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Webtalk

Vernachlässigte Tropenkrankheiten
und ihre Bedeutung für Europa

Chagas-Krankheit eine kaum beachtete Tropenkrankheit

Im Januar 2021 unterstützen in Deutschland das Deutsche Netzwerk gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten (DNTDs) und viele unserer Mitglieder  weltweit Aktionen im Zeichen der vernachlässigten Tropenkrankheiten. Zum Auftakt der Aktionswoche am 25. Januar 2021, an der sich u.a. die DAHW, CBM und Bayer beteiligen, laden wir Sie unter der Schrimherrschaft von Herrn Dr. Georg Kippels MdB ganz herzlich zu unserem Web Talk ein. 


Ein  Drittel aller neuen Infektionskrankheiten stammen von Tieren ab. Zoonosen sind Infektionskrankheiten, die wechselseitig zwischen Menschen und Tier übertragen werden. 60–70 % aller beim Menschen neu auftretenden Infektionskrankheiten stammen ursprünglich von Tieren: Auch die Chagas-Krankheit hat zoonotische Reservoire. Sie ist eine der 20 vernachlässigten Tropenkrankheiten, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf Ihre gleichnamige Liste gesetzt hat mit dem Ziel, diese zu eliminieren. Sie tritt hauptsächlich in Lateinamerika auf, breitet sich aber langsam auch in anderen Weltregionen aus, auch in Europa.


Am Beispiel der Chagas-Krankheit wollen wir zeigen, wie wichtig gute Hygienekonzepte, die Bakämpfung von lokalen Zwischenwirten, insbesonderre bei großer physischer Nähe zu Infektionsquellen, aber auch vor-Ort Diagnostik und Prävention ist. 

 

Die Ansteckungsgefahr mit vernachlässigten Tropenkrankheiten steigt in Europa insbesondere durch die Übertragung der Parasiten von latent infizierten Müttern auf die ungeborenen Kinder oder durch mit Chagaserreger kontaminierte Blutkonserven.


Ein Problem bei der Bekämpfung der Chagas-Krankheit ist, dass die Infektionskrankheit in der Regel nicht rechtzeitig diagnostiziert wird, da die Symptome am Anfang sehr unspezifisch sind (Symptome wie bei einer Erkältung).  Ohne Diagnose oder Behandlung kann aber Chagas zu schweren gesundheitlichen Komplikationen führen, wie Herzerkrankungen, die z.T. den Tod zur Folge haben.


Am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin im Hamburg arbeiten ForscherInnen an einer Studie, um mehr über die Erkrankung in Deutschland herauszufinden. Sie widmen sich dem Screening, der Erforschung, der Prävention und der Aufklärung zur Chagas-Krankheit. Im Rahmen dieser Studie werden in Deutschland lebende Menschen lateinamerikanischer Herkunft über die Krankheit informiert. Bei Bedarf können die StudienteilnehmerInnen eine kostenlose Diagnose und Behandlung am BNITM erhalten. Außerdem setzt sich das Projekt für eine Veränderung der Präventionspolitik dieser Krankheit für lateinamerikanische Menschen ein.


Das Missionsärztliche Institut Würzburg leitet in ländlichen Gebieten Kolumbiens ein großes Projekt gegen die Chagaserkrankung. Das Programm folgt dem „One Health Ansatz“ und besteht aus drei Säulen: dem medizinischen Teil (Krankheitsscreening, observierte Therapie, Therapieerfolg und Patientennachverfolgung), dem Überwachungsteil (Screening nach den übertragenden Insekten, Sprayaktionen, Programminitiierungen) und dem Ausbildungsteil (über Chagas, infektiöse Erkrankungen, Hygiene, etc.). Zusätzlich werden auch Ko-Infektionen und andere sich neu ausbreitende infektiöse Krankheiten (z.B. gastrointestinale Infektionen, Leishmaniose, etc.) behandelt. Das Gesamtsystem wir betrachtet, in dem sich die Krankheit entwickelt und verbreitet. Es geht um Zusammenhänge zwischen Landwirtschaft, Tiermedizin, Humanmedizin und und Ernährung.


Das deutsche Pharmaunternehmen Bayer z.B. unterstützt seit 2004 die WHO in ihrem Kampf gegen die Chagas-Krankheit, mit jährlich 1 Millionen kostenfreien Tabletten Lampit (Nifurtimox) und mit zusätzlichen 300.000 € pro Jahr für Logistik and Verteilung.


Das Institut für Med. Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie der Universität Bonn arbeitet mit der Drugs for Neglected Disease Initiative (DNDi, Genf) an der Entwicklung des Medikaments Fexinidazol gegen die Chagas-Krankheit, welches 2018 bereits für die Schlafkrankheit zugelassen wurde.


Die Chagas-Krankheit ist eine der 20 vernachlässigten Tropenkrankheiten, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf Ihre Liste gesetzt hat, mit dem Ziel diese zu eliminieren. Eine Impfung gegen die Chagas-Krankheit gibt es nicht. Weltweit sind nach Schätzungen der WHO etwa 6 bis 7 Millionen Menschen infiziert, wobei der Großteil in Lateinamerika lebt (ca. 4,6 Millionen), gefolgt von den USA mit über 300.000 und Europa mit ca. 80.000 infizierten Menschen.



Programm

16:00 Uhr Begrüßung

Dr. Georg Kippels
Sprecher des Parlamentarischen Beirates zur Bekämpfung vernachlässigter Tropenkrankheiten zur Stärkung von Gesundheitssystemen

Prof. Dr. Achim Hörauf
Sprecher des DNTDs, Direktor des Instituts für Med. Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie an der Uniklinik Bonn

16:10 Uhr Panellisten

Moderation: Ute Lange

Dr Eric Chatelain, Director of Drug Discovery, DNDi

Privatdozent Dr. Thomas Jacobs, Gruppenleiter am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin Hamburg (BNITM)

Dr. Simone Kann, Missionsärztliches Institut Würzburg

Dr. Ulrich Madeja, Head NTD Programmes, Bayer AG

17:00 Uhr Fragen und Antworten

17:30 Uhr Ende


Teilnehmer

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