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Veranstaltungsreihe

Das Themenfeld Rechtsextremismus mit all seinen Erscheinungsformen und Facetten ist keineswegs ein Randphänomen. Vielmehr sind extrem rechte Ideologien in allen gesellschaftlichen Bereichen anzutreffen und vor allem auch anschlussfähig. Nicht immer treten extrem rechte Einstellungen, Ideologien und Strategien dabei offen zu Tage, sondern sind chiffriert und somit schwerer identifizierbar. Ihnen gemein sind Ungleichwertigkeitsvorstellungen und die damit verbundene Abwertung vermeintlich ‚Anderer‘ im Alltag. Ihre unmittelbare Konsequenz sind wiederum (vorgeblich legitime) Anfeindungen, Bedrohungen und Übergriffe auf abgewertete Gruppen, Institutionen und deren Vertreter:innen. Oftmals als ‚Einzelfälle‘ titulierter (und abgetaner) Rechtsterrorismus spiegelt diese Entwicklung in seiner extremsten Form. Die Veranstaltungsreihe will Einblicke in das breite Spektrum extrem rechter Ideologie, scheinbar harmlose Einfallstore und aktuell anschlussfähige Themen der extremen Rechten in Bayern geben.

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Programm

Völkischer Nationalismus statt „Großer Austausch“

23.11.2021, 18.30 Uhr

Die Strukturen und Aktivitäten der extremen Rechten in Deutschland sind vielfältig und ständigen Wandlungsprozessen unterworfen. Im Gegensatz dazu weist die Ideologie des Rechtsextremismus bzw. des völkischen Nationalismus als deren grundlegender Kern eine relativ hohe Stabilität auf. Um neue Phänomene der extremen Rechten erkennen, besser verstehen und sich kritisch mit ihnen auseinandersetzen zu können, sind Kenntnisse über ideologische Grundannahmen und zentrale Erzählungen des Rechtsextremismus unumgänglich. Im Vortrag werfen wir einen Blick auf die unterschiedlichen Erscheinungsformen wie auch auf Kontinuitäten im Themenfeld der extremen Rechten.


Zwischen „Heimatschutz“  und „Klimalüge“

14.12.2021, 18.30 Uhr

Die Leugnung des vom Menschen verursachten Klimawandels gehört zu den zentralen Standpunkten der extremen Rechten. Gleichzeitig zeigen sich extrem rechte Akteur:innen von der Identitären Bewegung bis zum III. Weg gerne betont naturverbunden und umweltbewusst. Was zunächst wie ein Widerspruch klingt, hat ideologische Hintergründe: 

Während in der Umdichtung von Umweltschutz in „Heimatschutz“ fortschrittsfeindliche und völkisch-nationalistische Lebensraumpolitik zum Ausdruck kommt, bedient die Rede von einer angeblichen „Klimalüge“ extrem rechte und verschwörungsideologische Ressentiments. Dabei werden alte Feindbilder einer vermeintlichen „kultur-marxistischen“ Verschwörung auf Aktivist:innen der Klimabewegung projiziert – um das Klima geht es nur noch vordergründig. 

Der Vortrag geht auf extrem rechte Akteur:innen, deren Positionen und Argumente sowie die ideologischen Hintergründe im Themenfeld der Umwelt- und Klimapolitik ein.


Vater. Mutter. Kind. Rechter Kulturkampf um Geschlecht

25.01.2022, 18.30 Uhr

In der Ideologie der extremen Rechten wird von einem starr binärem Geschlechterrollenbild ausgegangen. Der Mann als soldatischer Kämpfer und starker Versorger, die Frau als sanftmütige Kümmererin, Mutter und Hausfrau – dieses Bild überrascht nicht. Doch die Geschlechterideologie der extremen Rechten beschreibt nicht nur ein überkommenes Beziehungs- und Familienmodell, sondern ist fundamentaler Teil extrem rechter Ideologie, Identität und Politik. Ihre Ausformungen und der Kampf der extremen Rechten gegen Geschlechtergerechtigkeit betreffen unsere Gesellschaft und jede:n von uns auch ganz praktisch im Alltag – beispielsweise dort, wo Errungenschaften der Geschlechtergerechtigkeit auf parlamentarischer Ebene von Parteien der extremen Rechten angegriffen werden, wo Antifeminismus als ideologische Rechtfertigung für Rechtsterror dient, oder wo reaktionäre Geschlechterbilder eine Scharnierfunktion im Bündnis zwischen der extremen Rechten und dem rechtkonservativen Lager bilden. 

Im Vortrag zum rechten Kulturkampf um Geschlecht wird sowohl auf die zugrundeliegende Ideologie wie auch die gesellschaftlichen Auswirkungen rechter Zugriffe auf das Thema Geschlecht eingegangen.


Grüne Schale – brauner Kern

15.02.2022, 18.30 Uhr

Extrem rechtes Gedankengut wird von den wenigsten Menschen mit ökologischer Landwirtschaft, Spiritualität und Naturschutz in Verbindung gebracht. Doch auch in sich als alternativ verstehenden Milieus sind oft im Kern Ideologien der Ungleichwertigkeit anzutreffen. Hinter einer vermeintlich harmlosen und freundlichen Schale kann sich menschenfeindliches und antidemokratisches Gedankengut verbergen. Gerade bei völkischen Siedlungsprojekten wird die Verknüpfung extrem rechter Ideologie mit ökologischer Lebensweise deutlich.

Der Vortag gibt Einblicke in extrem rechte, verschwörungs-ideologische und esoterische Lebenswelten in Bayern.


Brauner Kampf um den Campus

22.03.2022, 18.30 Uhr

Extrem rechte Ideologie endet nicht einfach an der Campustür, sondern hat in den vergangenen Jahren vermehrt Einzug in Hörsäle, universitäre Strukturen und akademische Initiativen gehalten.

Abseits des rechtsextremen Schmuddel-Images soll durch die Verankerung ihrer Ideologien und Strukturen im Hochschulmilieu vor allem der Kampf um die Köpfe gefördert werden. Aus Sicht der extremen Rechten werden besonders Universitäten und Hochschulen von einer ‚linksgrünen Hegemonie‘ dominiert, die es mit einer Kontrakultur von Rechts aufzuhalten und zu bekämpfen gelte.

In den vergangenen Jahren gründeten sich deshalb in zahlreichen Städten AfD-nahe Hochschulgruppen, die jedoch in der Breite scheiterten. Doch vor allem über Burschenschaften sind extrem rechte Akteur:innen in den Universitäten nach wie vor politisch aktiv. Inzwischen versucht die AfD, die ihre Mitarbeiter und Jugendstrukturen stark aus den Reihen deutschnationaler Korporationen bezieht, mit Hilfe der parteinahen, steuerfinanzierten „Desiderius Erasmus Stiftung“ im akademischen Milieu Fuß zu fassen – wissenschaftliche Forschungsbeiträge, Stipendien und Bildungsformate von ganz Rechts sind dabei in Planung.


Flyer

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AnkerAnmeldung

Die digitale Veranstaltungsreihe der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus in Bayern findet jeweils dienstags um 18.30 Uhr statt. Für die Vorträge und Diskussionen verwenden wir die Plattform Zoom. Wir arbeiten mit einem externen Dienstleister zusammen, der die Serversicherheit garantiert und dessen Server in Deutschland oder Österreich gehostet sind.

Sie können sich für eine oder mehrere Veranstaltungen anmelden. Anmeldeschluss ist zwei Tage vor der jeweiligen Veranstaltung.

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