Anmeldung beendet
Info
Sister Cities in Public Spaces: Erinnern. Gestalten
3. September 2026 | 13:30 - 19:00 Uhr | Refugio Berlin
Sister Cities in Action und Decolonize Berlin laden herzlich zur Veranstaltung „Sister Cities in Public Spaces: Erinnern. Gestalten.“ ein.
Den Auftakt bilden drei Kurzvideos mit Einblicken in Erinnerungspraxen der Berliner Partnerstädte Windhoek, Jakarta und Mexiko-Stadt, sowie eine Keynote zu zukunftsfähigen Formen des Erinnerns in Berlin.
In 4 Workshops entwickeln und erproben wir konkrete Praxen des Erinnerns für den öffentlichen Raum.
Gemeinsam mit Euch/Ihnen möchten wir Perspektiven erkunden, die historisch sensibel und zugleich gesellschaftlich positiv in die Zukunft blicken. Auch wenn Erinnerungspraktiken häufig von schmerzhaften oder einschneidenden Ereignissen der Vergangenheit ausgehen, richtet die Veranstaltung den Blick bewusst nach vorn: Wie können Erinnerungspraxen zu einem aktiven Gestaltungsraum für eine inklusive und lebenswerte Stadtgesellschaft werden? Wie können daraus positive Zukunftsvisionen entstehen? Welche Rolle können Städtepartnerschaften dabei spielen? Und wie wird Erinnerungskultur von Diasporagruppen in Berlin erlebt und gestaltet?
Die Veranstaltung lädt bei Kaffee und Kuchen sowie einem gemeinsamen Abendessen auch zu einem informellen lebendigen Austausch ein.
Program
| Programm | |
13:30 Uhr | Ankommen bei Kaffee und Kuchen |
14:00 Uhr | Begrüßung und Vorstellung des Programms |
14:10 Uhr | Keynote 1 „Erinnerungspraxis im öffentlichen Raum in Berlin“ Kurze Videoinputs zu „Erinnerungspraxen im öffentlichen Raum“ aus den Berliner Partnerstädten: |
14:40 Uhr | Vorstellung der Workshops |
14:50 Uhr | Workshop 1 Sangre de mi Sangre – Tansnationale Erinnerungspraxis Workshop 2 Kolonialismus erinnern – Wie lässt sich Erinnerungsarbeit partizipativ gestalten? Workshop 3 Straßen erzählen Geschichte Workshop 4 4 Städte. 4 Wandbilder. Erinnerung trifft Zukunft. |
17:15 Uhr | Teilen von Ergebnissen und Eindrücken aus den Workshops |
17:45 Uhr | Abschluss |
18:00 Uhr | Gemeinsames Abendessen und informeller Austausch |
Keynote aus Berlin und Videoinputs aus den Partnerstädten zu „Erinnerungspraxen im öffentlichen Raum"
1) Aus Berlin mit Dr. Noa K. Ha und einem Impuls zu zukunftsorientierten Formen des Erinnerns und Möglichkeitsräumen, die sich durch Städtepartnerschaftsarbeit für kollektives Erinnern eröffnen.
2) Aus Jakarta mit Aksi Kamisan ("Donnerstagsaktion") eine Bewegung von Opfern von Menschenrechtsverletzungen und ihren Angehörigen.
3) Aus Mexiko-Stadt mit Antimonumentos. Im Gegensatz zu offiziellen Denkmäler verwandeln sie den öffentlichen Raum in einen Ort des Erinnerns, des Widerstands und der Gerechtigkeit
4) Aus Windhoek mit Buhle Ndhlovu, eine namibische Schriftstellerin, Redakteurin, Kuratorin und visuelle Anthropologin.
Workshopbeschreibungen
Workshop 1
Sangre de mi Sangre – Tansnationale Erinnerungspraxis
Mit: Netzwerk gegen Feminizide und Colectiva Hilos
Die partizipative Kunstaktion „Sangre de mi Sangre“ (Blut meines Blutes) wurde 2019 vom feministischen Colectiva Hilos in Guadalajara, Mexiko, initiiert, um durch gemeinsames Fingerhäkeln im öffentlichen Raum auf Feminizide und das gewaltsame Verschwindenlassen von Personen aufmerksam zu machen. Es entstehen große rote Netze, die zum einen das durch patriarchale Gewalt vergossene Blut symbolisieren und zugleich Ausdruck von kollektivem Widerstand, Solidarität und lebendiger Erinnerung sind.
