Voranmeldung
Info
Unsere Klassenzimmer sind so bunt wie noch nie – und das ist eine riesige Bereicherung. Doch wie gehen wir im Schulalltag konkret mit Vielfalt, verschiedenen Sprachen und unterschiedlichen Startbedingungen um? Um gemeinsam einen Weg zu finden, Schule zu einem migrationssensibleren Ort werden zu lassen, laden wir Sie ganz herzlich zu unserem Fachtag ein.
Wann: 03.11.2026 (Dienstag) | 09:30 - 14:30 Uhr
Wo: Pulsschlag Dortmund (Vogelpothsweg 15, 44227 Dortmund)
Veranstalter: MIA-DO-Kommunales Integrationszentrum Dortmund
Die Teilnahme ist kostenfrei. Für vegetarische Verpflegung wird gesorgt.
Zur Anmeldung (begrenzte Plätze):
Bitte melden Sie sich über den folgenden Link an:
Zur Anmeldung »
Programmablauf:
09:30 Uhr – Ankommen & Stehkaffee
10:30 Uhr – Begrüßung & Keynote von Prof*in Mo Asumang
11:45 Uhr – Workshop-Phase I
12:15 Uhr – Mittagessen
13:00 Uhr – Workshop-Phase II
14:30 Uhr – Ende der Veranstaltung
Unsere Keynote-Sprecherin:
Prof*in Mo Asumang (Trägerin des Bundesverdienstkreuzes, Botschafterin für die Antidiskriminierungsstelle des Bundes und Vorstand bei „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“) wird den Fachtag mit einem inspirierenden Impuls eröffnen:
Wie gelingt Dialog, wenn Fronten verhärtet sind? Mo Asumang zeigt, wie wir mit klaren Dialogtechniken, versöhnlicher Haltung und mutigen, gut gestellten Fragen wieder echte Gespräche ermöglichen, besonders auch mit Menschen, die sich immer weiter aus der Demokratie entfernen. Eine inspirierende Keynote über Demokratie, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Kraft der Begegnung.
Unsere Workshops im Überblick:
Workshop 1: Mehrsprachigkeit, DaZ & sonderpädagogische Diagnostik
Referent: Dr. Kevin Niehaus
"Ein Fall für die Förderschule!?" - Mehrsprachigkeit, DaZ und sonderpädagogische Diagnostik
Der Workshop befasst sich mit der Frage, wie schulische Auffälligkeiten von Schüler:innen ohne oder mit geringen Deutschkenntnissen im Kontext von AO-SF-Verfahren fachlich angemessen eingeordnet werden können. Im Mittelpunkt steht die Herausforderung, zweitsprachliche Erwerbsprozesse, sprachliche Unsicherheiten, Lernentwicklungen und emotional-soziale Schwierigkeiten nicht vorschnell als sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf zu deuten. Anhand praxisnaher Fallbeispiele und systemischen Offenlegungen werden zentrale Zusammenhänge zwischen DaZ, verzögerter Sprach- bzw. Lernentwicklung, schulischer Teilhabe und sonderpädagogischer Statusdiagnostik reflektiert. Dabei wird insbesondere diskutiert, wie überproportionalen Zuweisungen in den Förderschwerpunkten Lernen, Sprache sowie Emotionale und soziale Entwicklung entgegengewirkt werden kann. Zudem werden Möglichkeiten, Herausforderungen und Grenzen diagnostischer Verfahren für mehrsprachige Schüler:innen im AO-SF-Verfahren thematisiert.
Workshop 2: Partizipative Schul- und Unterrichtsentwicklung
Referent: Dr. Sven Oleschko
Echte Beteiligung herstellen - Demokratie in der Schule leben
Wie sehr sind verschiedene Akteursgruppen (Schüler:innen, Eltern, Lehrer:innen, nicht-unterrichtendes Personal) an der Gestaltung von Schulen und dem alltäglichen Schulleben beteiligt? Oft gibt es verschiedene Gremien, in denen die einzelnen Gruppen nur noch über zuvor „irgendwie“ entschiedene Ziele der Schule abstimmen sollen. Dabei kann und sollte echte Beteiligung in der Schule anders gestaltet werden. Im Workshop wird es darum gehen, Unterrichts- und Schulentwicklungsprozesse kennenzulernen, die aufzeigen, wie gemeinsam demokratische Elemente des Schulalltags genutzt werden können, um Schule als Lebensort aller Personen zu denken.
