflege.


Inhalte

Die EURECO-Konferenz 2021 in Siegen befasst sich mit den Potenzialen und Herausforderungen der Digitalisierung für Menschen mit Behinderungen, psychischen Erkrankungen und/oder Pflegebedürfigkeit, ihre Familien, Gemeinden und die von ihnen genutzten sozialen Dienste. 

In der Mainstream-Gesellschaft ist die Nutzung digitaler Technologie in verschiedenen Formen bereits zu einem vertrauten Teil des täglichen Lebens geworden. In vielen Situationen hilft sie bei der Kommunikation, der Information und der Lösung von alltäglichen Problemen. Die digitale Transformation in der Gesellschaft hat sich in der Zeit der COVID 19-Pandemie beschleunigt, allerdings nicht für alle Menschen geleichermaßen. In Deutschland, wie in vielen europäischen Ländern, haben Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen jedoch oft noch keinen oder nur eingeschränkten Zugang zu digitalen Anwendungen, digitalen Medien oder anderen Formen IKT-basierter Technologien, deren Nutzung im gesellschaftlichen Leben inzwischen zur Routine geworden sind. Es ist zu beobachten, dass sich die europäischen Gesellschaften digital spalten.

Menschen mit Behinderungen, psychischen Problemen und/oder langfristigem Pflegebedarf leben unter Bedingungen hoher sozialer Abhängigkeiten. Es ist offensichtlich, dass in solchen Situationen der Zugang zu IKT-Kommunikation für die Teilhabe an der Gesellschaft noch wichtiger sein kann als für nicht-behinderte Menschen. Zudem schreitet die Entwicklung von unterstützenden Technologien schnell voran. Die Vielfalt der existierenden computergestützten Systeme und Applikationen, die bei den Aktivitäten des täglichen Lebens helfen sowie die Entwicklung individueller Kompetenzen und Fähigkeiten für ein selbstbestimmtes Leben unterstützen können, ist beeindruckend. Auch wenn Technologie nicht in der Lage ist, alle Probleme von Menschen mit Behinderung zu lösen, kann  es personenzentrierte Technologie ermöglichen, die Lebensqualität verbessern. Daher bedarf es intensiver Anstrengungen, um die "digitale Spaltung" zu bekämpfen und Strategien für eine gleichberechtigte digitale Teilhabe für Alle zu entwickeln.

Die digitale Spaltung zu überwinden, ist eine komplexe Herausforderung, da sie viele Ursachen hat, viele Formen annimmt und sich auch zwischen städtischen und ländlichen Gebieten unterscheiden kann. Menschen mit Behinderungen, psychischen Problemen und/oder anhaltender Pflegebedürftigkeit werden oft als "technikfern" angesehen. Dies hat Konsequenzen für die Entwicklung geeigneter Lern- und Aneignungskonzepte für ‚digitale Anfänger*innen‘, erfordert aber auch ein inklusives Design von Geräten und Software. Es braucht neues Wissen, Kompetenzen und eine intensive Zusammenarbeit zwischen Sozialer Arbeit und Pädagogik auf der einen und dem Technologiesektor auf der anderen Seite. Daher folgt die Konferenz einem interdisziplinären Ansatz, der Erfahrungen und wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Perspektive von Wissenschaft Dienstleistungs- und Selbsthilfeorganisationen sowie (kommunalen) Verwaltungen verbindet. Digitale Teilhabe hat auch eine territoriale und sozialgeografische Dimension. Die Konferenz wird daher auch erörtern, wie Bemühungen um eine inklusive digitale Infrastruktur in eine regionale Entwicklungsstrategie eingebettet werden können. Konkret werden die Konferenzdiskussionen einen Blick auf die digitale Entwicklung in anderen europäischen Regionen "jenseits der Metropolen" werfen, die ähnlich strukturiert sind wie die ländlich-industrialisierte Region Siegen-Wittgenstein/Südwestfalen. 

Mit diesen Fragestellungen will die Konferenz wissenschaftliche und praktische Expertise aus den Bereichen Soziale Arbeit, soziale Dienste und Sozialinformatik zusammenführen und ins Gespräch bringen. 

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English

The conference addresses German, European and international researchers, and practitioners with interest in digital transformation processes in the disability, mental health, and long-term-care sector.

Mission

The EURECO 2021 conference in Siegen focuses on the potentials and challenges of digitalization for persons with disabilities, mental health problems and/or long-time care needs, their families, communities, and the social services they use.

In mainstream society the use of digital technology in various forms has already become a familiar part of daily life. In many situations it helps with communication, information, and the solving of day-to-day problems. Digital transformation in societies has been accelerated in the COVID 19 pandemic period. However, across Europe people with disabilities and impairments often still have no or only limited access to digital applications, digital media or other forms of ICT-based technologies that have become mainstream routines in social life. It can be observed that European societies have become digitally divided.

Persons with disabilities, mental health problems and/or long-time care needs live under conditions of major social dependencies. Obviously, in such situations access to mainstream ICT-communication is even more crucial for being included in society than for able-bodied persons. Furthermore, progress in the development of assistive technologies is moving fast. The variety of existing computer-based systems and tools to help with activities of daily life and to support the development of individual competences and skills for independent living is impressive. Even though, technology is not able to answer all issues of disability, person-centered technology can make life easier. Therefore, it needs strong and creative efforts to tackle the ‘digital divide’ and strategies for full digital participation.

“Tackling the digital divide” is a complex challenge as it is caused by many reasons, takes many forms and also differs between urban and rural areas. Persons with disabilities, mental health problems and/or long-time care needs are often considered to be ‘distant from technology’. This has consequences for developing appropriate training concepts for digital newcomers but also calls for inclusive design of devices and software. It needs new knowledge, competences and intensive cooperation between social work and education on the one hand and the technology sector on the other hand. With such a interdisciplinary approach, the conference wants to offer presentations from different perspectives such as universities, service providers, self-help organizations and government representatives.

Full digital participation also has a territorial and socio-geografic dimension. The conference will also discuss how efforts for digital participation of vulnerable groups and inclusive digital infrastructure can be embedded politically in a regional development strategy. More specific, the conference will present and compare experiences with digital development and social service provision in other European regions ‘beyond metropoles’ like the German district of Siegen-Wittgenstein/South Westphalia and thus come to recommendations for mixed rural-industrialized regions.

In this sense, the conference will bring together outstanding scientific and practical expertise from social work, social services, and socio-informatics.