Info
Der Fachtag „Kleine Kinder, Große Medien – Impulse | Verstehen | Austausch“ widmet sich einem Thema, das viele Familien und Fachkräfte aktuell bewegt: dem Aufwachsen von Kindern in einer zunehmend digitalen Welt. Digitale Medien sind längst fester Bestandteil der Lebenswelt von Kindern – oft schon im frühen Alter. Gleichzeitig stehen viele Erwachsene vor der Herausforderung, diesen Wandel einzuordnen, da sie selbst nicht mit denselben Möglichkeiten aufgewachsen sind. Genau hier setzt der Fachtag an: Wir möchten Wissen vermitteln, Austausch ermöglichen und praxisnahe Impulse geben. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Kinder gesund und sicher mit Medien aufwachsen können – und welche Rolle Erwachsene dabei spielen.
Ein zentraler Themenbereich beschäftigt sich mit den Einflüssen von Medien auf die Entwicklung von Kleinkindern. Dabei geht es unter anderem um kognitive Prozesse, Sprachentwicklung, Hörwahrnehmung und Konzentrationsfähigkeit. Gerade in den ersten Lebensjahren sind diese Entwicklungsbereiche besonders sensibel, weshalb Mediennutzung hier bewusst begleitet werden sollte. Fachkräfte erhalten Einblicke in aktuelle Erkenntnisse und können diese in ihrer täglichen Arbeit mit Familien weitergeben.
Ein weiteres wichtiges Thema sind Kinderschutzkonzepte und der darin enthaltene Umgang mit Kinderbildern im Netz sowie das Recht am eigenen Bild. In Zeiten von Social Media stellt sich zunehmend die Frage, wie viel Privates öffentlich geteilt werden darf, insbesondere, wenn es um Kinder geht. Der Begriff „Sharenting“, also das Teilen von Kinderfotos durch Eltern, wird kritisch beleuchtet. Dabei wird deutlich, dass Kinder ein Recht auf Schutz ihrer Privatsphäre haben und frühzeitig für ihre digitalen Rechte sensibilisiert werden sollten. Dabei stehen auch die Eltern als Vorbilder im Fokus, da Kinder sich stark am Verhalten der Erwachsenen orientieren. Wenn Eltern selbst häufig abgelenkt sind oder Medien unreflektiert nutzen, wirkt sich das unmittelbar auf das Verhalten der Kinder aus. Deshalb ist es essenziell, die eigene Mediennutzung zu hinterfragen und bewusst zu gestalten. Daher stellt sich die Frage, wie Fachkräfte Eltern überhaupt erreichen können. Unterschiedliche Lebensrealitäten, Unsicherheiten oder auch Widerstände machen die Zusammenarbeit nicht immer einfach. Aktuelle Studien und Erfahrungen zeigen jedoch, dass Vertrauen, Augenhöhe und alltagsnahe Angebote entscheidende Gelingensbedingungen sind. Der Fachtag bietet hier konkrete Ansätze und Strategien, um Eltern besser einzubinden und nachhaltig zu unterstützen. In der medienpädagogischen Praxis gibt es viele verschiedene Herangehensweisen, die nicht immer Technik voraussetzen. Im Zentrum des Fachtags steht die Verknüpfung von MINT-Themen und Medienpädagogik. Abgerundet wird das Programm durch praxisnahe Workshops zu den Kinderrechten.
Die Keynote legt einen Fokus auf die Bewegtbildangebote im Freizeitbereich für Kinder.
Der Fachtag wird durch einen Markt der Praxis erweitert, bei dem verschiedene Angebote aus Thüringen und dem DACH-Raum ihre Expertise in diesem komplexen Themenfeld zur Verfügung stellen. Wir laden Sie deshalb herzlich ein, sich zum Mittagessen beim Markt der Praxis Anregungen für Ihre Arbeit mit Kinder im pädagogischen Kontext zu holen. Unter fachkundiger Anleitung haben Sie hierbei die Gelegenheit, drängende Fragen zu klären und die Methoden direkt in der Praxis zu erproben.
