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Mittwoch, 4. November
monami Weimar
Programm: 10-17 Uhr (geplant / Ankunft und Registrierung ab 9:30)
Teilnahme in Präsenz oder online möglich
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„Neutralität ist in ungleichen Strukturen eine Form der Parteinahme. Sie schützt die Ordnung, nicht die, die in ihr verletzt wurden“
Asha Hedayati („Sicherheit beginnt vor dem Gesetz – als soziale Praxis, Fürsorge und politische Verantwortung“, Gunda-Werner-Institut für Feminismus und Geschlechterdemokratie, Heinrich-Böll-Stiftung, 25.11.2025.)
Oft wird häusliche Gewalt nicht durch eine Trennung beendet. Gerade wenn gemeinsame Elternschaft weiterhin Begegnungen, Absprachen und Übergaben erforderlich machen, kann häusliche Gewalt fortwirken – sichtbar oder verdeckt, unmittelbar oder über die Kinder vermittelt.
Der Fachtag „Eine Frage der Haltung – Familienrecht und Häusliche Gewalt“ nimmt genau diese Schnittstellen in den Blick. Es geht um die Frage, wie Gewalt erkannt, eingeordnet und in der jeweiligen beruflichen Praxis angemessen berücksichtigt werden kann. Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem die psychosoziale Prozessbegleitung in Gewaltschutzverfahren, der Umgang mit dem Umgangsrecht bei häuslicher Gewalt sowie die Frage, welche Haltung und welches Wissen alle an diesem Prozess beteiligten Berufsgruppen brauchen, um Betroffene wirksam zu unterstützen und Kinder zu schützen.
Denn fachliches Handeln ist nie nur eine Frage von Verfahren und Zuständigkeiten: Was nehmen wir wahr? Wem schenken wir Glauben? Welche Dynamiken erkennen wir als Gewalt – und welche übersehen wir möglicherweise? Unterscheiden wir ausreichend zwischen einer konflikthaften Trennung und einer Trennung nach häuslicher Gewalt? Und wie gelingt es, die Perspektive der von Gewalt Betroffenen und ihrer Kinder konsequent mitzudenken?
Die Idee zu diesem Fachtag ist aus der Zusammenarbeit des Frauenzentrums Weimar e. V. und der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Weimar entstanden. Gemeinsam möchten wir Fachkräfte verschiedener Arbeitsbereiche miteinander ins Gespräch bringen, Wissen teilen und den Blick für die besonderen Herausforderungen an der Schnittstelle von häuslicher Gewalt und Familienrecht schärfen.
Wir freuen uns, wenn dieser Fachtag Raum für fachlichen Austausch, neue Perspektiven und auch für die notwendige Selbstreflexion bietet. Denn eine klare, gewaltsensible Haltung bei allen beteiligten Berufsgruppen kann entscheidend dafür sein, ob Schutz tatsächlich gelingt.
Programmvorschau (aktueller Planungsstand):
- Anke Arnold / Justizministerium Niedersachsen / Modellprojekt Psychosoziale Prozessbegleitung in Gewaltschutzverfahren im Land Niedersachsen
- Asha Hedayati / Anwältin für Familienrecht und Autorin / Recht.Macht.Gewalt - Gesellschaft, Institutionen und Gewalt gegen Frauen*
- Georg von Schmettau / Direktor Amtsgericht Gotha / Leitfaden Häusliche Gewalt - Darstellung der Verfahren im Gewaltschutz - Landesaktionsplan
- Prof.in Anna Kasten und Prof. Martin Geisler / Ernst-Abbe-Hochschule Jena / Fachinput zum Thema Haltung + Haltungsentwicklung - auch im direkten Bezug zu den Beiträgen
- Podiumsdiskussion mit Vortragenden und Vertreterinnen aus dem lokalen Hilfesystem (n.n.)