Info

Die Tagung im Detail:

8:30 Uhr Ankommen bei Kalt- oder Warmgetränken

9:00 Uhr Begrüßung und Grußworte

9:15 Uhr Vortrag 1: Emanzipation durch Verweigerung? Militär, Männlichkeit – und was das mit Jungen*arbeit zu tun hat

Über Jahrzehnte galt Militärdienst als Initiationsritus, der Männlichkeit an Gehorsam, Härte und Gewaltbereitschaft koppelte. In der aktuellen Wehrdienstdebatte kehren diese Bilder zurück: Sicherheit wird männlich codiert, Verantwortung militarisiert. Vor allem junge Männer werden erneut adressiert, als jene, die im Zweifel den Kopf hinhalten sollen. Für die Jungen*arbeit stellt sich die Frage, welche Männlichkeitsentwürfe dadurch stabilisiert – und welche marginalisiert werden.
Der Vortrag versteht diese Debatte als pädagogische Herausforderung, Räume für nicht‑militarisierte Männlichkeiten zu eröffnen. 

Referent: Mark Melcher, Bildungsreferent, Genderpädagoge und Jungen*arbeiter beim Paritätischen Bildungswerk Bundesverband, Vorstand BAG Jungen*arbeit


10:30 Uhr Vortrag 2: Manosphere – Hintergründe und Ansätze für den erzieherischen Jugendschutz

Die Manosphere verbreitet toxische Männlichkeitsbilder, die auf der Vorstellung einer naturgegebenen Überlegenheit von Männern über Frauen und andere Geschlechter basieren. Die Folgen sind oft selbstzerstörerisches Verhalten und Gewalt, vor allem gegen Frauen, bis hin zu Femiziden. In diesem Vortrag werden die Hintergründe der Manosphere beleuchtet und Ansätze für den erzieherischen Jugendschutz diskutiert.

Referierende: Anna Böker, Referentin für Medienpädagogik und Jugendmedienschutz, Sozialpädagogin M.A.
 Michael Kröger, Referent für sexuelle Bildung und Prävention sexualisierter Gewalt, Dipl.-Sozialpädagoge (FH), Sexualpädagoge (gsp); beide: Aktion Jugendschutz Landesarbeitsstelle Bayern e.V.


11:45 Uhr Vortrag 3: Influencer, Trends und Mythen: Wie stärken wir die Gesundheitskompetenz

Ob Protein-Hype, Looksmaxxing oder Supplements – täglich kommen Jungen* auf Social Media mit verschiedenen Gesundheitsversprechen und Ernährungstrends in Kontakt. Wie lassen sich diese sicher einordnen und mit Jugendlichen besprechen?

Wissenschaftsredakteurin Viktoria Ganß vom Programm clever.gesund des Forschungszentrums Helmholtz Munich gibt einen kompakten Überblick über aktuelle Trends und irreführende Health-Claims mit denen Jungen* online täglich konfrontiert sind. Der Vortrag ordnet ein, wie diese Botschaften auf Jungen* wirken, und zeigt Kriterien auf, mit denen Jugendliche Gesundheitsinformationen kritisch prüfen und Falschinformationen erkennen können.

Refererentin: Viktoria Ganß, Wissenschaftliche Kommunikation, Projekt „Clever gesund“, Helmholtzzentrum München


12:45 Uhr Mittagspause

 

13:45 Uhr Workshops mit Kaffeepausen

Workshop 1: Kraft spielerisch erleben – körperorientierte Methoden für die Jungen*arbeit

Der Workshop bietet einen Einblick in körperorientierte Methoden der Jungen*arbeit. Die Teilnehmenden erleben ausgewählte spielerische Kraft und Kontaktübungen und bekommen ein Gefühl dafür, wie Jungen* Kraft, Grenzen, Vertrauen und Fairness in Bewegung erfahren können.

Referent: Robert Brandelik, Dipl. Sozialpädagoge, Systemischer Berater (MISW), Coach für neue Autorität (MISW), Gewaltpräventionstrainer (Kraftprotz), Selbstbehauptungstrainer (Kraftprotz)


Workshop 2: …alles doch nur halb so wild…?! Sexualisierte Gewalt gegen Jungen*

Sexualisierte Gewalt gegen Jungen* bleibt oft unsichtbar – nicht zuletzt durch gängige Jungen*- und Männer*bilder. Der Workshop öffnet Zugänge zu Betroffenheit, vermittelt Zahlen und macht Folgen differenziert sichtbar. Er stärkt den professionellen Blick und zeigt konkrete Handlungsoptionen für die pädagogische Praxis.

