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Revolution der Reproduktion?
Lesung und Diskussion mit Bini Adamzcak am 11. Januar von 18 - 20 Uhr.

Vor 104 Jahren brach die Russische Revolution aus. Menschen, die eben noch für Frauen gehalten wurden, zogen sich Hosen an, schoren sich die Haare, griffen zu Zigaretten und Gewehren. Bald darauf ließen sie sich scheiden – ein handgeschriebener Zettel reichte dafür. Es war – auch – eine queerfeministische Revolution. Sie brachte neben der Legalisierung von Abtreibung und Homosex erste tapsige Schritte zur Auflösung der Familie. Letztere bildete, als Produktionseinheit, den zentralen Angriffspunkt der sowjetischen Emanzipationspolitik, die darum bemüht war, weniger an der symbolischen Ordnung als an deren materiellen Grundlagen anzusetzen. Das kommunistische Glück, ohnehin von einer maskulinen Norm getrübt, hielt nicht lange. Aber das in der Revolution gegebene Versprechen bleibt lebendig, es ist, offenkundig, noch lange nicht erfüllt. Laut Alexandra Kollontai, erste Ministerin der Moderne, ist es das Versprechen auf eine Welt, deren gesellschaftliche Bindungen von solcher Zärtlichkeit sind, dass sie keine Flucht in die Liebe, weil keine Angst vor der Einsamkeit mehr kennt.

Die Veranstaltung wird vom Studienfach Geschlechterforschung und dem Referat für politische Bildung des AStA der Universität Göttingen organisiert.


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