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„Die Covid-19-Pandemie und kommunale Konflikte“

Fachtag am Dienstag, 22. Juni 2021 (online)


Die Covid-19-Pandemie wirkt sich auf das gesellschaftliche Zusammenleben aus. Seit März 2020 haben sich soziale Kontakte und Arbeitsbedingungen verändert. Besonders von der Pandemie betroffen sind Menschen, die im Niedriglohnsektor arbeiten, in Gegenden mit hoher Einwohner*innendichte wohnen, über geringe finanzielle Ressourcen verfügen oder anderweitig in ihren Teilhabemöglichkeiten eingeschränkt sind.

Auf dem virtuellen Fachtag möchten wir darüber sprechen, wie sich die Covid-19-Pandemie auf kommunales Zusammenleben auswirkt: Wie verändert sich Teilhabe? Wie beeinflussen die Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus das Geschehen vor Ort? Wir wirken die Maßnahmen auf Konfliktdynamiken? Welche Folgen hat die Pandemie auf das Vertrauen zwischen Bürger*innen, Verwaltung und Politik? Gemeinsam möchten wir mit Praktiker*innen, kommunale Akteur*innen, Wissenschaftler*innen und Vertreter*innen der Bundesländer über Erfahrungen sprechen und Ausblicke zur Rolle von Kommunaler Konfliktberatung während und nach der Pandemie aufzeigen.

Die Themen werden an unterschiedlichen kommunalen Konfliktberatungsprozessen reflektiert und die Ergebnisse des Fachtags werden in einer Publikation veröffentlicht. Der Fachtag richtet sich an Praktiker*innen, kommunale Akteur*innen, Wissenschaftler*innen und Vertreter*innen der Bundesländer.

Der Fachtag wird veranstaltet vom Kompetenzzentrums Kommunale Konfliktberatung des Vereins zur Förderung der Bildung - VFB Salzwedel e.V. in Zusammenarbeit mit der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung.


Programm (Stand: 14. 06. 2021)

08:30 Uhr | Möglichkeit zum informellen Austausch

08:45 Uhr | Videopräsentation "Stimmen zur Kommunalen Konfliktberatung"

09:00 Uhr | Eröffnung und Programmvorstellung

Grußwort von Susi Möbbeck, Staatssekretärin im Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt

Vortrag und Diskussion:

Prof. Dr. Dierk Borstel (FH Dortmund) „Teilhabe und soziale Gerechtigkeit während und nach der Pandemie? Thesen und Gedanken aus bisherigen Forschungsergebnissen.“

10:30 Uhr | Pause

10:45 Uhr | Impuls: Wie und wo wirkt Kommunale Konfliktberatung? (Friederike Groll, Kompetenzzentrum Kommunale Konfliktberatung des VFB Salzwedel e.V.)

11:15 Uhr| Arbeitsgruppen zu Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf Kommunale Konflikte

(Kurzbeschreibungen der Arbeitsgruppen finden Sie weiter unten)

12:15 Uhr | Pause

12: 30 Uhr | Abschluss

1. Was nun? Was müssen Politik und Zivilgesellschaft auf kommunaler, Landes- und Bundesebene tun, damit Konflikte konstruktiv verlaufen? (Dr. Ulrike Gatzemeier, Kompetenzzentrum Kommunale Konfliktberatung des VFB Salzwedel e.V.)

2. Schlussfolgerungen aus der Perspektive eines Landesministeriums (Sabine Reißberg, Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration Nordrhein-Westfalen)

3. Schlusswort von Kathrin Rösel, Dezernentin im Altmarkkreis Salzwedel

13:15 Uhr | Möglichkeit zum informellen Austausch


Kurzbeschreibungen der Arbeitsgruppen:

Arbeitsgruppe 1: Auswirkung der Covid-19-Pandemie auf kommunale Konflikte am Beispiel Weißenfels

Impuls: Robby Risch (Oberbürgermeister der Stadt Weißenfels) und Agnes Sander (Kompetenzzentrum Kommunale Konfliktberatung des Vereins zur Förderung der Bildung – VFB Salzwedel)

Moderation: Sebastian Leierseder (Kompetenzzentrum Kommunale Konfliktberatung des Vereins zur Förderung der Bildung – VFB Salzwedel)

Die historische Kleinstadt Weißenfels liegt im Süden Sachsen-Anhalts und ist heute ein Zentrum der Schlacht- und Fleischverarbeitung. Den regionalen Herausforderungen begegnet die Kommune unter anderem mit dem „Modellprojekt Weißenfels“, in dem es vom Kompetenzzentrum Kommunale Konfliktberatung begleitet wird. In der Arbeitsgruppe sollen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf kommunale Konflikte am Beispiel Weißenfels diskutiert werden.


