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Zielgruppe: Der kostenlose Fachtag ist insbesondere konzipiert für Vereine und Akteure, die in der Umweltbildung/BNE und im Naturschutz aktiv sind und sich mit der Einflussnahme von Personen oder Gruppierungen mit ideologischem Hintergrund konfrontiert sehen. (Akteure des LK MOL, BNE-Akteure, ANU, Naturfreunde, Fördervereine der Naturparke, Waldpädagogen). Alle Interessierte sind herzlich willkommen!

Hintergrund und Ziel: Der Prozess einer gelingenden Auseinandersetzung mit der (möglichen) Einflussnahme durch Akteure der rechtsextremistischen bzw. mehr oder weniger leicht erkennbaren esoterisch-völkisch orientierten und reichsbürgerideologisch motivierten Szene reicht auf der einen Seite von der eigenen Kontaktaufnahme zu zunächst unverdächtig auftretenden Personen, über die Aufarbeitung von Erkenntnissen über ideologische Hintergründe, eine geeignete Kommunikation nach außen bis zu Hilfestellungen im Umgang mit Verdachtsfällen z.B. im Rahmen von eigenen Veranstaltungen oder unter Mitgliedern.

Welche demokratiefeindlichen Ideologien gingen und gehen mit der rechten Ökologiebewegung einher? Auf dem Fachtag gehen wir nach einer Einführung zu historischen und aktuellen Situationen und Zusammenhängen gezielt und praxisnah mit vielen Beispielen in die Tiefe, um aus verschiedenen Blickwinkeln mehr Sicherheit bei der Einschätzung demokratiefeindlicher Tendenzen und Einflüsse zu gelangen. Inwiefern besteht in unserem Tätigkeitsfeld latent die Gefahr, dass man auf Initiativen, Vernetzungs- und Kooperationsangebote seitens demokratiefeindlich gesonnener Akteure im Natur- und Umweltschutz reinfällt? Diesbezüglich sollen auch Antworten auf die Frage gefunden werden, welche distanzierungsförderlichen Handlungsoptionen es für Betroffene und das dadurch alarmierte Umfeld gibt, wenn der Verdacht der Verstrickung naheliegt. Der Fachtag gibt in Vertiefungsworkshops Raum, um die eigene Betroffenheit, Fragen und Bedürfnisse zu formulieren und zu mehr Klarheit zu kommen.

Referenten: Durch den Fachtag begleiten uns neben einem Moderator vier Referenten des Brandenburgischen Instituts für Gemeinwesenberatung (BIG) mit langjährigen Erfahrungen zu den Themen Reichsbürger, Königreich Deutschland, Anastasia, Völkische Siedler, Distanzierungs-begleitung und individuellen Perspektiven und Biographien: Laura Schenderlein, MBT Potsdam; Martin Schubert, MBT Trebbin; Steffi Bahro, Beratungsstelle MITMENSCH, Janek Buchheim, Beratungsstelle MITMENSCH

Moderation: Hellmuth Henneberg

Ablauf:

ANKOMMEN ab 09:00

09:45  Begrüßung, Anlass, Positionierung (Naturschutzparkverein)

10:05 Vorstellung der Teilnehmenden

10:15 Impulsvortrag „Naturschutz von rechts – konkrete aktuelle Beispiele (Reichsbürger, Königreich Deutschland, Anastasie, u.ä.“ (Schubert/Schenderlein)

KAFFEEPAUSE

11:15  Vertiefungsworkshop: „Naturschutz von rechts – Hintergründe, Strategien und Gruppierungen“
Natur- und Umweltschutz waren und sind für Akteure der (extrem) rechten Szene seit jeher relevante Themenfelder. Ökologische Sachverhalte, umweltpolitische Themen, individuelle alternative Lebensentwürfe und deren ideologische Aufladung und Deutung sind für entsprechende Parteien und Gruppierungen ein willkommenes Agitations- und Betätigungsfeld. Die Gründe hierfür liegen zum einen in der Verwurzelung ökologischer und biologischer Aspekte in völkischen und rechtsextremen Weltbildern, zum anderen in der Vielzahl von Anknüpfungspunkten, die im politischen und gesellschaftlichen Bereich strategisch genutzt werden können. Gemeinsam wollen wir die historischen Hintergründe der Schnittmengen zwischen Naturschutz und (extrem) rechten Bewegungen beleuchten, einen Blick auf aktuelle Inhalte und Kampagnen werfen und ergründen, wo der Wunsch nach einem alternativen, naturnahen Lebensmodell, antidemokratische Mystik und völkisches Weltbild zusammentreffen.

12:45 MITTAGESSEN
Kurzer Rundgang, individueller Austausch, Bewegung

13:45 Vertiefungsworkshop: Entweder Abwehr oder Verharmlosung? – Umgang mit Vereinnahmungen durch demokratiefeindliche Milieus (Bahro/Buchheim)
Auf Mitmenschen, die sich nachweislich auf demokratiefeindliche Gruppierungen eingelassen haben, reagiert die kritische Zivilgesellschaft zu Recht alarmiert. Schließlich wird die Sorge vor Unterwanderungen der Öko-Szene und vor Landnahmen durch das Königreich Deutschland oder Anastasia immer wieder durch neue Fälle geschürt.

Doch kein Fall ist wie der andere. Deshalb sollen im Workshop die Möglichkeit einer vergleichend- differenzierenden Typologie verschiedener mit dem Milieu verstrickter Personen oder Vereine behandelt werden. Anhand von Kriterien zur Einschätzung von Ideologisierung und Radikalisierung werden verschiedene Fallbeispiele analysiert und bewertet. Eruiert werden dazu jeweils Möglichkeiten und Grenzen der Einflussnahme durch Menschen aus dem sozialen Nahfeld (Familie, Freundeskreis, Kollegium) sowie der lokalen kritischen Zivilgesellschaft. Nach dem Trial-and-Error-Prinzip werden Maßnahmen und Kommunikationsstrategien, die auf eine Distanzierung verstrickter Personen abzielen, reflektiert – u.a. mittels Perspektivübernahmen und der Erfassung ihrer möglichen erwünschten und unerwünschten Wirkungen. Abgewogen werden Potentiale, Hindernisse und Strategien, den Ausstieg aus und die Distanzierung von demokratiefeindlichen Gruppierungen anzuregen und nachhaltig zu unterstützen.

KAFFEEPAUSE

16:00  Zusammenführen der Ergebnisse und Erkenntnisse

Ende ca. 17:15

Für die Veranstaltung erhalten wir eine Förderung im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Wir bitten um Anmeldung bis zum Sonntag, 5.11.2023

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