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Chancen für jedes Kind – gemeinsam stark für den Kinderschutz
Unsere lokalen Netzwerkkonferenzen fördern die enge Zusammenarbeit zwischen Jugendhilfe, Gesundheitswesen sowie anderen relevanten Institutionen und Akteuren. Sie bündeln das Fachwissen der Beteiligten und tragen so aktiv zum Kinderschutz bei.
Im Rahmen der Netzwerkkonferenz möchten wir die Akteure des Kinderschutznetzwerks im Landkreis Vulkaneifel erneut zusammenbringen, den Austausch anregen und zentrale Fragen zur Förderung sowie Verbesserung des Kindeswohls erörtern.
Wir laden Fachkräfte und Akteur*innen aus Gesundheitswesen, Kinder- und Jugendhilfe, Eingliederungshilfe, Beratungsstellen, Selbsthilfe, Schulen, Ehrenamt, Frauenhäusern, Interventionsstellen, Polizei, Familiengerichten und Agenturen für Arbeit/Jobcentern herzlich ein.
Zur diesjährigen Netzwerkkonferenz am
Mittwoch, 13.05.2026
13:30 Uhr – 17:30 Uhr
im Forum Daun
Thema: Lebensrealitäten trans* und nicht-binärer junger Menschen
lade ich Sie hiermit herzlich ein.
Ich freue mich über Ihre Teilnahme und danke Ihnen herzlich für Ihre Mitarbeit im Netzwerk „Kinderschutz“!
Ihre Landrätin
Julia Gieseking
Programm
13:30 – 13:45 Uhr: Anmeldung und Stehcafé
13:45 – 14:00 Uhr: Eröffnung und Begrüßung
14:00 – 14:20 Uhr: Vortrag: Dr. Max Appenroth: Titel: Zwischen Identität und Institution: Lebensrealitäten trans* und nicht-binärer junger Menschen
14:30 – 15:15 Uhr: Workshops Runde 1
15:15 – 15:30 Uhr: Pause
15:40 – 16:25 Uhr: Workshops Runde 2
16:40 – 17:30 Uhr: Plenum
17:30 – 17:40 Uhr: Schlussworte Frau Manuela Schneiders, Leitung des Jugendamtes
Jede teilnehmende Person kann zwei der vier Workshops auswählen, die in zwei aufeinanderfolgenden Runden besucht werden.
Workshop 1 mit Janboris Ann-Kathrin Rätz
Titel: Jenseits des * - inklusive Sprache im Alltag
Sprache schafft Wirklichkeit. Sie entscheidet mit darüber, wer gesehen wird, wer mitgemeint ist und wer unsichtbar bleibt. Gerade in trans* und nichtbinären Kontexten zeigt sich, wie stark Sprache Zugehörigkeit, Sicherheit und Handlungsspielräume prägt.
Im Workshop mit Janboris Ann-Kathrin Rätz (Pronomen dey/dem/deren/denen oder keine Pronomen) schauen wir gemeinsam darauf, wie inklusive Sprache funktionieren kann: über das sogenannte Gendern, geschlechtsneutrale Formulierungen ohne Sonderzeichen, Neopronomen, respektvolle Anredeformen und Wege, Sprache niederschwellig zu öffnen. Dazu gehört auch ein Blick auf aktuelle Debatten, Regelungen an Schulen und typische Missverständnisse.
Der Schwerpunkt liegt auf Praxis: Wir probieren Formulierungen aus, testen Alternativen, sprechen über Stolpersteine und entwickeln Strategien, die im Alltag, in Bildungskontexten und in der Community funktionieren. Ziel ist nicht Perfektion, sondern Handlungssicherheit – und ein Gefühl dafür, wie Sprache Menschen stärken kann.
Janboris Ann-Kathrin Rätz hat über 25 Jahre als Reporterin und Moderatorin für öffentlich-rechtliche und private Sender wie Deutsche Welle, ZDF und n-tv gearbeitet. Von 2014 bis 2024 war Janboris Ann-Kathrin Rätz vor der Kamera des SWR zu sehen. Als Nachrichtensprecherin des rheinland-pfälzischen Nachrichtenmagazins war dey die erste offen nicht-binäre Person in der Moderation eines Newsformats. 2024 gab Janboris Ann-Kathrin Rätz die Tätigkeit beim SWR auf und arbeitet seitdem freiberuflich als Moderatorin und Speaker*in. Mit Interviews, Vorträgen und Diversity-Workshops setzt dey sich für die Sichtbarkeit und Rechte queerer Menschen sowie anderer Minderheiten ein. Vielfalt gehört nicht an den Rand, sondern mitten hinein.