Hierzu wird auf Ansätze des human-centered-Designs zurückgegriffen und ausgehend von Beispielsprozessen in Schulen die Übersetzung ins eigene Schulsystem angeregt. Der Workshop lebt von und durch Offenheit für echte Beteiligung sowie Lust auf Weiterentwicklung: lasst uns gemeinsam entdecken, was möglich und zielwirksam sein kann.
Workshop 3: Leseförderung im migrationssensiblen Kontext
Referentin: Andrea Weitkamp
Literaturerfahrung ist Weltaneignung!
Jugendstil nrw macht Vielfalt in Büchern erlebbar. Als Akteur der kulturellen Jugendarbeit werden hier literaturpädagogische Konzepte entwickelt, die Kindern und Jugendlichen Teilhabe ermöglichen, unabhängig ihres Sprachniveaus und ihrer Herkunft. Die literaturpädagogischen Projekte unterstützen Kinder und Jugendliche in ihrer Entfaltung und Entwicklung der eigenen Ausdrucksfähigkeit. Dabei steht immer auch die Auseinandersetzung mit verschiedenen Kulturen und diversen Lebensformen im Fokus der Arbeit.
Was braucht es konkret, um möglichst vielen Kindern den Zugang zur Literatur zu ermöglichen? In diesem Workshop werden am Beispiel des Bilderbuchs unterschiedliche literaturpädagogische Methoden vorgestellt und sinnlich erlebbar gemacht.
Workshop 4: Demokratie & Dialog stärken
Referentin: Prof*in Mo Asumang
Gemeinsam für eine starke Demokratie - mit Dialog, Herz und Haltung
Wir vom mo:lab e.V. sind in der Demokratiearbeit tätig und geben Workshops zur Ausbildung von Dialogfähigkeiten und inneren Stärke im Gespräch mit diskriminierenden, rassistischen Personen. Somit arbeiten wir der Spaltung der Gesellschaft nicht mit „Nazis raus“ sondern dem versöhnlichen Gespräch, einer nicht moralisierenden und stärkenden Haltung entgegen.
Die Methode wurde von der Filmemacherin und Autorin Mo Asumang entwickelt und in Filmen wie „Die Arier“ portraitiert.
Workshop 5: Sprachsensible Schreibförderung
Referentin: Sarah Tietjens
Wenn Sprechen klappt und Schreiben stockt – Schreibförderung im mehrsprachigen Klassenzimmer
Sie kennen vermutlich die Situation: Im Unterrichtsgespräch beteiligen sich Ihre Schüler:innen zunehmend sicher, doch beim Schreiben stockt es. Sätze entstehen mühsam, die Texte bleiben kurz, sind teils schwer leserlich und wenig strukturiert. Was mündlich schon gut gelingt, kommt auf dem Papier noch nicht an.
Dieser Workshop nimmt in den Blick, was dem Verfassen von Texten vorausgeht. Am Ende werden Sie
· verstehen, warum Schreiben (auch in der in der Zweitsprache) noch anspruchsvoller ist als Sprechen,
· einen geschärften Blick dafür haben, woran es bei Ihren Schüler:innen konkret haken könnte,
einfache Übungen und Methoden an der Hand haben, die Sie ohne großen Vorbereitungsaufwand in Ihrer nächsten Stunde einsetzen können.
Workshop 6: Mehrsprachigkeit als Chance im Unterricht
Referentin: Prof*in Dr*in Barbara Mertins
Gelebte Mehrsprachigkeit im Alltag, in der Schule und in der Gesellschaft
Mehrsprachigkeit bereichert den Alltag, stößt in Deutschland aber oft noch auf hartnäckige Vorurteile. Weit verbreitet ist beispielsweise der Glaube, dass mehrsprachig aufwachsende Kinder verwirrt werden oder ein spontaner Sprachwechsel auf mangelnde Sprachbeherrschung hindeutet. In diesem Workshop wird mit diesen und auch anderen Mythen aufgeräumt und der wahre Wert sprachlicher Vielfalt gezeigt. Auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse werden Ihnen praxisnahe Übungen geboten, die sich direkt in den Schulalltag integrieren lassen. Zudem wird anhand anschaulicher Beispiele die entscheidende Rolle des sprachlichen Inputs für den kindlichen Spracherwerb beleuchtet. Erfahren Sie, wie Mehrsprachigkeit in Schule und Gesellschaft stärkt, und sichern Sie sich wertvolle, praxiserprobte Konzepte für Ihr tägliches Handeln.
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und einen gewinnbringenden Austausch!
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Organisationsteam von
MIA-DO-Kommunales Integrationszentrum