Umgang mit sexuell grenzverletzendem Verhalten bei Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen im Betreuungsalltag
Fortbildung für Mitarbeitende in Wohneinrichtungen, spezialisierte Fachberatungsstellen und andere Interessierte
16. November 2026, 08:45 - 13:00 Uhr
17. November 2026, 08:45 - 12:00 Uhr
Heutzutage werden Themen wie Sexualität und sexualisierte Gewalt in Unterstützungssystemen für Menschen mit Beeinträchtigungen nicht mehr so stark tabuisiert.
Dennoch kommt es in der Praxis häufig vor, dass Begriffe durcheinandergeraten oder verwechselt werden. Dies kann dazu führen, dass es einerseits zu vorschnellen Zuschreibungen oder Vorverurteilungen kommt, andererseits aber grenzverletzendes oder sogar strafbares Verhalten übersehen wird.
Sexuell übergriffiges Verhalten kann sehr unterschiedliche Hintergründe haben.
So können etwa fehlende sexuelle Bildung, ein mangelnder Zugang zu geeigneten Informationen oder fehlende Peergruppen zu ungewöhnlich anmutenden Verhaltensweisen führen. Auch eingeschränkte Beziehungsmöglichkeiten oder eine unreife sexuelle, soziale, emotionale oder kognitive Entwicklung können zu auffälligem oder unangemessenem Verhalten beitragen.
Nur wenn die Hintergründe eines Verhaltens verstanden werden, können passende Interventionen und Unterstützungsangebote entwickelt werden.
Die Fortbildung findet jeweils an zwei aufeinanderfolgenden Tagen statt und kann nur so gebucht werden. Die Teilnahme ist auch möglich, wenn Sie gerade kein eigenes Anliegen haben. Die Veranstaltung findet in kleinen Gruppen und unter der Referentin Mirka Schulz statt.
Inhaltsbeschreibung
TAG 1 (4 Stunden), 16.November - Inhalte der Fortbildung
- Spiel oder Übergriff? – Grenzziehung in der Praxis
- Vorurteile gegenüber Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen
- Typische Hintergründe jugendlicher Täter*innen
- Die Bedeutung der emotionalen und sozialen Kompetenzen
- Handlungsmöglichkeiten und Interventionen bei sexuell grenzverletzendem Verhalten
TAG 2 (3 Stunden), 17. November- Die Praxis (Fallarbeit)
Die Fortbildung bietet, insbesondere am 2. Tag Raum für Austausch, Reflexion und die Entwicklung von Handlungssicherheit im Umgang mit herausfordernden Situationen.
Anhand selbst eingebrachter Fälle der Teilnehmenden gibt es praxisorientierte Einblicke und erste Lösungsansätze für die Begleitung und Beratung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit kognitiven Beeinträchtigungen.
Für den Fall, dass zu viele Praxisbeispiele und Anliegen eingebracht werden, behalten wir uns vor, eine Auswahl für die Veranstaltung zu treffen.
Falls nicht ausreichend Fallbeispiele vorliegen (oder eingebracht wurden), arbeiten wir gemeinsam an fiktiven Fallbeispielen.
Referentin: Mirka Schulz