PROGRAMM
09:00 Uhr Warm Welcome
09:30 Uhr Express-Impuls
10:15 Uhr Workshoprunde 1
11:45 Uhr Mittagspause inkl. Markt der Praxis
13:30 Uhr Keynote
14.30 Uhr Workshoprunde 2
16.00 Uhr Ende
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Für die Teilnahme erheben wir eine Verpflegungs- und Veranstaltungspauschale i. H. v. 35 EUR.
Nach Abschluss des Fachtags werden Ihnen sowohl eine Teilnahmebestätigung als auch die Veranstaltungsmaterialien zur Verfügung gestellt.
KEYNOTE & WORKSHOPS IM DETAIL
Keynote: Von Biene Maja und Kikaninchen bis zu Paw Patrol - Die Bedeutung von Medien für Vorschulkinder verstehen | Dr. Maya Götz
Kindermedien prägen unsere Weltbilder, auch wenn wir das oft gar nicht bemerken. Was macht Qualität bei Medien und Geschichten für jüngere Kinder aus und wo liegen Problembereiche? Wie können Eltern und Pädagog*innen Kinder von Anfang an in ihrer Medienkompetenz unterstützen? In dem unterhaltsamen Vortrag wird entlang praxisnaher Forschung und vieler Beispiele gezeigt, wie Vorschulkinder Sendungen sehen und verstehen und was für sie bereichernd – oder eben auch nicht – ist.
Dr. phil. Maya Götz ist Leiterin des Internationalen Zentralinstituts für Jugend- und Bildungsmedien (IZI) beim Bayerischen Rundfunk. Sie schloss ihr Studium an der PH Kiel mit dem Staatsexamen für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen und der Magistra der Pädagogik ab und promovierte 1998 an der Gesamthochschule Kassel mit der Dissertation „Mädchen und Fernsehen“. Ihr Hauptarbeitsfeld stellt ist die Forschung im Bereich „Kinder/Jugendliche und Medien” mit internationaler und geschlechtersensibler Perspektive. Sie leitete über 200 empirische Studien u. a. zur Angst und Albträumen von Medien, Starke Geschichten für starke Kinder, Kindernachrichten, Mädchen und MINT und aktuell Medienkompetenz durch Medien. Darüber hinaus veröffentlichte sie über 250 wissenschaftliche Artikel und über 20 Bücher und ist weltweit in Fortbildungen für Kinderfernsehredaktionen tätig.
Express-Impuls: Medienpädagogik in der KiTa | Bastian Miersch
Die Mediatisierung von gesellschaftlichen Lebensprozessen führt zu grundlegenden Veränderungen in Erziehung, Bildung und familiären Strukturen. Dabei gilt es, die Chance zu nutzen, Kinder zu ermutigen, diese mediatisierte Welt in einem geschützten Rahmen zu erkunden, zu entdecken und darin zu lernen. Zudem können pädagogische Angebote neue Inhalte durch eine zusätzliche Dimension spielerisch erfahrbar machen. Dennoch stehen alle an der Erziehung des Kindes beteiligten Personen vor Herausforderungen, die auch zu Verunsicherungen führen. Teilhabe, Befähigung und ein verlässlicher Schutzrahmen bilden das Fundament eines jeden (medien-)pädagogischen Angebots und sind tief in den Kinderrechten zum Wohle des Kindes verankert. Der einleitende Kurzimpuls steckt den pädagogischen und rechtlichen Rahmen für den Fachtag ab und führt kompakt in die Kernbegriffe Medienerziehung, Medienpädagogik und Kinderrechte ein.
Bastian Miersch ist Medienpädagoge und arbeitet seit einigen Jahren beim Thüringer Projekt "MEiFA - Medienwelten in der Familie" des Mit Medien e. V..
Im Projekt ist er zudem Ansprechpartner für die frühkindliche und kindliche Medienerziehung. Dabei vermittelt MEiFA sowohl Familien als auch Fachkräften wertvolles Hintergrundwissen sowie praktische Anregungen, um mit Kindern über digitale Medien ins Gespräch zu kommen und aktiv und begleitend mit ihnen zu arbeiten.
