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 Konferenz


Trans* und Arbeitsmarkt:

Coming-out-Prozesse bewusst gestalten und steuern


Keynotes, Impulsvorträge und Werkstatt für Personaler*innen und Arbeitgeber*innen

eine Veranstaltung des Bundesverband Trans* (BVT*)

im Rahmen des Projekts Transvisible



Online über Zoom am 29.02.2024 von 10 bis 16.30 Uhr (offenes Forum mit festgelegten Werkstatt-Zeiten)

für Teilnehmende kostenfrei

Anmeldeschluss: 23.02.2024 um 12 Uhr


Viele trans* und nicht-binäre Personen scheuen ein Coming-out am Arbeitsplatz: Karriereknick und Diskriminierung werden befürchtet. Hat das Unternehmen noch keine Prozesse für eine Vornamens- oder Personenstandsänderung etabliert, sorgen sich viele trans* und nicht-binäre Personen vor Diskussionen und Auseinandersetzungen. Gelingt jedoch ein Coming-out-Prozess, steigt die Zufriedenheit der trans* und nicht-binären Mitarbeitenden und weitere Fachkräfte, die moderne Arbeitsumfelder suchen, werden angezogen.

Die Transvisible-Tagung am 29.02.2024 dreht sich aus diesem Grund um das Thema Coming-out-Prozesse: Wie können Unternehmen trans* und nicht-binäre Personen bei einem Coming-out am Arbeitsplatz unterstützen und damit wichtige Fachkräfte an sich binden? Welche unterstützenden Maßnahmen können Arbeitgeber*innen anbieten? Und wie können bereits vor einem Coming-out Rahmenbedingungen gesetzt werden, die trans* und nicht-binären Personen ein Coming-out erleichtern? Wie können Unternehmen hausinterne Coming-out-Hindernisse, die trans* und nicht-binäre Personen zum Gehen bewegen, gezielt abbauen? Wie kann ein Unternehmen ein Ort werden, an dem Coming-out-Prozesse leicht werden und wie wird das nach außen kommuniziert?

Am 29.02.2024 beantworten und bearbeiten wir diese und weitere Fragen in Impulsvorträgen und mehreren Werkstätten, die ganz praktische Themenfelder rund um das Thema Coming-out im Job und weitere personalpolitische Themen aufgreifen. Eingeladen sind Personaler*innen, Betriebsräte, Personalräte, LSBTIQ-Netzwerke, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte sowie weitere unternehmensinterne Gremien wie Schwerbehindertenvertretung, Jugend- und Auszubildendenvertretungen und alle Interessierte.


Für die Teilnahme ist eine Voranmeldung notwendig: Zur Anmeldung »

Der Teilnahmelink wird wenige Tage vor der Konferenz per Mail versendet.


PROGRAMM

10 Uhr Begrüßung und Vorstellung des Programms


10.20 Uhr Keynote von Jo Labecka von der PROUT AT WORK Foundation zum Thema: Trans* Coming Out - Vorteile einer verantwortungsbewussten Begleitung im Unternehmenskontext 


10.45 Uhr Impulsvortrag von Gabriel_Nox Koenig, Tagungsleitung und zuständig für den Bereich Trans* und Arbeit beim Bundesverband Trans*


Die Werkstätten finden von 11.30 bis 13 Uhr und 14 Uhr bis 15.30 Uhr statt.

Gerne können Sie auch ausschließlich zu einer Werkstatt kommen.


