Roundtable „Digitale Bestandserfassung“:
Vom realen Bestand zur nutzbaren digitalen Grundlage
Wie wird aus dem gebauten Bestand eine verlässliche digitale Datengrundlage? Dieser Frage widmet sich buildingSMART Deutschland am 11. November 2026 in einem offenen Online-Roundtable. Ziel ist es, das breite Themenfeld der digitalen Bestandserfassung zu strukturieren und die Gründung einer neuen Fachgruppe vorzubereiten. Fachleute aller Disziplinen sind eingeladen, sich von Beginn an einzubringen.
Zum Hintergrund
Der weitaus größte Teil der gebauten Umwelt existiert bereits. Wer digitale Methoden wie Building Information Modeling auch bei Gebäuden, technischen Anlagen sowie ober- und unterirdischen Infrastrukturen effizient einsetzen will, benötigt deshalb eine digitale Erfassung des Bestands. Gerade hier liegen Informationen jedoch häufig nur unvollständig, in unterschiedlichen Formaten oder ausschließlich in analogen Unterlagen vor.
Moderne Erfassungsmethoden wie Laserscanning, Photogrammetrie und Mobile Mapping sowie weitere Sensor- und Vermessungstechnologien können hier Abhilfe schaffen. Sie erfassen den Bestand digital und liefern geometrische Informationen, die sich durch weitere Aufbereitung und Verknüpfung um semantische Informationen ergänzen lassen. So entstehen Punktwolken, Bestandsmodelle oder As-Built-Modelle, die als Datengrundlage für Planung, Sanierung, Modernisierung und Betrieb dienen. Zusammen ermöglichen sie automatisierte Prozesse und belastbare Kollisionsprüfungen, reduzieren Planungsrisiken und bilden die Basis für weiterführende Anwendungen bis hin zum Digitalen Zwilling.
Ziele des Roundtable „Digitale Bestandserfassung“
Zentrale Fragen einer möglichen buildingSMART-Fachgruppe sind derzeit noch offen. Es kann aber um folgende Fragestellungen gehen:
- Welche Informationen werden für welchen Anwendungsfall tatsächlich benötigt?
- Welche Verfahren und Technologien eignen sich dafür?
- Wie lassen sich die gewonnenen Daten strukturiert weiterverwenden?
- Wo fehlen bislang offene Standards und einheitliche Prozesse?
Gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Bereichen will buildingSMART Deutschland das Themenfeld nach Anwendungsfällen, Fachdisziplinen, Technologien, Datenformaten und Standardisierungsbedarf ordnen. Daraus sollen die möglichen Arbeitsschwerpunkte einer neuen Fachgruppe entstehen. Teilnehmende haben somit die Gelegenheit, ihre Erfahrungen, Anforderungen und Ideen einzubringen und die künftige Arbeit der Fachgruppe aktiv mitzugestalten.