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#Sonic Excursions III - OnAir. 100 Jahre Radio - Konzert und Führung durch die Ausstellung


Die Veranstaltungsreihe #SonicExcursions verbindet einen geführten Ausstellungsrundgang durch "OnAir. 100 Jahre Radio" mit einem Konzert.


Das Radio ist seit seiner Entstehung sehr eng mit der Entwicklung elektronischer Musik verbunden. Die ersten Studios elektronischer Musik waren Radioversuchsanstalten, wie beispielsweise die Rundfunkversuchsstelle der Berliner Musikhochschule, in der Friedrich Trautwein 1930 das Trautonium entwickelte, oder das Studio des französischen Rundfunks (RDF), in dem Pierre Schaeffer im "Club d'essai" in den 1940er Jahren die Grundlagen zur "Musique concrète" legte. Nahegelegt wurde diese Verbindung durch die "Körperlosigkeit" der Funkübertragung, die analog zur Magie einer elektronischen Schallübertragung ohne Instrumente mit Resonanzkörpern erlebt wurde. Mittlerweile gibt es eine umfangreiche Historie von "Radiokunst", die speziell für das Medium Radio entwickelt wurde. In der Reihe "sonic excursions" werden verschiedene Werke und Herangehensweisen von Studierenden und Lehrenden der HfMDK präsentiert und kommentiert."

In Zusammenarbeit mit dem Studio für Elektronische Musik und Akustik (SELMA) der HfMDK Frankfurt.



Ort: Museum für Kommunikation Frankfurt, Schaumainkai 53, 60596 Frankfurt am Main


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Programm: 


Lydia Balz

Dosophone Generationen

Installative Arbeit, 2021/22


Die meisten von uns haben als Kind wahrscheinlich irgendwann einmal ein Dosentelefon gebaut. Das Prinzip ist einfach: zwei leere Konservenbüchsen als Sender und Empfänger verbunden mit einer Schnur ergeben ein primitives Kommunikationsmittel. Dabei funktioniert die Klangübertragung auch über weite Entfernungen erstaunlich gut. Für meine installative Arbeit Dosophone Generationen verwende ich dieses Prinzip und schaffe ein Netzwerk aus Dosentelefonen. Zur Anwendung kommen außerdem mehrere Kontaktlautsprecher, über die ein Audiosignal in das System eingespeist wird. Schnipsel von sprachähnlichen Geräuschen werden so im Raum verteilt und können an einem anderen Ort als eine neue Generation wieder gehört werden. Die verwendeten Materialien und deren Kombination beeinflussen den Klang, sodass das Netzwerk der Dosentelefone nicht nur als Schallüberträger fungiert, sondern selber zum Instrument wird.


Robin Wächtershäuser

Fraktur

Bandstück für quadrophonischen Lautsprecheraufbau 


Fraktur ist ein Stück akusmatischer Musik, dessen kompositorischer Ansatz dem der Musique Concrète ähnelt, welche auf den, nach dem zweiten Weltkrieg beim französischen Rundfunk arbeitenden, Ingenieur und Komponisten Pierre Schaeffer zurückgeht. Im Gegensatz zu den analogen Methoden zur Klangmanipulation der 40er, 50er und folgenden Jahre steht jedoch die hier verwendete digitale Technik der Granularsynthese. 


Karlheinz Stockhausen

Studie II (1954)

Tonband 1-Kanal


Die Entstehung der Elektronischen Musik ist historisch untrennbar mit der Geschichte diverser Rundfunkanstalten verknüpft. Diese boten nicht nur die technische Infrastruktur, sondern insbesondere auch den Willen, mit dieser Infrastruktur die Entwicklung einer bezüglich Entstehungsprozessen und Präsentationsformen gänzlich neuen Musik voranzutreiben.

Mit Karlheinz Stockhausens Studie II ist ein Schlüsselwerk der Elektronischen Musik zu hören. Das stringent seriell komponierte, dritte Werk des Elektroakustik-Pioniers wurde vom NWDR beauftragt und 1954 im Studio für elektronische Musik des WDR in Kön realisiert. Als Klangmaterial wurden Sinustöne verwendet, welche als durch Bandschnittverfahren hergestellte Tonabfolgen in die Hallräume des Studios projiziert wurden. Die so entstehenden Raumantworten wurden abermals auf Band aufgezeichnet und weiter mit viel Handarbeit und teils komplexen Bandschnitttechniken arrangiert. Das Stück ist auf einer Tonspur umgesetzt und wird hier dementsprechend auf einem einzigen Lautsprecher präsentiert.


Beatriz Ferreyra

Murmureln (2003)

Tonband 2-Kanal


Mit einem Zeitsprung landen wir bei Beatriz Ferreyra’s Zweikanal-Bandstück Murmureln, welches vom Deutschlandradio Berlin beauftragt und 2003 uraufgeführt wurde. Die 1937 in Argentinien geborene Komponistin reflektiert darin einen Bestandteil der Kultur, welche Ihre Kindheit prägte: Den Comparsita Tango. Eingehend rhythmisch unverkennbar daran erinnernd und hergestellt aus kurzen Schnipseln tatsächlicher Tangomusik von Astor Piazzola, Anibal Troilo, Susana Rinaldi und Roberto Goyeneche kreiert die Komponistin eine Musik, die sich trotz der klaren Referenzen von ihrem Ursprung zu lösen vermag und verbindet so argentinische Tanzmusik mit der Elektronischen Musik, welche die Komponistin durch ihr Schaffen ihrerseits mitprägt.

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Aufgrund von Hygiene- und Abstandsregeln sind die Plätze begrenzt. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist nur mit Anmeldung möglich.


18:30 - 20:00 Führung durch die Ausstellung OnAir. 100 Jahre Radio + Live Performance (SLOT 1)

19:30 - 21:00 Führung durch die Ausstellung OnAir. 100 Jahre Radio + Live Performance (SLOT 2)

20:30 - 22:00 Führung durch die Ausstellung OnAir. 100 Jahre Radio + Live Performance (SLOT 3)



Eintritt: 15 Euro / 7,50 Euro ermäßigt (Student:innen) 




Besucher:innen müssen die aktuelle 2G-Plus-Regelung einhalten. Für den Einlass ist neben einem Impf- oder einem Genesenennachweis zusätzlich ein Antigen-Testnachweis von einem offiziellen Testzentrum (nicht älter als 24 Stunden), ein PCR-Testnachweis (nicht älter als 48 Stunden) oder das Testheft bei Schülerinnen und Schülern erforderlich. Personen, die bereits eine Auffrischungsimpfung (Booster-Impfung) erhalten haben, benötigen keinen zusätzlichen Testnachweis.



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