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Wie gelingt die kommunale Beteiligung von Kindern und Jugendlichen? Welche Rahmenbedingungen braucht Partizipation? Wie ist der Stand bei der Kinder- und Jugendbeteiligung in Düsseldorf? Welche Erfahrungen wurden mit dem Projekt „Jugend checkt Düsseldorf“ in fünf Jahren gemacht? 

Über diese und andere Themen möchten wir ins Gespräch kommen. 

Die Servicestelle Partizipation und "Demokratie leben!" in Düsseldorf laden daher alle Aktiven in der Kinder- und Jugendarbeit sowie Vertreter*innen aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft zu diesem Austausch ein. Wir möchten gemeinsam Neues lernen, Vergangenes reflektieren und zusammen überlegen, welche Perspektiven es geben könnte.  

Die Veranstaltung findet am 14.11.23 im Haus der Jugend von 09:30-18:00 Uhr statt.  
Das Programm der ganztägigen Veranstaltung besteht aus einer bunten Mischung aus Input, Workshops und einer abschließenden Podiumsdiskussion am Nachmittag.  

Veranstaltet wird „Jugendarbeit checkt Partizipation – Kinder und Jugendliche kommunal beteiligen!“ von der Servicestelle Partizipation, einem Kooperationsprojekt des Jugendringes Düsseldorf des Amtes für Soziales und Jugend der Landeshauptstadt Düsseldorf und "Demokratie leben!". Die Veranstaltung wird gefördert aus Mitteln des Bundesprojektes "Demokratie leben!".

Wir freuen uns auf eine rege Teilnahme und einen intensiven Austausch an diesem Tag. 

Melden Sie sich/ meldet euch gerne bei Rückfragen oder aufkommenden Problemen bei der Anmeldung unter der folgenden Mail-Adresse: 
info@servicestelle-partizipation.de. 

 
 

Programm und Ablauf 

9:30     Ankommen / CHECK-IN  

10:00   Begrüßung 

10:15   Grußwort Staatssekretär Lorenz Bahr, Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen 

10:30   Input Prof. Dr. Benedikt Sturzenhecker „Demokratische Partizipation von Kindern und Jugendlichen in der Jugendarbeit“ 

11:00   Workshopphase 1 

13:00   Mittagspause 

14:00    Grußwort Ursula Holtmann-Schnieder, Vorsitzende des Jugendhilfeausschuss 

14:15  Workshopphase 2 

16:30-18:00    Podiumsdiskussion 


Workshop 1

Interessen von Kindern und Jugendlichen im Alltag der Jugendarbeit entdecken und partizipativen Ansätzen – Einführung in die GEBe-Methode
Referent: Prof. Dr. Benedikt Sturzenhecker

Kinder und Jugendliche sollen „mitbestimmen und mitgestalten“ (§ 11 SGB VIII), was wie in der Jugendarbeit gemacht wird. Jugendarbeit muss ihnen also Partizipation ermöglichen. Die GEBe-Methode zeigt mit sehr konkreten Arbeitsschritten, wie man ausgehend von der Beobachtung des alltäglichen Handelns der Kinder/Jugendlichen, deren Interessensthemen entdeckt und diese mit ihnen zusammen demokratisch umsetzt. 


Workshop 2

Be(nach)teiligt? - Mitbestimmung und Partizipation ermöglichen, auch für armutsbetroffene Kinder und Jugendliche
Referent*innen: Corinna Spanke & Christina Muscutt (Fachberatung Kinderrechte, LVR-Koordinationsstelle Kinderarmut), Isolde Aigner (Leitung Strategiebereich Kommunale Jugendbeteiligung, Stadt Solingen), Günther Schmitz (kommunale offene Kinder- und Jugendarbeit, Stadt Solingen)

Kinder und Jugendliche, die in Armut aufwachsen sind in vielen Lebensbereichen von Benachteiligungen betroffen und in ihrer gesellschaftlichen Teilhabe eingeschränkt. Gleichzeitig werden sie weniger in Verfahren der Beteiligung und Partizipation eingebunden. Armut spiegelt sich auch in geringerer (politischer) Teilhabe wider. Die persönliche Sicht von armutsbetroffenen Kindern und Jugendlichen als Expert*innen ihrer Lebenswelt ist daher besonders bedeutsam. 

