Kunst.Macht.Politik.
Auf den Spuren der Kunstpolitik der DDR
Wochenendseminar mit Prof. Dr. Peter Arlt, Gotha
Wie viel Hoffnung, wie viel Kritik, wie viel Vision steckt in den Bildern der DDR?
Dieses Wochenendseminar lädt ein zu einer intensiven Spurensuche: Welche Rolle spielte die Kunst im Machtgefüge eines Staates, der die „Gestaltung des Menschen“ als gesellschaftliche Aufgabe verstand? Welche künstlerischen Ausdrucksformen entstanden – und welche Botschaften schwingen bis heute darin nach?
Prof. Dr. Peter Arlt, Universitätsprofessor und Zeitzeuge, führt die Teilnehmenden durch Vorträge, Seminare und Exkursionen in die Welt der DDR-Kunst. Gemeinsam wird untersucht, wie sich die Kunstpolitik wandelte, wie Künstlerinnen und Künstler auf politische Vorgaben reagierten – und wo sich Freiräume, Widerstände und die Vielfalt der Kunst entfalteten.
Die Akademie Sonneck selbst ist dabei ein authentischer Ort der DDR-Kunstgeschichte. Ihre wechselvolle Vergangenheit bietet den Teilnehmenden einen atmosphärischen Rahmen und einen lebendigen Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit Kunst und Politik jener Zeit.
Programmpunkte u. a.:
- Einführung in die Charakteristika der Kunst- und Kulturpolitik der DDR
- Diskussion zentraler Fragen: Was war der Bitterfelder Weg? Welche Merkmale kennzeichnen den sozialistischen Realismus? Welche Macht hatte der Verband Bildender Künstler – und welche Rolle spielte Willi Sitte?
- „Schule des Sehens“: Analyse konkreter Werke, vom Fresko Wolfram Schuberts bis zu den Ausstellungen von Otto Kayser und Dieter M. Weidenbach, dazu
- Exkursion in die Willi-Sitte-Galerie Merseburg mit Kurzvorträgen und Ausstellungsbesuch
Leitgedanke:
Die Geschichte der Kunst der DDR brachte gute und bedenkenswerte Werke hervor, die mit der Kraft der Visualität, dem sinnlichen Genuss von gestalterischer Dichte und dem geistigen Vergnügen an der Zeichenfindung beeindrucken, weil die in ihr enthaltene Hoffnung und Kritik nicht abgegolten sind und somit der künstlerische Realismus der DDR nicht erledigt ist.
Wer sich auf diese Entdeckungsreise einlässt, erlebt ein spannendes Wechselspiel von Ästhetik, Politik und Geschichte – und wird der Kunst der DDR mit neuen Augen begegnen.