Arbeitsgruppe 2: Auswirkungen der Covid-19 Pandemie auf Wohnsiedlungen mit hoher Einwohner*innendichte

Impuls: Christian Hölscher (Jugendhilfe Göttingen e.V.)

Moderation: Kathrin Buddendieck (Kompetenzzentrum Kommunale Konfliktberatung des Vereins zur Förderung der Bildung – VFB Salzwedel)

Im Sommer 2020 gab es zahlreiche Medienberichte über das Göttinger Iduna Zentrum: Ein Corona Ausbruch in der Hochhaussiedlung führte zu neuen Spannungen und starker Stigmatisierung der Bewohner*innen, von denen viele Bürgerkriegsflüchtlinge aus dem ehemaligen Jugoslawien sind oder zu einkommensschwachen Gruppen gehören. Christian Hölscher, Geschäftsführung der Jugendhilfe Göttingen e.V., berichtet wie die Corona Pandemie die Situation im Iduna Zentrum und anderen Göttinger Wohnsiedlungen mit besonderem Förderungsbedarf beeinflusst hat.


Arbeitsgruppe 3: Auswirkungen der Covid-19 Pandemie auf armutsgefährdete Personengruppen in der Wohnungsnotfallhilfe

Impuls: Nicole Albrecht (Stadtmission Chemnitz e.V., Wohnungsnotfallhilfe)

Moderation: Friederike Groll (Kompetenzzentrum Kommunale Konfliktberatung des Vereins zur Förderung der Bildung – VFB Salzwedel)

In der Arbeitsgruppe sollen die Erfahrungen in der Arbeit mit Wohnungslosen und von Wohnungslosigkeit bedrohten Menschen in der Zeit der Pandemie beleuchtet werden. Neben dem Sensibilisieren ihrer prekären Lage sollen auch mögliche Chancen der Teilhabe und Verbesserung ihrer Lebenssituation diskutiert werden.


Arbeitsgruppe 4: Auswirkung der Covid-19-Pandemie auf Teilhabemöglichkeiten am Beispiel Bautzen

Impuls und Moderation: Angelika Maser und Gabriele Wilde (Kompetenzzentrum Kommunale Konfliktberatung des Vereins zur Förderung der Bildung – VFB Salzwedel)

Die Auswirkungen der Covid 19-Pandemie auf die Gesellschaft, auch mittel- und langfristig, sind nach wie vor nicht eindeutig zu beschreiben. Trotzdem müssen Bund, Land und Kommunen auf Basis von Beobachtungen und Modellen Entscheidungen treffen, wie mit der Pandemie umgegangen und Langzeitfolgen entgegengewirkt werden kann.  

Am Beispiel Bautzen bilden wir Hypothesen dazu, wie sich Konflikte in einer Stadtgesellschaft durch die Pandemie verändern können. Wir betrachten, wie sich Teilhabemöglichkeiten verschiedener gesellschaftlicher Gruppen verändern, und überlegen gemeinsam, welche Handlungsmöglichkeiten kommunale Akteure in der derzeitigen Situation des Noch-nicht-sicher-Wissens haben.

Arbeitsgruppe 5: Momentaufnahmen aus dem Krisenmodus – Urbane Konfliktbearbeitung Augsburg

Impuls: Janina Hentschel (Büro für Kommunale Prävention (BKP), Stadt Augsburg)

Moderation: Lena Heuer (Kompetenzzentrum Kommunale Konfliktberatung des Vereins zur Förderung der Bildung – VFB Salzwedel)

Die Konzentration auf die Bewältigung der Pandemie zeigt auch in den Handlungsfeldern der Konfliktbearbeitung im kommunalen Kontext ihre Wirkung. Konflikte haben sich verändert, neue Dynamiken sind hinzugekommen und etablierte Netzwerke und (Beteiligungs-)Strukturen wurden auf die Probe gestellt. Der Impulsvortrag enthält eine Momentaufnahme der vergangenen Monate aus dem Krisenmodus einer kommunalen Stelle für Konfliktbearbeitung. Angestoßen werden soll ein Austausch über Fragen die unter anderem Beteiligungsmechanismen, Konfliktdynamiken, Bewältigungsstrategien und Chancen einbeziehen.