Der Workshop wirft einen Blick auf das Thema Kinderarmut und die Teilhabemöglichkeiten armutsbetroffener Kinder und Jugendlicher. Wie kommt es dazu, dass benachteiligte Kinder und Jugendliche mit Beteiligungsverfahren seltener erreicht werden? Welche gesellschaftlichen, strukturellen Aspekte wirken hier und welche Herausforderungen, aber auch Möglichkeiten gibt es in der Praxis der Kinder- und Jugendarbeit? 

Im Workshop wollen wir für die Lebenslagen armutsbetroffener Kinder und Jugendliche sensibilisieren, Barrieren aufzeigen und abbauen sowie gemeinsam Impulse für die Praxis entwickeln. Im gemeinsamen Austausch und unter Berücksichtigung von Praxisbeispielen aus der Stadt Solingen wollen wir dabei mit den Teilnehmenden erarbeiten, wie von Armut betroffene Kinder und Jugendliche bei Beteiligungsverfahren mehr Partizipation erfahren können. Die Erfahrungen der Teilnehmenden, Ideen und Impulse sind dabei herzlich willkommen!  


Workshop 3

Einmischen! Politisches Handeln in der Jugendhilfepolitik
Referent: Prof. Dr. Walter Eberlei (Professor für Politikwissenschaften im Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften der HSD)

Viele wichtige Entscheidungen der Kinder- und Jugendhilfe werden (kommunal-)politisch getroffen. Wie können Fachkräfte der Sozialen Arbeit und andere Akteur*innen in diesem Politikfeld Einfluss nehmen? Der Workshop (mit Vortrag und Diskussion) zeigt Mittel und Wege auf, sich in die Jugendhilfepolitik einzumischen.


Workshop 4 &7 (wird zweifach angeboten)

CASH in the TÄSCH 
Vorstellung eines Praxisprojektes mit selbstverwaltetem Jugendbudget 

Referent*innen: Madlen Bocklet & Christina Bergmann (Kölner Jugendring)

Geld in die Hände von Kindern und Jugendlichen – aber wie kann das aussehen? Im Workshop wird exemplarisch das Projekt „Auf Kölner Nacken – Geld für Gutes“ des Kölner Jugendring e.V. vorgestellt. Gemeinsam mit den Referent*innen reflektieren die Teilnehmenden Herausforderungen wie Chancen selbstverwalteter Jugendbudgets in Form von Projekten. Die Teilnehmenden sind eingeladen, sowohl offene Fragen als auch konkrete Projektideen im Workshop einzubringen.


Workshop 5

Rassismuskritische und machtkritische Perspektiven auf Beteiligungsprozesse
Referent*innen: Burak Şengüler und Isabell May (projekt.kollektiv/IDA-NRW) projekt.kollektiv – rassismuskritische Perspektiven für die Jugendarbeit im Kontext Flucht, Migration und Post-Migration 

In diesem WS regen die Referent*innen zur rassismus- und machtkritischen Reflexion der eigenen Strukturen und Arbeitskontexte sowie der jeweiligen Arbeitsabläufe und Planungsprozesse an. Was bedeutet es, eine rassismuskritische Perspektive einzunehmen? Was gilt es dementsprechend hinsichtlich Beteiligungsprozessen, insbesondere in pädagogischen Settings, zu beachten? Welche Erfahrungen wurden in der Praxis der Teilnehmer*innen gemacht und wie können hier weitere Schritte gegangen werden? 

Im Mittelpunkt des Workshops stehen die Fragen und Erfahrungen der Teilnehmer*innen, gerahmt durch kürzere Inputs und Impulse der Referent*innen.


Workshop 6 & 12 (wird zweifach angeboten)

Grundlagen der Partizipation in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit
Referent*innen: Servicestelle Partizipation Düsseldorf

Die Jugendarbeit soll an den Interessen junger Menschen anknüpfen und inhaltlich von ihnen mitbestimmt und mitgestaltet werden. So steht es in den gesetzlichen Grundlagen. Die Förderung von Engagement, Partizipation und Demokratiebildung junger Menschen ist also ein großer Bestandteil in der (offenen) Kinder- und Jugendarbeit. In diesem Workshop geben die Referent*innen einen kurzen Input zu Grundsätzen der Beteiligung und den neuen Qualitätsstandards in der Kinder- und Jugendbeteiligung. Anschließend wird es Raum für Austausch geben.


