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Workshop: Betroffenenperspektiven in der Erinnerungsarbeit
Datum: 20. Mai 2026
Uhrzeit: 14:00-16:00 Uhr (s.t.)
Raum: C 40. 601, Leuphana Universität Lüneburg
Der Workshop mit Ibrahim Arslan thematisiert die Perspektiven von Opfern, Überlebenden, Angehörigen und Betroffenen rechter rassistischer und Antisemitischer Gewalt in Deutschland. Er eröffnet Räume für eine kritische Auseinandersetzung mit Erinnerungspolitik, gesellschaftlichen Kontinuitäten, Empowerment und Demokratiestärkung. Die Erfahrungen der Betroffenen bilden den Ausgangspunkt für Bildung, Reflexion, Empowerment, Resilienz und Handlungsmöglichkeiten.
Am 20. Mai findet um 19:00 Uhr im SCALA Programmkino ebenfalls die Filmvorführung "Die Möllner Briefe" mit einem Filmgespräch mit Ibrahim Arslan statt. Freier Eintritt, Plätze werden nach Verfügbarkeit vor Ort vergeben.
Hintergrund
Am 23. November 1992 verübten zwei Neonazis einen rassistischen Brandanschlag auf das Haus der Familie Arslan in Mölln. Die zehnjährige Yeliz Arslan, die vierzehnjährige AyÅŸe Yılmaz und die 51-jährige Bahide Arslan wurden ermordet. Weitere Familienmitglieder wurden teils schwer verletzt. Zuvor hatten die Täter ein weiteres Haus angezündet. Trotz des klar rassistischen Tatmotivs rückten Ermittlungen zunächst die Betroffenen in den Fokus – ein Beispiel institutionellen und gesellschaftlichen Rassismus, der bis in die NSU-Mordserie und weitere Fälle fortwirkt.
Die Anschläge von Mölln stehen in einer Reihe rassistischer Gewalt – von Hoyerswerda, Rostock-Lichtenhagen und Solingen über den NSU bis zu Halle und Hanau. Die gesellschaftliche Situation der 1990er Jahre zeigt erschreckende Parallelen zur Gegenwart, geprägt von Rechtsruck, rassistischer Mobilisierung, Gewalt und Terror.
Zur Person
Ibrahim Arslan überlebte die rassistischen Brandanschläge von Mölln 1992. Er engagiert sich seit 2007 in der Gedenkkulturellen Arbeit und seit 2014 aktiv in der historisch-politischen Bildungsarbeit, in bundesweiten Veranstaltungen sowie insbesondere in Schulen. Er gründete gemeinsam mit Betroffenen ein bundesweites Netzwerk rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (Solidaritätsnetzwerk-der-Betroffenen).
Weiterführende Informationen
Arslan, Ibrahim/ Nobrega, Onur Suzan: Seit Mölln, 23. November 1992. Ein drei Jahrzehnte langer Weg, auf dem nicht alle Wunden heilen. In: Matthias Quent/Jonas Zipf/Onur Suzan Nobrega/, Rassismus. Macht. Vergessen. (201-218). Bielefeld: transcript Verlag. Zum Volltext
Instagram-Profil von Ibrahim Arslan
Der Workshop ist Teil des Projekts „Zukünfte des Erinnerns in der Postmigrationsgesellschaft: Konflikte, Kontinuitäten, Konkurrenzen“, das von Kevin Drews, Ellen Kollender, Lea Otremba und Monika Schoop an der Leuphana Universität Lüneburg durchgeführt wird.