Workshop 1: Kritischer Stadtrundgang: Faire Mode zwischen Anspruch und Realität
Leitung: Stephanie Widholm, Eine Welt Forum Düsseldorf e.V.
Bei einem Rundgang rund um die Nordstraße in Pempelfort nutzen wir den Stadtraum als Ausgangspunkt, um die globalen Verflechtungen in der Textilindustrie zu beleuchten. An ausgewählten Stationen setzen wir uns mit Lieferketten, Arbeits- und Menschenrechten, Nachhaltigkeitsversprechen und Unternehmensverantwortung auseinander und diskutieren Chancen und Grenzen fairer Mode. Der Rundgang lädt dazu ein, vertraute Konsummuster zu hinterfragen und aktuelle Entwicklungen der Branche aus einer globalen Perspektive zu betrachten.
Workshop 2: Gemeinwohlorientierung in der Modebranche
Leitung: Claudia Schleicher, Beraterin Gemeinwohl-Ökonomie
Was wäre, wenn in der Modebranche alle Beteiligten gut leben könnten? Was heißt überhaupt „gut leben können“? Und welche Möglichkeiten haben wir als Designer*innen, Händler*innen, Herstellende und nicht zuletzt Kund*innen, um dazu beizutragen? Die Gemeinwohl-Ökonomie hat ein Konzept und verschiedene Instrumente entwickelt, die das Wohl der diversen Stakeholder eines Unternehmens mess- und damit für Unternehmen steuerbar machen.Im Workshop lernen wir es kennen und untersuchen zudem Good Practices nachhaltigen und gemeinwohlorientierten Wirtschaftens auf ihre Wirkung in der Modebranche. Denn: Gewinn und Gemeinwohl sind vereinbar!
Workshop 3: Turbo Mode – Ultra Fast Fashion verstehen und überwinden
Leitung: Lavinia Muth, Post-Sustainability Consultant
SHEIN, bohoo, Asos: Online-Direktvertriebe treiben die Schnelligkeit der Modeindustrie in ein bisher unbekanntes Maß. Die Folgen: katastrophale Arbeitsbedingungen für Näher*innen und Lagerarbeiter*innen und eine Überflutung von Altkleidermärkten und Umwelt mit Polyester-Produkten. Im Workshop schauen wir uns an, was Ultra Fast Fashion von klassischen Fast Fashion Brands wie H&M unterscheidet, welche Auswirkungen sie auf unsere Art einzukaufen hat und wie das System verlangsamt werden kann.
Workshop 4: Koloniale Kontinuitäten in der Modeindustrie
Leitung: Tina Adomako, AG Düsseldorf Postkolonial
Wer liebt es nicht, modisch gekleidet zu sein? Heute ist es einfacher denn je, mit der Mode zu gehen, denn die neusten Trends sind für fast alle erschwinglich. Doch welchen Preis zahlen wir tatsächlich dafür, trendy zu sein? Wenn wir Mode vom Anfang bis Ende der gesamten Herstellungs- und Lieferkette betrachten, erfahren wir wie koloniale Strukturen bis heute in der Textil- und Modeindustrie fortwirken. Wir betrachten die Geschichte von Baumwolle, Versklavung, Kolonialhandel und Industrialisierung. Gleichzeitig schauen wir auf heutige Lieferketten, Fast Fashion, Arbeitsbedingungen und Altkleiderexporte. Die Teilnehmenden beschäftigen sich mit den Fragen, wer vom Modesystem profitiert, wer die sozialen und ökologischen Kosten trägt, wie nachhaltig sog. nachhaltige Mode ist, und inwieweit diese den Ungerechtigkeiten wirklich entgegenwirkt. Gemeinsam machen wir sichtbar, wie Rassismus, globale Ungleichheit und Konsum miteinander verbunden sind.