Workshop 8

"Einfach mal machen lassen" - praxisnahe Gesprächsrunde anhand selbstverwaltender Jugendarbeit " 
Referent: Marrek Körber (B.A. - Soz.Päd.) Selbstverwaltetes Jugend- und Kulturzentrum Haus Spilles Initiativkreis "Jugend in Benrath" e.V. 

Der Workshop ermöglicht Fachleuten und Interessierten die Vertiefung ihres Verständnisses für die Bedeutung und die praktische Umsetzung der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen anhand der Erfahrungen aus der selbstverwalteten Jugendarbeit. Desweiteren beschäftigen wir uns mit unterschiedlichen Partizipationsmodellen, bewährten Praktiken und dem Austausch von Erfahrungen. 


Workshop 9

Perspektiven aus der inklusiven Mädchenarbeit
Referent*innen: Anna Gräser und Pia Busch (ProMädchen Mädchenhaus Düsseldorf e.V.)

Anna Gräser und Pia Busch arbeiten im Bereich Inklusion bei ProMädchen. Als anerkannter Träger der freien Jugendhilfe macht sich ProMädchen Mädchenhaus Düsseldorf e.V. für Mädchen und junge Frauen stark. Der Verein unterhält eine Beratungsstelle, den offenen Treff „Leyla“, eine anonyme Zuflucht und bietet Präventionen zu verschiedenen Themen an. Dabei versucht ProMädchen aus einer feministischen Perspektive vor allem Mädchen und junge Frauen zu unterstützen, die (sexualisierte) Gewalt, Ausgrenzung und Diskriminierung erleben.
Der Inklusionsbereich beschäftigt sich seit inzwischen 8 Jahren mit der Auseinandersetzung interner Barrieren und der inklusiven Öffnung der gesamten Einrichtung.
In dem Workshop werden grundlegende Kenntnisse zu den Themenbereichen Behinderung, Inklusion und Mädchenarbeit vermittelt. Es werden Erfahrungen aus dem Prozess geteilt, die wichtigsten Bausteine vorgestellt und gemeinsam an inklusiven Perspektiven für die offene Jugendarbeit gearbeitet.

Workshop 10

How to do… politische Bildungsarbeit in OKJA

Referentin: Sonja Heinrich Landesarbeitsgemeinschaft Katholische Offene Kinder- und Jugendarbeit NRW e.V.

Kinder und Jugendliche aus OKJA begeben sich auf die Suche nach Politik und dem Politischen in ihrer Umgebung. Wie kann das gelingen? Wie bringen wir Kinder und Jugendliche mit Politik in Berührung, ohne gleich ein Jugendparlament zu gründen zu müssen? Wie gelingt es politische Projektarbeit durchzuführen, ohne dass die Teilnehmenden gefrustet aufgeben? Welche Kompetenzen benötigen Fachkräfte für gelingende politische Bildungsarbeit in OKJA?

Antworten auf diese und weitere Fragen wollen wir im Workshop gemeinsam ermitteln. Auf der Basis erprobter Projektbeispiele aus der Praxis führen wir Selbstchecks durch, gehen in den Austausch und erhalten einen Überblick über Gelingensbedingungen und Stolpersteinen, die die Praxis in Kooperation mit der Wissenschaft ermittelt hat.

Workshop 11

Sozialräumliche Beteiligung
Referent*innen: Prof. (em.) Dr. Ulrich Deinet Hochschule Düsseldorf ISPE e.V./ Johannes Lünenschloss B.A. ISPE e.V. 

Beyond, jenseits von Corona geht es für die Kinder- und Jugendarbeit darum, Kinder und Jugendliche zurückzugewinnen, neue Zielgruppen erreichen. Nach der langen Phase der Schließungen in der Pandemie haben sich die Lebenswelten verändert. Sozialraum- und Lebensweltanalysen sind nötig, um (neue) Bedarfe zu ermitten. Dabei geht es auch um die Revitalisierung öffentlicher Räume mit Kindern und Jugendlichen als Teil der Stadtentwicklung: Kinder und Jugendliche nicht „von der Straße holen“ sondern wieder „auf die Straße bringen“!

Im Workshop werden leicht anwendbare Methoden gezeigt wie Befragungen, Begehungen, Nadelmethode, Aktionen im öffentlichen Raum, die partizipativ, öffentlich sichtbar, aktivierbar und teilweise auch digital gestaltet werden. Kinder und Jugendliche werden als die Expert*innen ihrer Lebenswelt in den Mittelpunkt gestellt.


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