Workshop 2 mit Heik Zimmermann
Titel: Geschlechtersensibel begleiten – trans* und nicht-binäre Kinder und Jugendliche traumasensibel unterstützen
Trans* und nicht-binäre Kinder und Jugendliche bewegen sich häufig in Kontexten, die von binären Geschlechternormen geprägt sind. Fehlendes Wissen, Unsicherheiten oder ablehnende Haltungen können dabei zu Belastungen und (Re-)Traumatisierungen führen.
Der Workshop vermittelt Grundlagen geschlechtersensibler Arbeit mit besonderem Fokus auf die Lebensrealitäten trans* und nicht-binärer junger Menschen. Zentrale traumapädagogische Prinzipien wie Sicherheit, Beziehung, Selbstwirksamkeit und Stabilisierung werden auf die pädagogische Begleitung übertragen.
Die Teilnehmenden reflektieren eigene Haltungen, lernen Schutz- und Handlungsmöglichkeiten kennen und entwickeln praxisnahe Strategien für einen wertschätzenden, traumasensiblen Umgang in ihrem Arbeitsalltag. Ziel ist es, Räume zu schaffen, die Anerkennung, Schutz und Entwicklung ermöglichen.
Heik Zimmermann (sie/ihr/keine) kommt aus der pädagogischen Arbeit und ist in Sexualtherapie und Sexualpädagogik zertifiziert; derzeit absolviert sie eine Weiterbildung zur Traumapädagogin. Vor 12 Jahren gründete sie den ersten Elterntreff für Familien mit queeren Kindern in Rheinland-Pfalz und berät seither Familien sowie pädagogische und therapeutische Institutionen. Seit 2019 leitet sie das Kompetenzzentrum Transidentität und Diversität in Frankfurt am Main/Mittelhessen, begleitet tna-Menschen und ihre Familien, bietet Fortbildungen an und engagiert sich politisch. Für ihr ehrenamtliches Engagement wurde sie 2021 mit dem Landesverdienstorden Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. Weitere Informationen unter https://dgti.org/
Workshop 3 mit Dr. Max Appenroth
Titel: Zwischen Identität und Institution
Wie navigieren trans* und nicht-binäre Jugendliche durch ein System, das oft noch starr in normativ-binären Strukturen denkt?
In diesem Input schaffen wir ein gemeinsames Fundament: Wir klären aktuelle Begriffe, besprechen die Vielfalt geschlechtlicher Identitäten und werfen einen Blick auf die spezifischen Herausforderungen im Alltag der jungen Menschen und ihrer Familien. Ziel ist es, Fachkräfte aus Gesundheit, Schule und Jugendhilfe für die Bedarfe dieser Zielgruppe zu sensibilisieren und erste Impulse für eine geschlechtersensible Begleitung zu setzen.
Dr. Max Appenroth (keine Pronomen/er) ist trans* Aktivist und setzt sich seit über 25 Jahren für die Rechte queerer Menschen ein. Max arbeitet als Diversity-Berater, promovierter Medizinwissenschaftler und systemischer Coach und ist national wie international tätig. Als Keynote-Speaker, Moderator, Autor mehrerer Bücher und Educational Social Media Content Creator vermittelt Max zugängliche Bildung zu vielfältigen Lebensrealitäten. Weitere Informationen unter www.maxappenroth.com
Workshop 4 mit Julia Monro
Titel: Teilhabe unter Vorbehalt: Gesellschaftspolitische Herausforderungen und was trans Jugendliche für sich verinnerlichen
Trans Jugendliche wachsen in einer Gesellschaft auf, die rechtlich zunehmend Anerkennung verspricht, gleichzeitig aber in zentralen Lebensbereichen strukturelle Ausschlüsse reproduziert. Ob im Gesundheitssystem, in Schule und Ausbildung, im Sport oder im öffentlichen Diskurs – Teilhabe ist häufig an Bedingungen geknüpft, verzögert oder faktisch eingeschränkt. Für viele junge Menschen entsteht daraus ein prägendes Erfahrungswissen: „Ich passe nicht in diese Gesellschaft.“
Dieser Vortrag analysiert die gesellschaftspolitischen Entwicklungen und Rahmenbedingungen, in denen trans Jugendliche aufwachsen, und zeigt, wie sich strukturelle Widersprüche auf ihre Lebensrealität auswirken.
Mein Name ist Julia Monro. Seit 2017 engagiere ich mich als queerpolitische Beraterin und Referentin für geschlechtliche Vielfalt sowie allgemeine LSBTI*-Themen. Mein Ziel ist es, die Lebenssituation sozialer Minderheiten zu verbessern, Inklusion und Teilhabe zu fördern, Diskriminierung abzubauen und zu einer vielfältigen, demokratischen Gesellschaft beizutragen. Weitere Informationen unter https://julia-monro.de/
Konferenzplanung und Organisation:
Herr Hendrik Müller, Netzwerkkoordination nach dem Landes- und Bundeskinderschutzgesetz
(Jugendamt Landkreis Vulkaneifel)
Moderatorin:
Frau Hiltrud Göbel