Weltweit beteiligen sich an zahlreichen Orten Gruppen, um sich miteinander zu vernetzen und das durch die Gewalt zerfaserte soziale Gefüge wieder herzustellen. Das Netzwerk gegen Feminizide beteiligt sich seit 2024 an der Initiative, um auf die auch in Deutschland nahezu täglich verübten Feminizide aufmerksam zu machen und transnationale feministische Kämpfe miteinander zu verbinden.
Im Workshop wird die Initative vorgestellt, das Fingerhäkeln als Erinnerungspraxis erprobt und über unterschiedliche Erfahrungen im Kontext patriachaler Gewalt ausgetauscht.
Workshop 2
Kolonialismus erinnern – Wie lässt sich Erinnerungsarbeit partizipativ gestalten?
Mit: Dr. Ibou Coulibaly Diop
Das Team von Kolonialismus erinnern arbeitet zusammen mit zivilgesellschaftlichen Akteur*innen an der Umsetzung des Berliner Erinnerungskonzepts Kolonialismus. Zentrale Aufgaben sind die Schaffung eines Lern- und Erinnerungsorts zum Kolonialismus, die Stärkung einer dezentral organisierten Erinnerungslandschaft und die Stärkung dauerhafter Strukturen. „Was ist Erinnerungsarbeit, wie funktioniert sie und welche Rolle spielt die Zivilgesellschaft dabei?“
Der Workshop wird sich mit zentralen Fragen der Erinnerungsarbeit zur Kolonialgeschichte auseinandersetzen. Gemeinsam möchten wir diskutieren, wie Erinnerung an Kolonialismus in einer pluralen Gesellschaft gedacht und gestaltet werden kann und wie dabei Aushandlungen von Teilhabe und Zugehörigkeit stattfinden.
Workshop 3
Straßen erzählen Geschichte
Mit: Decolonize Berlin
Decolonize Berlin setzt sich für die kritische Auseinandersetzung mit Geschichten und Gegenwarten von Kolonialismus und Rassismus, für die Anerkennung und Aufarbeitung kolonialen Unrechts sowie für eine gesamtgesellschaftliche Dekolonisierung ein.
Der Workshop zeigt, wie sich koloniale Geschichte im Alltag entdecken lässt – an Straßennamen, Stolpersteinen, Pflanzen oder Lebensmitteln. Teilnehmende lernen praxisnahe Methoden kennen, um das Thema Kolonialismus lebensweltorientiert in der Bildungsarbeit mit Jugendlichen zu vermitteln.
Workshop 4
4 Städte. 4 Wandbilder. Erinnerung trifft Zukunft.
Mit: Sister Cities in Action
Im Rahmen von Sister Cities in Action wird in kollektiven kreativen Prozessen zwischen Sommer 2026 bis Anfang 2028 in Jakarta, Mexiko-Stadt, Windhoek und Berlin je ein Wandbild entstehen. Diese schaffen Sichtbarkeit für die zwischen den Städten bestehenden Städtepartnerschaften. Über niedrigschwellige Formen der Bürgerbeteiligung wird zum Dialog über Themen global gerechter Städte angeregt und gleichzeitig an bestehende Ungerechtigkeiten erinnert. Aus diesen Reflexionen entstehen letztlich Austauschräume um über positive Zukunftsvisionen nachzudenken und diese in Wandbildern zu visualisieren.
Veranstaltungsort
Lenaustraße 312047 Berlin
Deutschland
Koordinaten (Lat, Long):
52.489868, 13.42512
Karte anzeigenRoutenplanung
Hinweise
Der Eingang vom Refugio Berlin ist in der Lenaustr. 4!!
Wir öffnen die Türen des Refugio Berlin ab 13:30 Uhr für ein entspanntes Ankommen bei Kaffee und Kuchen.