Werkstatt 1: Arbeitsrecht und geschlechtliche Vielfalt - Diskriminierungsarme Lösungsvorschläge entlang der praktischen Fragen von Arbeitgebenden
Mit Friederike Boll, Fachanwältin für Arbeitsrecht, Kanzlei geRechtsanwältinnen (Frankfurt/Wuppertal)

Arbeitsrecht und geschlechtliche Vielfalt - Diskriminierungsarme Lösungsvorschläge entlang der praktischen Fragen von Arbeitgebenden

Besonders bei Transitionen und im Umgang mit nicht-binären Mitarbeitenden stellen sich Arbeitgebenden oft eine Reihe praktischer Fragen, zu denen es kaum verlässliche Informationen gibt. Auch Urteile sind zu vielen Konstellationen noch nicht gesprochen. In der Werkstatt werden wir von diesen Fragen ausgehen. Die Fachanwältin für Arbeitsrecht Friederike Boll gibt klärende Hinweise, sorgt für Systemverständnis im Zusammenspiel der verschiedenen Rechtsgebiete und schlägt pragmatische, rechtskonforme Umgangsweisen aus ihrer Praxiserfahrung vor: Von Arbeitsschutz bis Zeugnisneuausstellung.


Werkstatt 2: Coming-out am Arbeitsplatz gestalten - Tipps und Tools, um Arbeitnehmer*innen gut zu begleiten
Mit Sy Legath, Referent/ Project Lead bei der Prout at Work Foundation


Werkstatt 3: Als Arbeitgebende Intersektionalität mitdenken - So gestalten Sie ein inklusives Arbeitsumfeld für alle Angestellten
Mit Cathérine Ngoli von Cathérine Ngoli Consulting

Welche Vorteile und Chancen ergeben sich durch ein inklusives Arbeitsumfeld? Welche Verantwortung tragen Unternehmen und Führungskräfte? Welche Handlungsstrategien gibt es, um eine inklusive Arbeitsplatzumgebung nachhaltig zu etablieren? Diesen Fragen werden wir in dieser Werkstatt nachgehen.


Werkstatt 4: Spitze Bemerkungen und schräge Blicke? - Umgang mit Mikroaggressionen am Arbeitsplatz
Mit Kalle Hümpfner, Fachreferent*in für gesellschaftspolitische Arbeit vom Bundesverband Trans*

Aktuelle Studien zur Diskriminierung am Arbeitsmarkt berichten, dass trans* Personen im Job häufig Abwertungen erfahren. Doch wo fängt eine Beleidigung oder Herabsetzung eigentlich an? Vermeintlich kleine diskriminierende Gesten werden Mikroaggressionen genannt. Auf Dauer können sie zur Belastung werden, die Unzufriedenheit am Arbeitsplatz erhöhen oder gar zu einem Burn-out führen. Als Arbeitgeber*in ist es daher wichtig, sich zu fragen, wie ein respektvolles Miteinander proaktiv gestaltet werden kann.
In dieser Werkstatt wird eingangs das Konzept von Mikroaggressionen und dessen Bedeutung für die Organisationskultur erläutert. Daran anknüpfend werden gemeinsam Maßnahmen diskutiert, wie ein trans*freundliches Arbeitsklima geschaffen werden kann.


15:45 bis 16.30 Uhr Austausch zu den Ergebnissen der Werkstätten und Abschluss



Für die Teilnahme ist eine Voranmeldung notwendig: Zur Anmeldung »



Die Veranstaltung wird vom Bundesverband Trans* ausgerichtet und findet im Rahmen des Projekts Transvisible statt.

Die Transvisible-Konferenz fand zum ersten Mal im Januar 2021 statt. Die erste Konferenz war eingebunden in das EU-Projekt "Transvisible", das in den Jahren 2019 und 2020 durchgeführt wurde. Das Projekt wurde vom Erasmus+ Programm der Europäischen Union gefördert. Fünf Organisationen aus vier europäischen Ländern waren Partner*innen im Projekt: SURT aus Barcelona (Katalonien, Spanien), die Forschungsgruppe zu Geschlecht und sexueller Vielfalt der Universitat de Vic (Katalonien, Spanien), das Transgender Equality Network Irland, die Háttér Society (Ungarn) und der Bundesverband Trans* (Deutschland) waren daran beteiligt.

Der Bundesverband Trans* setzt die Arbeit am Thema nach Ende des EU-Projektes fort - nun mit Unterstützung des Bundesprogramms Demokratie Leben!

Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung des BMFSFJ oder des BAFzA dar. Für inhaltliche Aussagen tragen die Autor*innen die Verantwortung.