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FACHTAG - Jugendliche in Halle (Saale): Zwischen Schlagzeilen und Zukunftschancen – Perspektiven auf (Gewalt-)Prävention, Berufseinstieg und Schulabsentismus.
Kinder und Jugendliche in Halle (Saale) standen über die letzten Jahre und stehen auch heute vor vielfältigen Herausforderungen: Die Corona-Pandemie, gesellschaftliche Veränderungen, Konflikte, globale Krisen wie der Klimawandel, geopolitische Spannungen und Kriege sowie der rasante digitale Wandel verändern Lebenswelten schnell und oft disruptiv. In Medien, Politik oder öffentlichen Debatten werden Jugendliche häufig jedoch nur dann sichtbar, wenn es Probleme gibt, etwa Delinquenz, Schulabsentismus oder Protestaktionen.
In diesem Kontext rückten Jugendliche in Halle (Saale) vor allem in den Jahren 2023 und 2024 in den Fokus des öffentlichen Interesses. Ausgelöst durch eine Zunahme von Straftaten im Bereich der Jugendkriminalität, ein hohes Maß an medialer Berichterstattung über diese und ein doch deutlich beeinträchtigtes Sicherheitsempfinden seitens der Bürger*innen wurden auf der einen Seite intensive Diskussionen darüber geführt, wie entsprechende Straftaten zu verhindern und Täter zur Rechenschaft zu ziehen sind. Auf der anderen Seite gewann die Frag an Relevanz, wie Jugendliche besser unterstützt, präventiv begleitet und in ihrer Lebenswelt gestärkt werden können, um sowohl individuelle Entwicklungsperspektiven zu fördern als auch soziale Konflikte zu vermeiden – kurzum: Wie sie Transformationskompetenzen erlernen und Resilienz im Angesicht omnipräsenter Unsicherheit entwickeln können.
Dabei öffneten die damalig emotional geführten Debatten ein „Window of Opportunity“, um die Belange von Kindern und Jugendlichen stärker im politischen und gesellschaftlichen Bewusstsein zu verankern und daran zu erinnern, dass jungen Menschen gemäß § 11 SGB VIII „die zur Förderung ihrer Entwicklung erforderlichen Angebote der Jugendarbeit zur Verfügung zu stellen“ sind, welche diese zur „Selbstbestimmung befähigen und zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und zu sozialem Engagement anregen und hinführen“ sollen. Auch wurden bspw. eine verstärkte Auseinandersetzung mit dem Phänomen des Schulabsentismus sowie eine Förderung von Maßnahmen der (außerschulischen) Berufsberatung forciert.
Vor diesem Hintergrund widmet sich dieser Fachtag der Frage, wie es Jugendlichen in Halle heute geht, welche Erfahrungen Fachkräfte in Schule, Jugendhilfe und Jugendarbeit gemacht haben und welche Schlussfolgerungen sich für die zukünftige Arbeit ziehen lassen.
Schwerpunkte liegen dabei insbesondere auf den Themenfeldern des Schulabsentismus, auf Projekten zur Konfliktprävention und -bearbeitung sowie auf der School-to-Work-Transition, d. h. dem Übergang von der Schule in das Berufsleben.
Der Fachtag richtet sich an Fachkräfte aus Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit, Schule, Jugendhilfe, Verwaltung und Politik sowie an alle, die an einer differenzierten Auseinandersetzung mit der Situation junger Menschen in Halle (Saale) interessiert sind. Ziel ist es, Erfahrungen auszutauschen, Netzwerke zu stärken, fachliche Impulse zu setzen und gemeinsame Handlungsperspektiven zu entwickeln, um eine nachhaltige Unterstützung der Jugendlichen in ihrer Lebenswelt bestmöglich realisieren zu können.