Telefon: 0151 46578187
E-Mail: bastian.miersch@mitmedien.net
Als Teilnehmer*innen des Fachtags können Sie sich zu zwei verschiedenen Workshopangeboten einwählen.
Workshop 1: „Kinderschutzkonzept weiterdenken: digitale Lebenswelten im Blick" – Praxisimpulse für pädagogische Mitarbeitende | Kristin Schümann
Kinder und Jugendliche bewegen sich heute selbstverständlich zwischen analogen und digitalen Lebenswelten. Messenger-Dienste, soziale Netzwerke, Online-Games und Video-Plattformen prägen ihren Alltag, ihre Beziehungen und ihre Entwicklung. Damit entstehen auch neue Herausforderungen für den pädagogischen Kinderschutz.
Der Workshop lädt pädagogische Mitarbeitende dazu ein, bestehende Kinderschutzkonzepte um digitale Aspekte zu erweitern und aktuelle Risiken sowie Handlungsmöglichkeiten in den Blick zu nehmen. Themen wie digitale Grenzverletzungen, Cybermobbing, Cybergrooming, Sexting, Datenschutz und der verantwortungsvolle Umgang mit Medien werden praxisnah beleuchtet.
Neben fachlichen Impulsen bietet der Workshop Raum für Austausch, Reflexion und konkrete Praxisbeispiele aus dem pädagogischen Alltag. Gemeinsam wird erarbeitet, wie Schutzkonzepte zeitgemäß gestaltet werden können, um Kinder und Jugendliche auch in digitalen Räumen sicher und kompetent zu begleiten.
CC: Kristin Schümann
Kristin Schümann ist Diplom Sozialpädagogin, Systemische Sozialarbeiterin (Master of Arts) und Sachverständige im Familienrecht sowie Verfahrensbeiständin. Sie hat 20 Jahre Berufserfahrung im ASD des Jugendamtes und ist nunmehr Referentin der Kinder- und Jugendschutzdienste bei der LAG Kinder- und Jugendschutz Thüringen e.V.
Workshop 2: Sensibler Umgang mit Kinderfotos: Rechte, Risiken, Verantwortung | Jasmin Wahl & Melanie Giertz
Kinderfotos und -videos werden häufig selbstverständlich aufgenommen und über soziale Medien geteilt – im privaten Umfeld ebenso wie in der (Öffentlichkeits-)Arbeit von KiTas, Schulen sowie Sport- und Freizeitvereinen. Dabei stellen sich Fragen zu Kinderrechten, Privatsphäre und Schutz vor Missbrauch, die im Workshop thematisiert werden.
Der Workshop sensibilisiert für einen verantwortungsvollen Umgang mit Bild- und Videoaufnahmen von Kindern und soll Fachkräfte dabei unterstützen, Nutzen und Risiken von Veröffentlichungen abzuwägen. Anhand von Beispielen aus dem Arbeitsfeld sexualisierte Gewalt werden mögliche Risiken beispielhaft aufgezeigt und Tipps für den Umgang mit Kinderfotos vermittelt.

Jasmin Wahl ist Medienwissenschaftlerin und Soziologin und seit 2010 für jugendschutz.net, das gemeinsame Kompetenzzentrum von Bund, Ländern und Landesmedienanstalten für den Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet, tätig. Sie leitet dort den Bereich Sexualisierte Gewalt, der sich mit der Bearbeitung von Hinweisen befasst und Recherchen in digitalen Diensten durchführt.

Melanie Giertz ist Sozialpädagogin und seit 2013 für jugendschutz.net, das gemeinsame Kompetenzzentrum von Bund, Ländern und Landesmedienanstalten für den Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet, tätig. Ihr Arbeitsschwerpunkt liegt im Bereich sexualisierte Gewalt. Im Rahmen von Recherchen und Monitoring beschäftigt sie sich insbesondere mit Phänomenen im Zusammenhang mit sexualisierter Gewalt online gegen Kinder und Jugendliche.