Referent: Stefan Port, Teamleitung bei KIBS (Kinderschutz München), Diplom-Sozialpädagoge (FH), Supervisor und Coach (DGSv), Traumapädagoge / Traumafachberater (DeBGT) u.v.m.


Workshop 3: Trans*, inter* und nicht-binäre Jugendliche – Hürden und Ressourcen

Was bedeutet es in unserer Gesellschaft ein „echter“ Junge zu sein? Was sollten Fachkräfte über geschlechtliche Vielfalt wissen und wie können sie die verschiedenen Bedarfe junger Menschen in ihrer Arbeit selbstverständlich mitdenken?

Der Workshop beginnt mit der Vorstellung der Trans*Inter*Beratungsstelle und ihren Angeboten. Weiter geht es mit einer fundierten Einführung in die Bedeutung von Geschlecht und Definition von trans*, inter* und nicht-binär. Der Fokus liegt auf der Lebensrealität, den Hürden und Ressourcen von trans*, inter* und nicht-binären Jugendlichen. Der theoretische Input wird mit alltagsnahen Beispielen kombiniert, es werden weitere Angebote in München für TIN* Jugendliche vorgestellt und es gibt Raum für Fragen der Teilnehmenden. Der Workshop setzt kein Vorwissen voraus, vermittelt Basiswissen und lädt zur Selbstreflexion der eigenen Vorstellungen, Konzepte und der Arbeitspraxis ein.

Referierende: Münchner Aids-Hilfe e.V. - Trans*Inter*Beratungsstelle


Workshop 4: Behinderungssensible Perspektiven für die sexuelle Bildung in der Jungen*arbeit

Der Workshop nimmt Jungen* mit Lernschwierigkeiten und weiteren Behinderungserfahrungen in den Blick und fragt, wie sexuelle Bildung behinderungssensibel, geschlechterreflektiert und stärkend gestaltet werden kann. Im Fokus stehen Haltung, Ableismus, Selbstbestimmung, Schutz und praxisnahe Reflexionsimpulse.

Referentin: Gloria Dorsch, Staatl. anerk. Heilpädagogin und Sexualpädagogin. Selbstständig im eigenem Unternehmen sebilba

 

Workshop 5: „Nur noch eine Runde!“ Zwischen Hobby, Hype und Abhängigkeit

Gaming ist für viele männliche Jugendliche das Hobby Nummer eins. Doch wo verläuft die Grenze zwischen leidenschaftlichem Zocken und einer beginnenden Mediensucht? Und warum sind es primär Jungen*, die sich in digitalen Welten verlieren? In diesem Workshop gehen wir den Ursachen auf den Grund: Welche spezifischen Bedürfnisse befriedigen digitale Medien bei männlichen Jugendlichen? Was müssen Fachkräfte über Lootboxen, Ranking-Systeme und die Psychologie der Spiele wissen? Wann kippt die Dynamik? Warnsignale für dysfunktionales Gaming erkennen. Wie kommen wir ins Gespräch? Beratungsmethoden für den pädagogischen Alltag.

Referent: Florian Mittermeier, Sozialpädagoge, Condrobs e.V.


16:00 Uhr Abschlussplenum 

16:30 Uhr Ende


Moderation der Tagung: Markus Nau (Diversikat e.V.)


Weitere Informationen:

Barrierefreiheit
Der Tagungsort ist nur bedingt barrierefrei. Bei Fragen wenden sie sich gerne an uns.

Zielgruppe
Fachkräfte aus Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, Bildungsarbeit, Schule

Teilnahmegebühr
40 Euro (inklusive Getränke, Imbiss und Mittagessen)

Weitere Informationen
Bei Fragen wendet euch bitte an: fachtag@diversikat.de

Anmeldeschluss: 1. Oktober 2026
Ein kostenloser Rücktritt ist nur bis zum Anmeldeschluss möglich und muss schriftlich erfolgen. Rechnungserstellung (per E-Mail) erfolgt mit der Anmeldung. Rechnungssteller ist Eveeno. Die Rechnungsadresse kann auf Seite 2 (nach dem klick auf „Jetzt anmelden“ angegeben werden. Bitte unbedingt die korrekte Rechnungsadresse angeben! Erst nach Angabe der Rechnungsadresse klickt man auf „Kostenpflichtig buchen“. Die Teilnehmer*innenzahl ist begrenzt. 

Die Anmeldung ist erst nach Geldeingang gültig.


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