Arbeitsgruppe 6: Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf kommunales Zusammenleben am Beispiel der Stadt Syke

Impuls: Suse Laue (Bürgermeisterin Syke) und Johannes Hoppe (Kompetenzzentrum Kommunale Konfliktberatung des Vereins zur Förderung der Bildung – VFB Salzwedel)

Moderation: Bernd Rieche (Plattform Zivile Konfliktbearbeitung)

Die Covid-19-Pandemie stellte das kommunale Zusammenleben vor großen Herausforderungen. Während durch digitale Medien eine Vielzahl an Menschen erreicht wurden, erschwerten die Kontaktbeschränkungen doch auch Zugänge zwischen Bürger*innen und Kommune. Suse Laue, Bürgermeisterin der niedersächsischen Kommune Syke, berichtet, wie sich die Corona-Verordnungen auf die gesellschaftliche Teilhabe ausgewirkt haben.

Arbeitsgruppe 7: Auswirkungen der Covid-19-Pandemie - Beobachtungen und erste Folgerungen aus Beratungsprozessen des forumZFD

Impuls: Wolfgang Dörner (Referent Beratungsprozesse im Programm Kommunale Konfliktberatung des forum Ziviler Friedendienst )

Moderation: Karol Sabo (Kompetenzzentrum Kommunale Konfliktberatung des Vereins zur Förderung der Bildung – VFB Salzwedel)

Aus Gesprächen mit Konfliktberater*innen verschiedener Kommunen, die durch das forumZFD in Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern beraten wurden, ergibt sich ein uneindeutiges Bild zu den Auswirkungen der Covid-19 Pandemie. In der Arbeitsgruppe findet ein Austausch darüber statt, welche gesellschaftlichen Auswirkungen der Pandemie bisher beobachtbar sind und welche Dynamiken und Fragen in Zukunft relevant werden und es sich lohnt einen aufmerksamen Blick darauf zu lenken.

Bitte melden Sie sich bis zum 18. Juni 2021 unter https://eveeno.com/fachtag-kommunale-konfliktberatung an.

Der Fachtag findet über Zoom statt. Die Zugangsdaten zur Zoom-Veranstaltung werden per E-Mail an angemeldete Personen verschickt.

Das Kompetenzzentrum Kommunale Konfliktberatung bietet Städten, Gemeinden und Landkreisen Unterstützung bei der Bearbeitung von akuten oder latenten Konflikten an. Der methodische Ansatz der Kommunalen Konfliktberatung sieht ein allparteiliches, ressourcenorientiertes und auf Wirksamkeit und Nachhaltigkeit ausgerichtetes Vorgehen vor. Weitere Informationen: https://www.vfb-saw.de/projekte/kompetenzzentrum-kommunale-konfliktberatung/

Sie können unsere Arbeit gerne mit einer Spende unterstützen. Bitte geben Sie hierfür den Verwendungszweck „Kompetenzzentrum KKB“ an.

Spendenkonto:
Verein zur Förderung der Bildung – VFB Salzwedel e.V:
IBAN: DE39 8105 5555 3000 0115 19
BIC NOLADE21SAW
Sparkasse Altmark West

Spenden sind steuerlich absetzbar. Um eine Spendenquittung zu erhalten, geben Sie bitte Ihre Anschrift an.

Mitveranstalterin ist die Plattform Zivile Konfliktbearbeitung, die sich als deutsches Netzwerk arbeitsfeldübergreifend die Förderung der zivilen Konfliktbearbeitung zum Ziel gesetzt hat. Die Plattform zielt entsprechend ihrer Charta darauf ab, die in diesem Netzwerk Beteiligten bei ihrer Gewalt mindernden Arbeit zu unterstützen, miteinander zu verbinden und in ihrer Arbeit vor Ort effektiver zu machen.

Geschäftsstelle der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung: Großbeerenstr. 13a, 10963 Berlin, Tel.: 030 / 4000 65 118, E-Mail: koordination@konfliktbearbeitung.net, pzkb.net


Diese Veranstaltung wird von der Heidehof Stiftung gefördert.

Die Projekte „Kommunale Integrationsstrategien für Vielfalt und Teilhabe“ und „Herausforderungen gesellschaftlicher Integration gemeinsam verstehen und bearbeiten“ werden aus Mitteln des Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds kofinanziert.

Das Projekt „Kommunale Integrationsstrategien für Vielfalt und Teilhabe" wird aus Mitteln des Bündnisses für Brandenburg und durch das Land Sachsen-Anhalt finanziert sowie von den Stiftungen Demokratie von unten bauen und Dialoge und Begegnungen gefördert.

Das Projekt „Herausforderungen gesellschaftlicher Integration gemeinsam verstehen und bearbeiten“ wird durch das Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat gefördert. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsichen Landtag beschlossenen Haushaltes und durch die Länder Sachsen-Anhalt und Niedersachsen finanziert.

Das Projekt „Kompetenzzentrum Kommunale Konfliktberatung – Modellvorhaben Weißenfels“ wird durch das Land Sachsen-Anhalt finanziert und von der Freudenberg Stiftung gefördert.


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