Kontakt: www.jugendschutz.net/service/kontakt
Workshop 3: Medienbildung als gemeinsame Aufgabe von KiTa und Familie. Handlungsempfehlungen für die Praxis | Theresa Lienau
Babys nehmen digitale und analoge Medien von Geburt an als Teil ihrer Umwelt wahr. Schon im KiTa-Alter sammeln Kinder sehr unterschiedliche Erfahrungen mit Smartphones, Tablets oder digitalen Sprachassistenten. Gleichzeitig wachsen sie in einer zunehmend digitalisierten Welt auf, in der auch Künstliche Intelligenz immer präsenter wird. Wie können KiTas und Familien Kinder dabei gemeinsam begleiten und eine altersgerechte Medienbildung gestalten?
Der Workshop stellt zentrale Erkenntnisse des viereinhalbjährigen Praxis- und Forschungsprojekts „Medienerziehung im Dialog" (Stiftung Digitale Chancen/Stiftung Ravensburger Verlag) vor. Anhand der Erfahrungen aus zehn KiTas in Berlin, Brandenburg und Niedersachsen werden konkrete Ansätze für die Zusammenarbeit mit Familien sowie Impulse für die medienpädagogische Arbeit im KiTa-Alltag diskutiert.
Theresa Lienau ist Bildungsforscherin und am Institut Welt:Stadt:Quartier als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig. Sie beschäftigt sich mit der Frage, wie frühkindliche Medienbildung im Zusammenspiel zwischen KiTa und Familie nachhaltig umgesetzt werden kann. Sie publiziert Fach- und wissenschaftliche Literatur (z.B. das Buch „Medienerziehung im Dialog", 2022 erschienen im kopaed Verlag), ist Mitautorin der Hamburger Bildungsleitlinien (2024) und hat an der Überarbeitung des Berliner Bildungsprogramms mitgearbeitet.
Workshop 4: MINT ist überall | Anika Hohmann (Stiftung Kinder forschen)
MINT ist überall – und beginnt schon im KiTa-Alltag! In diesem praxisnahen Workshop entdecken Fachkräfte aus der frühkindlichen Bildung, wie sich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik spielerisch und niedrigschwellig vermitteln lassen. Anhand vielfältiger Experimente aus allen vier MINT-Bereichen erhalten Sie einen inspirierenden Rundumblick und probieren selbst aktiv aus. Zudem lernen Sie die Arbeit der Stiftung Kinder forscht kennen und erhalten Impulse für die direkte Umsetzung in Ihrer Einrichtung.
CC: Christoph Wehrer / Stiftung Kinder forschen

Anika Hohmann ist Kommunikations- und Medienwissenschaftlerin und arbeitet als MINT-Dozentin für die Stiftung „Kinder forscht“, STIFT Thüringen sowie bei den „MedienCoPiloten“ im DKSB Thüringen Landesverband e.V. als Projektmitarbeiterin.
Workshop 5: Der Kinderschutzparcours - Eine Präventionsmethode, die Kinder stark macht | Sven Ramdohr
Unser Projekt erforscht mit Kindern spielerisch die Themen rund um die Welt der Gefühle, der Gewalt, der Nähe & Distanz und der Kinderrechte. Dabei werden folgende Schlüsselfragen beantwortet: Was stärkt mich? Sind meine Gefühle immer richtig? Was ist eigentlich alles Gewalt? Wieviel Nähe ist mir angenehm? Welche Geheimnisse sollten erzählt werden? Welche Rechte habe ich? Und wo finde ich Hilfe in schwierigen Situationen? Die Teilnehmenden erhalten einen Einblick in die Methodik des Projektes und einen Überblick über die oben genannten Themenkomplexe.
Sven Ramdohr ist Dipl. Sozialpädagoge, Mediator und Referent für Gewaltprävention in der Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz Thüringen e.V.
Telefon: 0361 600 59 18 | Mobil: 0151 14103984
E-Mail: ramdohr@jugendschutz-thueringen.de
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Der Medienfachtag "Kleine Kinder, Große Medien – Impulse | Verstehen | Austausch" ist ein Angebot des Thüringer Netzwerks MedienLeben.







